München Regional Titel — 27 November 2012

Konstantin Sonnenburg: Solidaritätskundgebung für Israel am 25. November 2012 in München

Plakat der Kultusgemeinde München (Bild: blu-News)

Am 25. November veranstaltete die Israelische Kultusgemeinde München aus aktuellem Anlass in der bayerischen Landeshauptstadt am Jakobsplatz eine Solidaritätskundgebung für Israel. Als die Kundgebung um Punkt 18.00 mit einer wehmütigen Gesangseinlage eröffnet wurde, hatten sich bereits mehrere Hundert jüdische und nichtjüdische Besucher eingefunden. Eine ganze Reihe Teilnehmer schwenkten die weiß-blaue Israelfahne, und auch Plakate gegen den Terror der Hamas und gegen das iranische Nuklearwaffenprogramm wurden hochgehalten.  Im ersten Redebeitrag (der von Gabriella Meros verlesen wurde) ging der Vorsitzende von I Like Israel e.V., Sacha Stawski besonders mit Politik und Medien wegen deren einseitiger Darstellung der Situation im Nahen Osten hart ins Gericht.

Kultusgemeinde München (Bild: blu-News)

Als erstes Beispiel für eine geradezu böswillige Verzerrung der Realität nannte er Jena, wo Oberbürgermeister Albrecht Schröter und die Organisation Pax Christi dazu aufgerufen hatten, “keine Waren aus Israel” zu kaufen. Vergleiche mit ähnlichen Parolen einer zum Glück vergangenen Generation deutscher Sozialisten zu ziehen, unterließ Stawski zwar, aber der Vergleich dürfte sich trotzdem manchem Zuhörer aufgedrängt haben.

Israel ist ein Apartheidsregime

Ebenfalls geißelte er den SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel für seine Verunglimpfung Israels als “Apartheidsregime”, obwohl Israel das einzige Land in der Region sei, in dem verschiedene Religionsgemeinschaften (Juden, Muslime, Christen verschiedener Konfession, Bahai usw.) halbwegs friedlich zusammenleben könnten, und in dem auch das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung gelte. (Anmerkung: Wie genau es Sigmar Gabriel mit dem Phänomen ‚Wahrheit‘ meint, zeigte sich bereits in der Causa Sarrazini, als er Sarrazin erst seine vollste Unterstützung versprach, dann aber höchstpersönlich dessen Parteiausschluss beantragte!)

Auch Andrea Nahles wurde Ziel harscher Kritik für ihre Entscheidung, ausgerechnet am Jahrestag der berüchtigten ‚Reichsglasscherbennacht‘ vom 9. November 1938 ihre Zusammenarbeit mit der Fatah vertieft zu haben, um die „gemeinsamen Werte (sic!) von SPD und Fatah“ zu zelebrieren. Zur Erinnerung: Die Fatah unterhält mit den Al-Aksa Brigaden ihren eigenen Terrorarm und bekräftigte erst 2011 wieder bei Gesprächen mit der Hamas das Ziel einer Zerstörung Israels. Wahrlich, schöne Werte hat die SPD! Auch die deutsche Gesellschaft blieb aufgrund ihrer Bereitwilligkeit, sich von Medien und Politik blenden zu lassen, von Kritik nicht verschont.  Israel sei kein Kriegstreiber, bekräftigte Stawski, sondern wolle den Frieden. Dieser sei aber nur durch einen Schutz der Palästinenser vor Terror möglich.

„We stand with Israel. Shalom!“

Als nächstes sprach der Münchner Weihbischof Engelbert Siebler. Er erzählte den Versammelten von den schrecklichen Bombennächten, die er als Kind im Luftschutzbunker verbringen musste, und von der Anspannung und Angst, die er in den Gesichtern der Erwachsenen gesehen hatte. Er könne sich daher gut in die Menschen in den von Raketenangriffen betroffenen Teilen Israels hineinversetzen. In diesem Zusammenhang lobte er Angela Merkel nicht nur für ihren Hinweis auf die Christenverfolgungen in der arabischen Welt, sondern auch für ihr Versprechen von Solidarität und Freundschaft mit den Juden. Sieblers Rede schloss mit den Worten: „We stand with Israel. Shalom!“

We stand with Israel (Bild: blu-News)

Sieblers evangelischer Kollege, Pfarrer Hans-Jürgen Müller vom Verein für die Begegnung von Christen und Juden wünschte sich die EKD hinter Israel, und nicht – zumindest in Teilen – auf Seiten von Terrorgruppen. Völlig zutreffend nannte er nicht Israel als Bremsklotz auf dem Weg zum Frieden, sondern die Verantwortlichen in Gaza, die nicht einmal vor dem Missbrauch von Frauen und Kindern als Schutzschilde zurückschreckten. Abschließend forderte er die EKD dazu auf, sich endlich hinter Israel zu stellen, da die Juden auf den Schutz durch ihren Staat angewiesen seien.

