Gesellschaft News — 20 Dezember 2012

Die Unabhängigkeit Kataloniens wird vorangetrieben – 2014 ist ein Referendum angesetzt

Unabhängigkeit Kataloniens (Bild: Dzlinker; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

Die Bürger Kataloniens sollen 2014 darüber abstimmen, ob sie die Abspaltung von Spanien und somit einen eigenen Staat wünschen.

Das Jahr 2014, in dem nun eine neue Abstimmung über die Zukunft der autonomen Region vorgesehen ist, hat für katalanische Nationalisten besondere Bedeutung. Es jährt sich dann zum 300. Mal die Niederlage der katalanischen Truppen im spanischen Erbfolgekrieg, dem eine lange Periode der Fremdbestimmung durch die spanische Monarchie folgte. Wird im Referendum die Abspaltung von Spanien entschieden, könnte dieses 300-jährige Zwangsbündnis der Geschichte angehören.

Referendum kommt 2014

Artur Mas vom konservativen Bündnis CiU und Oriol Junqueras von der linksnationalistischen ERC unterzeichneten am Mittwoch die Koalitionsvereinbarung, die für 2014 ein Referendum über den Verbleib Kataloniens bei Spanien vorsieht. Die nationalistischen Politiker haben sich auf die Bildung einer neuen Regierung verständigt und wohl mit der vereinbarten Abstimmung die Generalitat de Catalunya in Barcelona die Zentralregierung in Madrid heraus gefordert. Der Moment der Selbstbestimmung sei gekommen, sagte Mas. Dies sei das wichtigste Vorhaben seit drei Jahrhunderten.

Wie das Wall Street Journal berichtet, hofft die spanische Regierung auf ein baldiges Ende der Koalition zwischen der CiU und der ERC, da es zwischen den Beiden erkennbare Differenzen gäbe. Insofern sich das erhoffte Zerwürfnis der Koalitionspartner nicht einstellen sollte, käme es 2014 zu einer ernsthaften Konfrontation mit dem spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy.

Hilfe bei der EU

Wie blu NEWS berichtete, will Madrid eine Volksabstimmung über eine Unabhängigkeit Kataloniens mit allen Mitteln unterbinden. Katalonien hat sich bereits mit einem Schreiben an die Justizkommissarin der Europäischen Union Viviane Reding gewandt und darin die “militärische Drohung“ des spanischen Militärverbandes beklagt. Dessen Vorsitzender Leopoldo Muñoz Sánchez hatte unumwunden die Ausrufung des Kriegsrechts gefordert, falls die Katalanen aus dem spanischen Staat ausscheren. Der Vizepräsident des EU-Parlaments, Alejo-Vidal Quadras, gab seinem Bedauern Ausdruck, indem er bestätigte, dass die Zentralregierung Madrids, sollte sich Katalonien über die Verfassung hinweg setzen, keine andere Wahl habe, als die territoriale Integrität zu garantieren.

Die Katalanen stehen mit ihrem separatistischen Projekt nicht alleine: Auch die Schotten müssen 2014 über ihre Eigenständigkeit von Großbritannien entscheiden. (BS)

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