Exklusiv: Frankfurter Rundschau startet Feldzug gegen „rassistische“ Polizei

Keine Zeitung, sondern eine politische Organisation: Die Frankfurter Rundschau (Bild: Philipp Gross; Quelle: Wikipedia; Rechte: CC-Lizenz; Original: Siehe Link)

In Frankfurt hat sich eine recht undurchsichtige Geschichte abgespielt: Derege Wevelsiep, ein äthiopisch-stämmiger Deutscher, behauptet, im Zuge einer Fahrkartenkontrolle von Polizisten misshandelt worden zu sein. Vier Polizisten und vier Kontrolleure haben die Ereignisse anders in Erinnerung. Die Frankfurter Rundschau stört das wenig. Auf Basis der Darstellung des vermeintlichen Opfers hat das Sprachrohr der ortsansässigen Linken einen Feldzug gegen die Polizei gestartet. Blu-News exklusiv über ein durchschaubares Manöver: Das FR-Komplott.

Es ist Mittwoch, der 17. Oktober. Der dunkelhäutige Siemens-Ingenieur Derege Wevelsiep kommt nach eigener Darstellung von der Arbeit. Es ist ungefähr zehn Uhr abends. Er hat seine Verlobte Misale und seinen Sohn David dabei, als er in die Frankfurter U-Bahn-Linie U4 einsteigt. Er will nach Hause. Feierabend. Warum ihn seine Verlobte und sein dreijähriger (!) Sohn um diese späte Uhrzeit in der U-Bahn auf dem Weg von der Arbeit nach Hause begleiten? Man weiß es nicht. Es ist die erste Ungereimtheit in diesem Fall, es wird nicht die letzte sein.

Was dann geschah, schildert die Frankfurter Rundschau unter Berufung auf Wevelsiep wie folgt: Im Zug wurden die Fahrkarten kontrolliert. Die Kontrolleure waren zu viert. Wevelsiep hatte eine Monatskarte, die übertragbar ist, und mit der er nach 19 Uhr abends seine Verlobte und seinen Sohn mitnehmen darf. Die Kontrolle verlief reibungslos. An der Haltestelle Merianplatz stieg Wevelsiep aus, da er noch etwas zu erledigen hatte. Er gab die Monatskarte seiner Verlobten. Die wiederum fuhr weiter. Kurz darauf klingelte Wevelsieps Telefon. Es war seine Verlobte, sie wurde erneut kontrolliert. Dieses Mal stimmte etwas nicht. Also musste sie mit den Kontrolleuren an der nächsten Haltestelle, dem U-Bahnhof Bornheim-Mitte, den Zug verlassen. Nun stand sie da und sagte, er solle unbedingt dorthin kommen.

Wevelsiep kam dort hin. Die Kontrolleure hätten behauptet, ein anderer Afrikaner im Abteil sei auch noch mit auf der Karte gefahren. Das sei verboten und koste 40 Euro. Und nun also habe eine Kontrolleurin jenen Satz zu ihm gesagt, der dem ersten von zahlreichen FR-Artikeln zum Thema die Überschrift spenden sollte: „Ihr seid hier nicht in Afrika“.

Kein Zufall, sondern Konzept

Nun fing die Geschichte laut Wevelsiep erst richtig an: Die Fahrkartenkontrolleure riefen die Polizei, die kam ebenfalls zu viert. Drei Männer, eine Frau. Die Polizisten wollten, wie es gemeinhin ihr Naturell ist, den Ausweis des Beschuldigten sehen. Wevelsiep hatte jedoch keinen dabei. Daraufhin sei die Lage eskaliert. Die Polizisten hätten ihn „hoch auf die Straße gezerrt“, dann habe er „am Streifenwagen seine Taschen ausleeren müssen“, schreibt die FR. Und weiter: „Als sie ihm hätten Handschellen anlegen wollen und er entgegnet habe, er sei nicht kriminell, er müsse doch nur zu Hause seinen Ausweis holen, sagen sie: Das muss sein.“

Laut FR ging der Disput zwischen Wevelsiep und den Beamten wie folgt weiter: „Ich lasse mich nicht ohne Grund fesseln“, sagte Wevelsiep. „Ich zähle bis zwei“, antwortete der Polizist. „Was kommt dann?“, fragte Wevelsiep. Danach hätte der Polizeibeamte bis „zwei“ gezählt, und ihm dann „ohne Vorwarnung mit der Faust ins Gesicht geschlagen“. Weiter berichtet die FR auf Basis von Wevelsieps Darstellung: „Die Beamten hätten ihn anschließend vom Boden aufgehoben, gefesselt, mit der Faust gegen die Brust und in die Niere geschlagen, gegen das Knie getreten.“

An dieser Stelle bricht FR-Autor Felix Helbig die Erzählung ab. Nicht zum ersten Mal. An vorherigen Stellen fließen Verweise auf NSU und Dönermorde ein. Nun folgt eine Beschreibung von Derege Wevelsiep, den Helbig als „zierlich“ und „ruhig“ darstellt. Als jemanden, der Staatsgewalt als Kind in Afrika erfahren habe. Da seine leiblichen Eltern in Äthiopien verschleppt worden seien, als er noch ein Teenager war. Als jemanden, der weiß, „dass man in solchen Situationen besser ruhig bleibe“. Dass auf diesem Wege die Frankfurter Polizei stellvertretend für deutsche Sicherheitskräfte unterschwellig mit mutmaßlichen Verbrecher-Regimes in Afrika gleichgesetzt wird, ist kein Zufall. Es ist Konzept.