Die Tragik der Palästinenser ist „selbstverschuldet”

Als nächstes sprach Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Sie forderte die Anwesenden auf, ihre Stimme für ein Israel in sicheren Grenzen zu erheben, so dass seine Bürger wieder in Ruhe für ihr Land arbeiten könnten. Dies sei aber nach inzwischen einem Jahrzehnt Raketenbeschuss durch die Hamas immer schwieriger. Ausdrücklich lobte auch Knobloch Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Stellungnahme zugunsten Israels. Gleichzeitig kritisierte sie die Medien für ihre Irreführung der Öffentlichkeit. Viel zu selten lese man die Wahrheit über die Hamas in den Medien. Dafür werde gerne die Taktik der IDF verschwiegen, die palästinensische Bevölkerung vor Luftangriffen über Flugblätter zu informieren. Die Tragik der Palästinenser nannte Knobloch „selbstverschuldet“. Hätte man nicht gewaltige Energien in die Vernichtung des Judenstaates investiert, sondern in Bildung, wäre der Wohlstand in den Palästinensergebieten heute wesentlich höher.

Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern (Bild: Roland Heinrich)

Eine klare Absage erteilte Knoblich Vorwürfen, Israel sei ein Apartheidsstaat. Sie wies auf die zweite Amtssprache Arabisch hin, die arabischen Abgeordneten in der Knesset und im Obersten Gericht. Genauso erlogen sei die Behauptung des neo-osmanischen imperialen Träumers Erdogan, Israel sei ein „Ausrottungsstaat“.

Knobloch versprach dabei den Anwesenden, Angela Merkel werde demnächst mit Erdogan deswegen Tacheles reden. (Anm.: Diese Aussicht klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Bedenkt man Erdogans Bombenangriffe im Nordirak und seine Unterstützung islamistischer Todesschwadronen in Syrien, so wirken seine Aussagen noch bizarrer).

In diesem Zusammenhang kritisierte Knobloch auch die neue Appeasementpolitik, die wieder tödlich enden werde. Und früher oder später würden alle Anhänger einer liberalen Lebensweise ins Visier der Gotteskrieger geraten.
Nach Knobloch hatte Johannes Singhammer, der stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU/CSU-Fraktion einen kurzen Auftritt, in dem er Israel die Unterstützung seiner Fraktion zusicherte („Wir stehen ein für ein Israel in sicheren Grenzen“) Leider wurde nicht angegeben, welche Grenzen der CDU/CSU genau vorschwebten, aber immerhin.

Nach islamischen Recht ist ein Frieden mit Juden unmöglich

Der nächste Sprecher, Herr Heribert Schmitz von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Nürnberg-Mittelfranken, griff sogar zu einem richtig heißen Eisen, indem er den Nahostkonflikt aus Sicht des islamischen Rechts darstellte. Den Befehlen Mohammeds zufolge sei ein dauerhafter Frieden mit Juden (oder Christen!) im islamischen Rechtsdenken schlicht und einfach unmöglich. Abgeschlossen werden dürfe höchstens ein Waffenstillstand, und auch dieser habe lediglich die Aufgabe, den Muslimen die Gelegenheit zur Rüstung für den nächsten Angriff zu geben. Für Kenner islamischen Rechtsdenkens war diese Aussage nichts Neues; für manche der übrigen Anwesenden kam sie aber wohl doch etwas (unangenehm) überraschend.

Israel – We Stand With You (Bild: Roland Heinrich)

Als nächstes gab Schmitz einen Einblick in die Motive der Hamas. 2011 feuerte die Terrororganisation 600 Raketen auf Südisrael, ohne jedoch eine gewaltsame Reaktion provozieren zu können. Inzwischen verlor die Hamas allerdings aufgrund des syrischen Bürgerkriegs nicht nur die Unterstützung Assads, sondern wegen inzwischen bis zu 40.000 Toten in Syrien auch die Aufmerksamkeit der Welt. Daher intensivierte die Hamas ihren Beschuss auf inzwischen 1700 (!) Raketen alleine in diesem Jahr. Schmitz sprach Israel daher das Recht zu, seine Bürger zu schützen – was auch durch Art. 51 der UN-Charta legitimiert sei. An die Adresse der Hamas richtete er die Forderung, insbesondere hasserfüllte Kindersendungen einzustellen. Da die Fatah Israel ebenfalls das Existenzrecht abspricht und den bewaffneten Kampf gegen den Judenstaat fordert, nannte Schmitz die Kooperationserklärung der SPD mit der Fatah umso unverständlicher.

