Allgemein Wirtschaft — 27 Dezember 2012
Wind- und Solarstrom aus Deutschland gefährden Versorgungssicherheit des Nachbarn im Osten

Power off!
(Bild: Sebastian Wallroth; Quelle: Wikimedia; Rechte: Creative Commons; Original: siehe Link)

Der deutsche Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz Transmission GmbH hat mit dem polnischen Staat eine Vereinbarung getroffen. Dabei geht es um die Möglichkeit, dass Polen nach eigenem Ermessen elektrische Energie, die in Deutschland produziert wird, von den polnischen Netzen fernhalten kann.

In Polen war es in der letzten Zeit wiederholt zu Situationen gekommen, in denen eigene Kraftwerke gedrosselt werden mussten, um die Netzstabiität zu sichern. Ursache waren plötzlich auftretende Überangebote auf deutscher Seite, bedingt durch die Schwankungen bei der Wind- und Solarenergieeinspeisung. Da man sich in Polen mit eigenem Strom versorgen möchte, hat es Unmut gegenüber der deutschen Praxis gegeben, der man nun mit einer im Dezember getroffenen Vereinbarung begegnen möchte. Wie 50 Hertz berichtet, ist das Ziel, große Phasenschieber zu errichten. Solche Geräte erlauben es, den Stromfluss zu steuern. Vorab soll dieselbe Wirkung durch „virtuelle Phasenschieber“ erreicht werden. Hinter dieser Begriffsschöpfung verbirgt sich „ein koordiniertes Eingreifen in die Fahrweise der Kraftwerke“, also ein fallweises Reduzieren der Leistung bis hin zur Abschaltung.

Bereits vor einem Jahr hatte der Geschäftsführer der Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) gewarnt „Wenn überschüssiger Wind- und Solarstrom nicht mehr ins Ausland abgeführt werden kann, dann wird das deutsche Stromnetz instabiler.

Dieses Szenario ist nun eingetreten. Wirtschaftsminister Philipp Rösler äußerte sich zufrieden über die „praktische Lösung“. (TF)

Share

About Author

blu-NEWS

(3) Readers Comments

  1. So etwas hat die Schweiz oder Österreich bereits nach dem Winter 2011/12 vorgehabt. Kann mich nicht genau erinnern, nur das die auch unseren Ökostrom außsperren wollen um ihre Kraftwerke nicht ständig auf Verschleiss rauf und runter fahren zu müssen. Da wird dem Netz vorgegaukelt es ist schon zuviel Strom da. Link gefunden: http://www.manager-magazin.de/lifestyle/artikel/0,2828,873716,00.html
    Polen, Tschechen und Österreich.
    Die wollen diesen Ökomist nicht mehr, der sehr oft zur Unzeit kommt und kaufen fleissig Phasenschieber.
    Fast möchte ich glauben unsere Fühsikkerin hat das mit Vorsatz gemacht (Das mit dem Atomausstieg), damit unser netz den Ökofuzzi Gutmenschen um die Ohren fliegt.

  2. Stromvernichtung und Netzsabotage das ganze. Anstatt “Wirtschaftsminister Philipp Rösler äußerte sich zufrieden über die „praktische Lösung“” Anstatt zufrieden zu sein sollte er sich mal lieber praktische Gedanken machen. zum Beispiel Gummistiefel anziehen Spaten schnappen und . . . Pumpspeicherwerk heisst das Ziel, dort kann man sehr gut momentan nicht benötigten Strom “zwischenlagern”.

  3. Entweder das oder ein anderes Verfahren zur Speicherung vorantreiben, etwa die Methanerzeugung über Elektrolyse und Reaktion mit CO2. Wer die Energiewende vertritt, sollte wenigstens sein Bestes tun, um gegen die bekannten Defizite anzuegehen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>