Die Geschichte geht weiter. Szenenwechsel. „Seine Verlobte findet Derege Wevelsiep später im Schlafzimmer seiner Wohnung, auf dem Boden, bewusstlos.“ Kurz gefasst: Die Polizisten hätten in Wevelsieps Wohnung eine „grundlose Razzia“ durchgeführt, hätten beide Aufzüge in den siebten Stock des Hauses blockiert, wären durch die Zimmer der Wohnung gerannt, hätten sich einfach den Ausweis genommen. Und als der Krankenwagen, den Misale für ihren Verlobten gerufen hatte, endlich kam, hätten die Polizisten „versucht, ihn wieder wegzuschicken“. Den Weg ins Krankenhaus hat Wevelsiep dann doch irgendwie gefunden. Drei Tage „musste“ er dort bleiben. Der letzte vermeintliche Skandal in dieser Geschichte beruht schließlich darauf, dass sich die Polizei erdreistet habe, den Mann am Tag danach im Krankenhaus verhören zu wollen. „Erst auf Druck des Geschäftsführers vom Sankt Katharinen gehen sie wieder“, schreibt Felix Helbig.

Der „spontane“ Mediencoup

So weit, so kurios. Noch kurioser als der Bericht selber ist das, was geschah, nachdem die FR ihn veröffentlicht hatte: Binnen eines Tages wurde der Text über 1.000 Mal „getwittert“ und über 20.000 Mal bei Facebook geteilt. Zum Vergleich: Normalerweise liegen die Zahlen für Facebook-Weiterleitungen bei FR-Artikeln deutlich unter Hundert, bei Twitter sogar in der Regel unter Zehn. Bemerkenswert ist auch, dass der Artikel auf der Internetseite der FR tags drauf offenbar neu eingestellt wurde, weswegen der Facebook-Counter wieder von vorne zu zählen begann (die atypisch hohe Zahl von „Facebook-Likes“ und „Tweets“ bestätigte die FR allerdings selbst in einem Kommentar zum Thema, als es noch 17.000 „Facebook-Likes“ waren). Wollte da etwa jemand seine Spuren verwischen?

Fakt ist: Eine derart hohe Anzahl von Weiterleitungen in derart kurzer Zeit ist nur mit entsprechend großen Multiplikatoren möglich. Mutmaßlich haben eine, wahrscheinlich sogar mehrere Organisationen und Gruppen den Text bei Facebook massiv beworben. Einen Text, der eine Anklageschrift ist. Eine Anklageschrift gegen die Polizei. Zudem ein Text, der den Frankfurter Sicherheitsbehörden Rassismus unterstellt. Es liegt nahe, mit welchen Organisationen die FR einmal mehr im Bunde gewesen sein dürfte.

Tatsächlich erschien der Text – oder Berichte darüber – bereits kurz darauf auf verschiedenen linksextremen Seiten im Internet. Eine Google-Suche nach den Wörtern „Wevelsiep“, „Frankfurt“ und „Indymedia“ führt automatisch zu einer Auflistung des „Who is Who“ der linksextremen Szene Deutschlands. Auf linksunten.indymedia wiederum, einer bekennend extremistischen und verfassungsfeindlichen Internetseite der autonomen Szene, auf der gerne auch mal zu Gewalt aufgerufen und Anleitung zum Bau von Sprengkörpern gegeben wird, fand sich dann am 8. November, zwei Tage nach Erscheinen des ersten FR-Artikels, ein Aufruf zu einer „Spontan-Demo“ zur Solidarisierung mit Derege Wevelsiep. Auch der Demo-Aufruf fand schnell seinen Weg auf andere linksextreme Seiten wie beispielsweise die der „Antifa“-Frankfurt. Ein „spontan“ eingerichteter Facebook-Termin zur Demo wurde an über 45.000 Personen verschickt, 1.829 sagten per Facebook ihre Teilnahme zu. Gut 2.000 Personen waren es dann letztlich auch, die am selben Tag, dem 8. November, um 20 Uhr „spontan“ am U-Bahnhof Bornheim-Mitte „gegen Rassismus“ demonstrierten.

Auch in der FR-Redaktion brach offenbar wahre Euphorie ob des gelungenen „spontanen“ Mediencoups aus. Dem ersten Artikel mit der rührseligen Schilderung der Wevelsiep’schen Wahrnehmung in Verbindung mit allerlei NSU-Nostalgie sollten binnen kürzester Zeit zahlreiche weitere „spontane“ Artikel folgen. So sah sich Felix Helbig dazu berufen, sein eigenes Machwerk gleich selbst zu kommentieren: Unter der Überschrift „Alles beim Alten“, mit einem Artikelbild, das den ultimativen Polizeistaat suggeriert, beschwor der FR-Redakteur ein weiteres Mal die NSU-Geschichte. Dass sich ausgerechnet Helbig noch erblödete, dabei die „Mediendemokratie“ anzuprangern, sollte nicht die letzte unfreiwillige Pointe bleiben. Im Gegenteil: Den Höhepunkt lieferte ebenfalls Helbig, dieses Mal in Kooperation mit Claus-Jürgen Göpfert, die gemeinsam am 8. November titelten: „Ungereimtes im Fall Wevelsiep“. Dass es in diesem Fall Ungereimtheiten gibt, hätte Helwig allerdings durchaus schon beim Schreiben seines ersten Artikels auffallen können. Man muss sogar unterstellen, dass sie ihm aufgefallen sind, denn dass er als Autor des ersten Textes stets dort den Handlungsstrang zu verlassen pflegte, wo die Ungereimtheiten zu eskalieren drohten, kann – wie so vieles andere in dieser Geschichte – kein Zufall mehr sein.