Trittin fischt am rechtsreligiösen Rand

Der nächste Redner, Yehoshua Chmiel, kritisierte insbesondere Jürgen Trittin von den GRÜNEN als Heuchler für seine Aussage, Israel dürfe sich zwar verteidigen, aber nur mit Worten – also gar nicht. Chmiel meinte in Bezug auf  Trittins Fischen am rechtsreligiösen Rand: „Er weiß, wer ihn wählt, und wen er bedienen muss.“ Genauere Details waren nicht notwendig, und der starke Applaus zeigte, dass alle die Anspielung verstanden hatten. Chmiel bezeichnete den (auch von den GRÜNEN unterstützten!) antiliberalen Nationalislamismus als Bedrohung Israels und betonte noch einmal die Pflicht dieses Staats, seine Bürger zu verteidigen. (Anm.: Als Deutscher könnte man heilfroh sein, würde die BRD das Leben ihrer Bürger so konsequent vor islamischer Hassgewalt schützen, wie Israel!)

Abschließend sprach Michael Spaney, Direktor des Mideast Freedom Forum in Berlin. Er konzentrierte sich vor allem auf die verlogene und unehrliche Darstellung des aktuellen Konflikts in der Süddeutschen. Deren Reporter Peter Münch nannte nicht nur „Wahlkampf in Israel“ als Grund für den Einsatz der „großen Keule“, sondern warf Israel auch noch vor, durch den Angriff auf den Militärchef der Hamas den Waffenstillstand gebrochen zu haben – der monatelange Raketenbeschuss aus Gaza wurde dabei aber geflissentlich ausgeblendet! (Anm.: Dass die Süddeutsche – die eher in ‚Tölpischer Beobachter‘ umgetauft werden sollte – zur Manipulation ihrer Leser notfalls auch Berichte erfindet bzw. aus im Netz zusammengefischten Informationsschnipseln zusammenkleistert, zeigte sich auch bei der ‚Berichterstattung‘ um ‚Deutschland schafft sich ab‘!).

Die Kundgebung endete schließlich mit dem gemeinsamen Singen der Hatikva.

Nachtrag:

Die Veranstaltung blieb erfreulicherweise – wohl nicht zuletzt auch aufgrund der anwesenden Polizei – vollkommen friedlich. Von der gleichermaßen Juden- wie demokratiefeindlichen Trias aus braun-roten, braun-Shariagrünen und braun-braunen Genossen hatten sich zum

Solidarität mit Israel (Bild: Roland Heinrich)

Glück nur Vertreter der ersten beiden Gruppen eingefunden. Zwei kopfbetuchte junge Damen, interessanterweise ohne (!) männlichen Aufseher, nutzten ihr vom Grundgesetz garantiertes Recht auf freie Meinungsäußerung, um mit Palästinaschals und Slogans wie “Solidarität für Palästina” ihre Sichtweise zu vertreten – in einer Demokratie eine völlig legitime Vorgehensweise!

Wesentlich unerfreulicher gestaltete sich allerdings die Anwesenheit mehrerer überreifer Vertreter der Partie DIE LINKE sowie einiger erschreckend wohlstandsübernährter ANTIFAntInnen. Beide Gruppen nutzten die Gelegenheit, den ebenfalls anwesenden Michael Stürzenberger von der direktdemokratischen Rechtsstaatspartei DIE FREIHEIT anzupöbeln. Eine sachliche Definition der ausgekauten Parole vom ‘Rechtspopulisten’ blieben sie allerdings schuldig. Und so zog das links-linke Splittergrüppchen samt seinen extremistischen Satelliten in Ermangelung vernünftiger Argumente schließlich mürrisch mümmelnd vom Platz. Abgesehen von den beiden nicht unfreundlichen MuslimInnen blieb lediglich der selbsternannte Staatssicherheitsdienstbeauftragte Tobias Bezler (IM ‘Andreasch’) vor Ort – allerdings in einigem Sicherheitsabstand zu den jungen Damen, die er vermutlich nicht mit seinen optischen Reizen (s.o. Abb. 3 – Vordergrund) in Versuchung bringen wollte. Derart kultursensibles Verhalten verdient natürlich das uneingeschränkte Lob unserer Gesellschaft!

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