Hintergründe Titel — 20 Dezember 2012

Konstantin Sonnenburg: Teil V – Ausblick

Wenige Tage nach dem Terrorangriff von 2001 sprach der amerikanische Präsident George („The Worst“) Bush unvorsichtigerweise von einem bevorstehenden „Kreuzzug“ (Crusade) gegen die Terroristen.

Dies löste in der muslimischen Welt – und nicht nur dort – einen Eklat aus. Gleiches galt bereits für die Regensburger Rede von Papst Benedikt XVI., dessen versteckte Kritik an Mohammed von islamistischen Heißspornen in Deutschland als neue Aufforderung zu einem Kreuzzug interpretiert wurde. Tatsächlich hatte der Papst nichts dergleichen vor, und auch Bushs Floskel war sicher nicht als Auftakt zur gewaltsamen Christianisierung der islamischen Welt gedacht.

Die Christenverfolgung nimmt weltweit zu – Was wird die Zukunft bringen? (Bild: blu-NEWS)

Doch wie sieht es eigentlich mit dem heutigen Verhältnis zwischen Islam und Jihad aus? Den „christlichen“, inzwischen aber mehrheitlich säkularen Staaten des Westens werden immer wieder Pläne für Eroberungskriege gegen den islamischen Teil der Welt unterstellt. Im Gegenzug müsste man davon ausgehen, dass Krieg im Namen der Religion nicht mehr Teil des islamischen Denkens sein dürfte.

Glaubt man Mark Gabriel, der trotz seiner Konversion zum Christentum nach wie vor große Sympathien für viele Muslime empfindet, so hat die Mehrheit der Muslime in der Welt tatsächlich kein Interesse an Krieg und Gewalt im Namen Allahs. Dies ist sicher nicht falsch, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass gerade in den letzten Jahren die Idee des „Heiligen Kriegs“ wieder mächtig Aufwind bekommen hat.

Christenverfolgung in islamischen Ländern nimmt rasant zu

Heute träumt der ägyptische Präsident Mursi nicht nur von der Eroberung Jerusalems, er verkündet dieses Ziel in aller Öffentlichkeit vor frenetisch jubelnden Menschenmassen. Und eine in Mersa Matruh gedrehte Aufnahme zeigt ihn in frommer Andacht bei einem gemeinsamen Gebet für den Sieg über die „Ungläubigen“ und die Ausrottung der Juden. In Jordanien kündigte ein Mitglied der dortigen Tahrir-Partei kürzlich während einer TV-Diskussion den Jihad gegen Deutschland an.

Netterweise soll dieser aber „nur“ gegen den Staat geführt werden, nicht aber gegen die Menschen. Und erst vor wenigen Wochen pries der türkische Ministerpräsident Erdogan den grausamen Sultan Alp Arslan als strahlendes Vorbild für die heutige Türkei und nannte die Jahreszahlen 2023 und 2071 als zukünftige Eckdaten in der Geschichte seines Landes. 2023 jährt sich die Abschaffung des Kalifats durch Atatürk zum hundertsten Mal – eine gute Gelegenheit, einen neuen islamischen Weltherrscher und „Schatten Gottes auf Erden“ auszurufen? Was die zweite Jahreszahl betrifft, so wollte Erdogan mit ihr an die Schlacht von Manzikert 1071 erinnern, in deren Folge die Türken in Anatolien einbrachen und die allmähliche Unterwerfung, Verdrängung und Vernichtung des Christentums in der heutigen Türkei einleiteten.

Und andere islamische Länder machen auch „Fortschritte“. In Ägypten wurden in den letzten 30 Jahren etwa 1.800 Kopten ermordet, und seit dem Sturz Mubaraks verließen möglicherweise bis zu 100.000 von ihnen sicherheitshalber das Land ihrer Geburt. 100.000 ist Schätzungen zufolge auch die Zahl der Christen, die jedes Jahr aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit ermordet werden – in den meisten Fällen von radikalen Muslimen, z.B. in Nigeria, im Sudan oder in Indonesien, wo in den letzten Jahren über 1.000 Kirchen niedergebrannt wurden. Und auf die Konversion zum Christentum steht in vielen Ländern nach wie vor die Todesstrafe. Dass in Norwegen kürzlich zum Christentum konvertierte Iraner unter dem Ruf „Kuffar, Kuffar!“ auf offener Straße niedergestochen wurden, lag sicher nicht an einem Akt norwegischer Fremdenfeindlichkeit.

Während das Christentum in Europa (notgedrungen und zeitgeistbedingt) also immer mehr zu seinen pazifistischen Ursprüngen zurückkehrt, kehrt der Islam nach einer Modernisierungsperiode im 20. Jahrhundert immer mehr zu seinen Ursprüngen zurück.

Die spannendsten Zeiten des 21. Jahrhunderts stehen also erst noch bevor.

Lesen Sie:

Teil I – Die Kreuzzüge als Ursache einer islamisch-christlichen Dauerfeindschaft?
Teil II – Die „Islamische Expansion” – Ein Beispiel für die „Barmherzigkeit” Allahs
Teil III – Motive und Ursachen
Teil IV – Leben unter Herrschaft der „Franken“ und unter der Herrschaft der Sharia

Literatur/Quellen:

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(1) Reader Comment

  1. Großartike Artikelreihe. Dank der Erfindung des Internets kann ich sie lesen und daraus eine Erkenntnis gewinnen, die den Islam-Lobbyisten nicht gefallen wird. Ich investiere noch mehr in Erfinder.

    Als Erfinder sind sie Totalversager und haben seit 1400 Jahren nur ein einzigen aufzuweisen, Mohammed.

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