Als Nazi beschimpft

Tatsächlich kam in der FR einen Tag nach der Veröffentlichung des ersten Textes, also am 7. November, auch die Gegenseite zu Wort, in einem Artikel unter der Überschrift „Aussage steht gegen Aussage“. Ein Artikel, der sich übrigens lediglich einer FR-typischen Anzahl von null „Tweets“ und vier „Facebook-Likes“ erfreute, der aber immerhin dennoch seinen Platz in der „spontan“ eingerichteten Sonderseite zum Thema fand.

Darin berichtete der umtriebige Helbig – erneut gemeinsam mit seinem Kompagnon Göpfert – über die Aussagen der Kontrolleure und der Polizisten zum Sachverhalt. Dieses Mal allerdings weit spärlicher. Und freilich weder weinerlich, noch verständnisvoll. Immerhin kam nun zutage, dass Wevelsiep eine Fahrkartenkontrolleurin als „Nazi“ beschimpft haben soll (im Polizeibericht soll sogar die Rede davon sein, Wevelsiep habe die Kontrolleure „rassistisch beleidigt“). Die Frau, deren Unauffindbarkeit Helbig in einem folgenden Artikel schilderte, die dann aber in einem wiederum folgenden Artikel doch wieder auffindbar war, erstattete mittlerweile Anzeige wegen Beleidigung (was „unauffindbare Personen“ ja häufiger tun). Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Frankfurt in der bemerkenswerten Geschichte.

Ebenfalls bemerkenswert ist, wie die Fahrkartenkontrolleure ihrerseits den Vorfall, beziehungsweise dessen Anfang, in ihrem Protokoll geschildert haben: Demnach sei Misale in der U-Bahn ohne gültigen Fahrausweis und „in Begleitung von vier Männern“ angetroffen worden. Und weiter: „Einer der vier hat dann noch versucht, der Frau einen Fahrschein zuzustecken“, berichtet die FR unter Berufung auf Bernd Conrads, Sprecher der Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF). Verwunderlich ist, dass Wevelsiep, der vorgibt, zu später Stunde mit Freundin und dreijährigem Sohn auf dem Weg von der Arbeit nach Hause gewesen zu sein, plötzlich und aus bislang unerfindlichen Gründen – nach eigener Darstellung! – den Zug verließ, und zwar nur eine Station vor dem besagten U-Bahnhof Bornheim-Mitte. Und rein zufällig kam es danach zu jener Situation, die dazu führte, dass eine Kontrolleurin den Personalausweis von Wevelsieps Verlobter sehen wollte. Die Kontrolleurin hielt im Protokoll fest, dass ihr der Ausweis nicht gezeigt worden sei. Stattdessen hätte Wevelsieps Verlobte sie als Nazi beschimpft.

Danach also folgte der Ausstieg am U-Bahnhof Bornheim-Mitte. Dort kam Wevelsiep selbst wieder hinzu. Genauso wie die vier Polizeibeamten, deren erste Intention, wie in solchen Fällen üblich, die Aufnahme der Personalien war. Unterstellt werden darf an dieser Stelle, dass bis zum Eintreffen der Polizei und des Gatten in spe mehr Zeit vergangen sein muss, als man braucht, um einmal „Nazi“ zu sagen. Naheliegend erscheint daher, dass die Situation schon „emotional aufgeladen“ war, bevor die Polizisten überhaupt am Orte des Geschehens waren. In seinem Beitrag „Ungereimtes im Fall Wevelsiep“ schrieb FR-Redakteur Helbig nun, dass Derege Wevelsiep den Beamten seinen Namen gesagt habe, diese per Funk die Identität überprüften und den Namen zuordnen konnten. Dementsprechend wirft Helbig der Polizei vor: „Das würde bedeuten, das die Identität von Wevelsiep trotz fehlendem Ausweis bereits bekannt gewesen wäre.“ Eine merkwürdige Argumentationsweise, die Helbig sicherlich überdenken würde, wenn er selbst beispielsweise unschuldig im Gefängnis säße, weil jemand anderes seinen Namen kannte und angegeben hat, und zwar gegenüber einem fahrlässigen Polizisten, dem als Identitätsnachweis ein Zuruf genügt.

Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit“

Doch diese Polizisten nahmen es also genauer, wollten Wevelsieps Ausweis nicht nur hören, sondern sehen. Und gerade in einer Stadt, die gemeinhin als Hauptstadt des Verbrechens gilt, kann es wohl kaum verwundern, dass die Polizeibeamten nicht in Helbigs Sinne gewillt waren, einen fremden Mann, so „zierlich“ der auch aussehen mag, ohne Leibesvisitation im Polizeiwagen mitzunehmen. Dass ein solcher Vorgang, eine Leibesvisitation, nicht im Stile und mit der Ruhe eines Yoga-Kurses ablaufen würde, hätte Wevelsiep durchaus klar sein können. Dass Provokationen und Verweigerung gegenüber Polizeibeamten nicht zu einer Entspannung der Lage, gar zu einer sanfteren Form der Leibesvisitation führen würden, ebenso. Und dass er selbst an dieser Situation, die sich durch simples Mitführen eines Personalausweises hätte verhindern lassen, die Hauptschuld trug, sowieso.

Völlig inakzeptabel wäre es freilich, wenn der Polizeibeamte – wie von Wevelsiep gegenüber der FR berichtet und von der FR freudig in die weite Welt hinaus posaunt – den Deutsch-Äthiopier „ohne Vorwarnung mit der Faust ins Gesicht geschlagen“ hätte. Allerdings liefert die FR selbst zu dieser Darstellung den Gegenbeweis: „Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit, Prellung des Thorax rechts, Prellung des Knies rechts, Prellung der Hüfte rechts“, zitiert Helbig schon im ersten Text aus dem Befund des Sankt-Katharinen-Krankenhauses. Wohlgemerkt: Die „Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit“ muss sich nach Darstellung Wevelsieps später ereignet haben, nämlich nachdem ihn seine Verlobte „im Schlafzimmer seiner Wohnung auf dem Boden“ fand, „bewusstlos“. Hat Wevelsiep also einen Faustschlag ins Gesicht bekommen, von dem wenige Stunden später in einem Krankenhaus offenbar nichts, aber auch gar nichts mehr zu sehen war?

Alle anderen Verletzungen lassen sich ohne weiteres erklären als Folgen der gewaltsamen Festnahme eines Mannes, der sich – wie Wevelsiep selbst zumindest andeutet – der Festnahme widersetzt hat. Alle Verletzungen, nur eine nicht: Ebenjene „Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit“. Doch gerade an dieser Stelle der Geschichte, die so klingt, als wären die US-Marines persönlich bei Top-Terrorist Wevelsiep „zu Besuch“ gewesen, legt sich endgültig ein undurchsichtiger Nebel über Helbigs Artikel. Und ausgerechnet hier versickert Helbigs ausufernde Schreibfreude in einem Abriss dessen, was zum Anprangern nötig, aber zum Erklären viel zu wenig ist. Wieso lag Wevelsiep in seiner Wohnung bewusstlos auf dem Boden? Was war geschehen? Hatte man ihn geschlagen, oder gegen etwas geschubst? Oder wie nur war er zu jener Verletzung gekommen, die immerhin eine „Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit“ zufolge hatte, ohne dass sich irgendeine äußerliche Erscheinung, gar eine Wunde, gezeigt hätte, die den Ärzten des Sankt-Katharinen-Krankenhauses in ihrem Befund eine Erwähnung wert gewesen wäre? Oder war die „Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit“ etwa Folge der „Prellung des Thorax rechts“, der „Prellung des Knies rechts“, oder der „Prellung der Hüfte rechts“?

Und was ereignete sich eigentlich in der Zeit, die zwischen dem Notruf und dem Eintreffen des Rettungswagens lag? Gebäude mit sieben Stockwerken sind in der Regel keine Einfamilienhäuser. Soll sich all das, wie von Misale geschildert, über mindestens fünf bis zehn Minuten abgespielt haben, ohne dass es Nachbarn als Zeugen gibt? Was ist mit den Fahrern des Notarztwagens? Bestätigen diese, dass die Polizei sie zurück schicken wollte? Vielleicht war es so, vielleicht wollte die Polizei sie zurück schicken. Vielleicht machte Wevelsiep auch nicht wirklich den Eindruck, als bräuchte er einen Rettungswagen. Immerhin konnten die Ärzte des Sankt-Katharinen-Krankenhauses nichts feststellen, was eine „Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit“ rechtfertigen würde. So wie sie nichts in ihrem Bericht erwähnten, was auf einen Faustschlag ins Gesicht schließen ließe.

Journalistische Qualität“

Was auch immer in dieser Nacht geschehen ist, eines steht fest: Die Darstellung des Derege Wevelsiep und seiner Verlobten erscheint höchst fragwürdig. Gut möglich, dass es wirklich zu einer Eskalation kam. Gut möglich, dass die Polizisten tatsächlich überreagierten, zu brutal gegen einen harmlosen Mitbürger vorgingen. Sollte dem so sein, wäre das keine Lappalie, sondern ein Vergehen, das in einem Rechtsstaat aufgeklärt werden muss, aufgeklärt werden wird und freilich Strafen nach sich zieht.  Sehr wahrscheinlich ist aber auch, dass Wevelsieps Darstellung mindestens arg übertrieben, wenn nicht gar an den Haaren herbei gezogen ist. Sehr wahrscheinlich ist zudem, dass er und seine Verlobte mit ihrem Verhalten wesentlich zur Eskalation der Lage beigetragen haben. Rassismus war hier sicher nicht im Spiel, Dummheit schon viel eher. Die Frage nach Alkohol zwängt sich bei der Uhrzeit zudem auf, bleibt aber in der FR – wen wundert’s? – ungestellt und unbeantwortet.

Vielmehr stützte sich FR-Redakteur Helbig ausschließlich auf Wevelsieps Darstellung, setzte mit einem an Subjektivität nicht mehr zu überbietenden, zudem in politischer Intention (NSU) ertränkten Artikel eine Lawine in Gang, die wohl kaum zufällig, schon gar nicht „spontan“, sondern außerordentlich zielführend in eine Serie über den „Rassismus“ in deutschen Sicherheitsbehörden ausartete. Dass diese Geschichte ausschließlich auf der Darstellung von Wevelsiep und seiner Verlobten beruht, dass dieser Geschichte die Aussagen von vier (!) Fahrkartenkontrolleuren und vier (!) Polizisten gegenüber stehen, und dass diese Geschichte trotzdem so einseitig und so durchschaubar unwahr verbreitet wurde, sagt viel, wenn nicht gar alles, über die „journalistische Qualität“ der Frankfurter Rundschau.

Doch damit nicht genug. Dass sich dieselbe Geschichte völlig identisch und freilich „spontan“ in den DuMont’schen Schwestermedien der FR verbreitete, wird keinen szenekundigen Zeitgenossen verwundern. Doch auch die Süddeutsche Zeitung, die Zeit, die Augsburger Allgemeine und der Hessische Rundfunk taten es mittlerweile linksextremen Blogs gleich und übernahmen die – zumindest höchst zweifelhafte! – Geschichte ungefiltert und unreflektiert in ihre Nachrichtenportale. Nur andere Frankfurter Lokal-Medien hielten sich – bezeichnenderweise – vorerst zurück. Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) und Frankfurter Neue Presse (FNP) berichteten spät und knapp in ihren Printausgaben. Zwar trauten sich beide Medien nicht, öffentlich Zweifel an der Geschichte zu formulieren, schienen aber doch sehr am Wahrheitsgehalt zu zweifeln. Zu sehr, als dass sie es deswegen der FR gleichtun wollten, der Wevelsiep’schen Wahrnehmung ganze Doppelseiten zu widmen.

Willkommen im Irrenhaus!

Anders freilich die Frankfurter Lokalpolitik. Und jetzt spätestens schließt sich der Kreis. Verschwiegen sei an dieser Stelle, was linke und grüne Politiker unlängst infolge der FR-Geschichte für Forderungen gestellt haben. Beispielsweise an die Adresse von Hessens Innenminister Boris Rhein (CDU). Die „Grüne Jugend“ ist alarmiert, die „Jusos“ ebenso, und freilich fiel auch der Linkspartei „spontan“ etwas zur Sache ein. Das alles lohnt das Zitieren nicht, der primitive Geist solcher Ergüsse ist wohlbekannt.

Erwähnt sei hier allerdings, wenn auch nur der allgemeinen Belustigung wegen, dass sich selbst das Frankfurter Amka, das Amt für multikulturelle Angelegenheiten (eine Institution, die für sich genommen schon ein Witz ist!) freilich ebenfalls berufen fühlte, in der Sache verbal tätig zu werden. Ausgerechnet in der FR, ausgerechnet unter der Überschrift „Ungereimtes im Fall Wevelsiep“, war jüngst (und freilich aus der Feder der fleißigen Herren Helbig und Göpfert) zu lesen, dass Amka auf Anfrage kundtat, dass der Frankfurter ÖPNV-Betreiber VGF dort bisher „keine speziellen interkulturellen Trainings nachgefragt“ hätte. Und weiter: „Dezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) kündigte an, sie werde der VGF nun entsprechende Beratung anbieten. Sie verwies auf das Frankfurter Integrationskonzept, das unter anderem Maßnahmen gegen Diskriminierung und Benachteiligung formuliere.“

Mit anderen Worten, und das empfiehlt sich, wann immer von Eskandari-Grünberg und ihrem absurden „Integrationskonzept“ die Rede ist: Willkommen im Irrenhaus! Das einzig Gute an dieser Geschichte ist, dass sich die auf eine Lokalredaktion zusammen geschrumpfte und – das ist für Sozialisten typisch! – akut Pleite-bedrohte Frankfurter Rundschau offenbar nicht einmal mehr Redakteure leisten kann, die über den Intellekt und die Qualität verfügen, ihrer einseitigen, verklärenden, manipulativen und ausnahmslos politisch motivierten Arbeit zumindest annähernd den Anschein von Qualitätsjournalismus zu verleihen. Die einzigen, die Kampagnen wie diese noch wirklich ernst nehmen, sind die kulturell und intellektuell verkümmerten Linksextremen der Nation, vornehmlich jene aus Antifa- und Indymedia-Gefilden. Das FR-Komplott ist daher vor allem eins: Ein hervorragendes Anschauungsbeispiel dafür, wie diese Kräfte die „Vierte Macht im Staate“, die Medien, unterwandert haben und zu missbrauchen versuchen.

Die allerbeste Nachricht

Am allerbesten ist auch das genau dort dokumentiert, wo das ganze Übel seinen Ursprung hat: Auf der Internetseite der Frankfurter Rundschau. Da wurde, freilich ebenfalls „spontan“, eine Umfrage zum Thema eingepflegt, deren Titel lautet: „Rassismus-Problem bei der deutschen Polizei, was kann dagegen helfen?“ Antwort A: „Anteil der Migranten unter Beamten sollte dem Anteil der Migranten an der Bevölkerung entsprechen.“ Antwort B: „Jeder Beamte muss regelmäßig Anti-Rassismus-Training absolvieren.“ Antwort C: „Eine unabhängige Beschwerdestelle muss gegen Beamte ermitteln und nicht Kollegen gegen Kollegen.“

In Günter Jauchs Sinne sei hiermit noch eine Antwort D hinzugefügt, die beim Publikums-Joker wohl weit über 90 Prozent Zustimmung erlangen dürfte: „Einfach keine Frankfurter Rundschau mehr lesen, dann löst sich das Problem – fürwahr! – von selbst“. Den Beweis dafür liefert übrigens ebenfalls – na, wer wohl? – die Frankfurter Rundschau, und zwar in Form ihrer sinkenden Verkaufszahlen. Und das ist unter dem Strich ohne Frage noch die allerbeste Nachricht.

Kommentar zum Thema: Linker Rassismus

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Marco Pino

(33) Readers Comments

  1. guter Artikel, Marco. Durch lesen eines Artikels in der FR habe ich von der Sache erfahren und mir gleich gedacht, das da etwas nicht stimmt.

  2. Ein kleine Anmerkung: in der BRD gibt es keine Pflicht, einen amtlichen Ausweis mitzuführen – keinen Ausweis dabei zu haben ist also weder ordnungswidrig noch strafbar noch irgendwas! Trotzdem sollte man natürlich einen dabei haben, wenn man vorhat, schwarz zu fahren und später nicht auf der Polizeiwache zu landen!

  3. Laut FAZ vom 09.11.2012 soll die Angelegenheit am kommenden Donnerstag auf der Stadtverordnetenversammlung thematisiert werden.

    Interessant ist, daß allein der Satz “Ihr seid hier nicht in Afrika” von den Grünen als rassistische Beleidigung angesehen wird während der “Nazi”-Vorwurf unkommentiert bleibt. Das kann man nicht mehr als Nachlässigkeit in der Beurteilung von Vorfällen sehen. Diese Art der Diskriminierung geschieht in voller Absicht.

  4. ich habe gestern die Aussage des vermeintlichen Opfers im TV gesehen und man konnte gut erkennen, das er lügt. Seine Körpersprache hat ihn verraten, den während er den Vorfall schilderte, rollten seine Augen oft nach oben links – reine Erfindung also! Sogar Richter kennen diese Sprache!
    Auge nach oben links – Erfindung
    nach oben rechts – Abrufen von Erinnerung

    Hauptsache die Deutsche sind alle Nazis!

  5. „Ihr seit hier nicht in Afrika“.

    seid wird mit “d” geschrieben

    blu: Danke für den Hinweis!

  6. Danke für den guten Artikel. Diese Art der Greuelpropaganda war im ersten Weltkrieg durchaus im Ausland gegenüber Deutschland üblich. Heute kommt sie vom Staatsfeind. Der LINKEN.

  7. Was dort genau vorgefallen ist, muss noch geklärt werden.

    Fakt sind jedoch die Verletzungen von Derege Wevelsiep.

    Bedenklich stimmt mich, dass hier jetzt nicht nur der Islam und Muslime, sondern auch dunkelheutige Deutsche attakiert werden. Der Artikel hätte so auch auf einer Netzseite der NPD stehen können.


    blu: Bei uns gilt im Kommentarbereich Meinungsfreiheit, daher lassen wir Ihren Beirtrag stehen, auch wenn der hart an der Grenze zur Beleidigung ist. Weder wird auf blu-NEWS “Hetze” (oder ähnliches) gegen Muslime, noch gegen Dunkelhäutige betrieben. In diesem Fall liegt eine außerordentlich einseitige Berichterstattung der FR vor, in der fast ausnahmlos die Sichtweise einer Seite zu Wort kommt. In diesem Artikel wird aufgezeigt, dass es zumindest viele gute Gründe gibt, an dieser Darstellung zu zweifeln. Kritisiert und angeprangert wird daher zuvorderst die FR, und das, wie wir finden, mit gutem Grund.

    Im übrigen steht ebenfalls im Artikel, dass, sollte es ein Vergehen der Polizisten gegeben haben, dies “keine Lappalie” wäre und verfolgt und bestraft werden müsse. Es ist die FR, die sich voreilig, bevor überhaupt nur Ermittlungs- und Untersuchungsergebnisse vorlegen, für eine Sichtweise entschieden hat. Diese offenkundig politisch motivierten Vorgehensweise ist in unseren Augen journalistisch inakzeptabel und wird hier deswegen zurecht kritisiert.

  8. beschwörte der FR-Redakteur ein weiteres Mal

    muss heißen: beschwor

    blu: Danke für den Hinweis!

  9. „Ihr seit hier nicht in Afrika“
    Sollte dies wirklich als Überschrift verwendet worden sein, würde ich mich mit dem Inhalt gar nicht mehr beschäftigen.

  10. Hallo, Sie haben recht. Wieder was gelernt. Es gibt eine Ausweispflicht in Deutschland, aber keine Mitführpflicht. Ich habe den entsprechenden Halbsatz gelöscht. Danke für den Hinweis.
    Am Inhalt des Rests ändert das allerdings nichts, mit einem Ausweis wäre das alles nicht passiert…

  11. Du meine Güte! Ab sofort rolle ich meine Augen immer ganz rundum! Zur Sicherheit mal schnell nach rechts, mal schnell nach links.
    Ich meine: Die Geschichte stimmt! So was kann man nicht erfinden.

  12. Nun ich hätte auch keinem Afrikaner der schlecht Deutsch kann geglaubt das er nen Deutschen Namen hat und bei Siemens arbeitet.

    Wer würde das glauben?

    Natürlich hauen Polizisten auch mal drauf.Die selben Polizisten könnten morgen auch paar Nazis zusammenschlagen.Vor Jahren lotsten Polizisten nach einer Demo Nazis auf eine einsame Wiese und dann gabs Knüppel auf den Kopp.

    ps:xx Stämmige Deutsche gibt es nicht sondern nur xx Stämmige mit Deutscher Staatsbürgerschaft.
    Deutscher,Pole,Russe etc.bezeichnet die Ethnie und die hat man durch seine Eltern.Oder gibt es Deutsche Eskimos?

  13. @Kommentator: “Der Artikel hätte so auch auf einer Netzseite der NPD stehen können.”

    Vermutlich kennen Sie die Netzseite der NPD besser, als die Meisten hier, die sich für braunes Gewichse nicht interessieren.
    Der Rest Ihres Kommentars ist pures Hirngespinnst.
    Wo glauben Sie gelesen zu haben, dass hier “dunkelheutige Deutsche attakiert werden”?
    Der Artikel bezieht sich einzig auf den einen, genannten Fall, nicht auf “dunkelheutige Deutsche” allgemein.
    Abgesehen davon, farbige Mitbürger sind nicht nur heute dunkel, sondern auch morgen. Somit sind sie dunkelhäutig, nicht dunkelheutig.

  14. Es heißt “Staatsangehörigkeit” statt “-bürgerschaft”. Ansonsten ist klar: Die FR war und ist ein linkes Blatt, das sich in die Mehrheit der hierzulande veröffentlichten Meinung einreiht (“Stern”, “Spiegel” usw.). Die Auffassung der Öffentlichkeit ist ganz anders, darf jedoch nur noch anonym bzw. hinter vorgehaltener Hand vorgetragen werden. Soviel zum Stand der grundgesetzlich verbrieften “Meinungsfreiheit” in Deutschland.

  15. Der deutsche Nachname des Äthiopias läßt gewisse Schlüsse zu:

    Asylantrag abgelehnt, eine Deutsche geheiratet und sich so das Bleiberecht gesichert. Scheidung und Import (?) einer Landsmännin.

    Wie bekannt, wurde und wird die Nummer sehr häufig durchgezogen.

  16. Nachtrag:

    Sollte natürlich Äthiopier heißen.

    Wenn man so sieht, wie Ausweiskontrollen in Afrika ablaufen, dann weiß man, welchen Ton die Klientel versteht. Den:

    https://www.youtube.com/watch?v=P1-YuxjdcvU&feature=related

  17. Oder gibt es Deutsche Eskimos?

    Wenn es sie bis jetzt noch nicht gibt … – dann sicher demnächst. Das Fehlen von ‘deutschen Eskimos’ ist ein unwiderlegbarer Beweis für die zutiefst rassistische und nazistische innerste Struktur des/der Deutsche/n. Frau Nargess-Eskimo-Grünberg wird demnächst ein novelliertes Integrationskonzept vorlegen, daß den Nachweis von mindestens einem Eskimo/einer Eskimose (oder ‘Eskimöse’??) in jedem Frankfurter Betrieb fordert, der mehr als 10 Beschäftigte aufweist. Ich hoffe zuversichtlich, daß auf diese Weise endlich der faschistoide Core deutscher Identität endlich mal gebrochen wird.

  18. @Melanie
    Das ist Körpersprache. Das passiert jedem, auch wenn es versucht wird zu unterdrücken.
    Also, wenn sie lügen, dann wird das bemerkt :-)

  19. aus dem FR Artikel:

    “… er ist in den 90er Jahren von einem Ehepaar aus Kriftel adoptiert worden, daher hat er seinen deutschen Nachnamen. Seine leiblichen Eltern sind in Äthiopien verschleppt worden, als er noch ein Teenager war.”

    Ich finde man sollte das ganze nicht auf die Hautfarbe reduzieren. Wenn ich mir vorstelle, dass irgendwelche Beamte in meine Wohnung eindringen um meinen Personalausweis zu suchen … wird mir schlecht.
    Und die Schuld dem Betroffenen zu geben (egal welcher Herkunft – spielt ja hier anscheinend eine sehr große Rolle), mit der Begründung “selbst dran schuld, Ausweis mitführen” ist ziemlich billig.

    Was mich noch sehr erschreckt hat:

    “Am nächsten Nachmittag stehen zwei Polizisten an seinem Bett, sie wollen seine Aussage aufnehmen. Als Wevelsiep auf seinen Gesundheitszustand verweist, werden sie ungehalten. Er lasse sich „nicht verarschen“, sagt einer der Polizisten. Erst auf Druck des Geschäftsführers von Sankt Katharinen gehen sie wieder.

    Wenig später stehen sie erneut am Bett, diesmal zu viert. Als Wevelsieps Verlobte sagt, sie sollten jetzt sofort gehen, da wollen sie ihren Ausweis sehen.”

    Falls das nicht zutreffen sollte, gäbe es sicherlich schon ein Dementi seitens der Klinik.

  20. Danke für diesen aufschlussreichen Artikel. Für jemanden, der weit vom Schuss ist und solche Meldungen nur am Rande wahrnehmen kann, trägt er wirklich dazu bei, sich ein eigenes Urteil zu erarbeiten. Dass die FR, deren begeisterter Leser ich in den 1970er Jahren war, inzwischen dem Orkus entgegen wirbelt, erfüllt mein ehemalig linkes Herz mit klammheimlicher Freude.

  21. @ Marco Pino

    Ich habe “attakiert werden” geschrieben und nicht von “Hetze” geprochen.

    Und wie erklären Sie die Verletzungen von Derege Wevelsiep?

    Wie erklären Sie seinen dreitägigen Krankenhaus Aufenthalt?

    Und weshalb nehmen Sie einseitig in dem Fall Stellung, werfen der FR aber genau selbiges vor?

    Auf PI findet sich heute folgender Kommentar zu Polizeigewalt:

    #127 vokabelsender (11. Nov 2012 00:49)

    “Aus
    http://www.nordbayern.de/ressorts/polizeischlagzeilen/umstrittener-polizeieinsatz-tochter-schildert-gewaltorgie-1.1890403
    und
    http://www.br.de/themen/aktuell/inhalt/prozess-polizei-rosenheim-schechen-polizeieinsatz100.html
    u. a.; auch das fernsehen berichtete darüber,
    stammen schilderungen, dass die rosenheimer polizei mit verhafteten nicht immer ganz zimperlich umgeht.

    Vielleicht will sie mit der neuerlichen aktion die anderen vergessen machen.

    Voriges jahr verhafteten 10 zivilpolizisten nach schlägen und tritten zwei alte leute, eine frau und einen mann.
    Sie suchten einen behinderten, der dort gar nicht mehr wohnte. Dann wollten sie in die wohnung der nachbarn und wollten den ausweis der frau sehen. Der ehemann kann dazu und die eltern der frau. Der vater war selbst mal polizist.

    Der opa war im würgegriff eines beamten, die tocher gefesselt auf dem Boden mit einem knie im rücken.
    Die oma wurde zu boden gerissen. Das konnten andere mieter durch ihren spion sehen. Sie konnte noch fotografieren, die polizisten löschten die aufnahmen, aber man konnte sie wiederherstellen.

    Die verhaftete familie wurde vor gericht gezerrt wegen widerstandes gegen die staatsgewalt. Weil das nicht aufrechterhalten werden konnte, stellte man den prozess wegen geringer Schuld ein. Die angeklagten bleiben auf den kosten sitzen.

    Kurz danach wurde dort ein 15jähriger von einem volksfest auf die wache gebracht. Der kopf an die wand geschlagen, das brachte ihm platzwunden und zahnschäden ein. Der chef der inspektion war auch dabei. Er wurde beurlaubt. Inzwischen ist er angeklagt.”

    http://www.pi-news.net/2012/11/pro-demo-munchen-seidensticker-festgenommen/

  22. Leute, verlinkt die Schmierenblätter doch nicht direkt, sondern schreibt lieber die Links im Klartext hin. Sonst gebt ihr denen noch Suchmaschinentraffic geschenkt.

  23. die augenbewegungen verraten wirklich, ob erinnertes abgerufen wird, oder erfunden. gehört zu den nlp basics.

  24. Ihr Beitrag lässt den Schluß zu, daß Sie einfach nur dümmlich-gepflegte Vorurteile raushauen möchten. Wenn Sie lesen würden, hätten Sie den familiären Hintergrund des W. kennen können.

    Aber wie bekannt ist, wird diese Nummer sehr häufig durchgezogen, getreu dem Motto: ich habe mir meine Meinung gebildet, komm’ Du mir jetzt nicht mit Tatsachen!

  25. Der Mann ist übrigens Deutscher.

  26. Hallo Kommentator,

    auf den auf PI geschilderten Vorgang werde ich hier nicht eingehen. Ich habe nie behauptet, dass es keine Verfehlungen von Polizisten oder Übergriffe gibt. Das muss man jedoch jeweils im Einzelfall beurteilen. Hier geht es um den Fall Wevelsiep.

    In dem Fall, zu Ihren Fragen: der erste Artikel kam in der FR am 6.11., unser Artikel kam erst Tage später, wir haben zur Vorbereitung unseres Artikels sehr wohl auch recherchiert und u.a. einen Polizeikommissar und einen Chirurg um Einschätzung des Sachverhalts gebeten. Beide wollten nicht namentlich genannt werden, daher floss ihre Einschätzung lediglich in unsere Bewertung des Falls ein, wurde aber nicht expliziert zitiert.

    Hier noch mal der Befund des Krankenhauses, aus der FR: „Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit, Prellung des Thorax rechts, Prellung des Knies rechts, Prellung der Hüfte rechts“.

    Die letzten drei Verletzungen, Prellung des Thorax rechts, Prellung des Knies rechts, Prellung der Hüfte rechts, sind demnach typische Erscheinungen bei gewaltsamen Festnahmen von Personen, die sich der Festnahme widersetzen (was nicht heißt, dass es so gewesen sein muss, was aber in jedem Fall eine mögliche Variante wäre). Typisch ist dabei, dass alle Verletzungen auf einer Körperseite verortet sind (eine Person wird gewaltsam zu Boden gedrückt, und erhält so diese Verletzungen an einer Körperseite während der Verhaftung). Dafür spricht auch, dass es sich nur um Prellungen handelt, nicht um Knochenbrüche, Wunden, Schürfwunden, Schlagwunden (Hämatome, Blutergüsse, etc). Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch, wie schon im Text geschildert, dass Wevelsiep behauptet, mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden zu sein, ohne dass entsprechende Spuren im KKH-Bericht auftauchen. Schon das lässt an der Darstellung zweifeln.

    Übrigens würde laut Aussge des Arztes keine dieser drei Verletzungen einen Krankenhausaufenthalt rechtfertigen. Der Grund dafür kann nur die “Gehirnerschütterung mit Bewusstlosigkeit” sein. Hier ist es aber so, dass wiederum nichts festgestellt wurde (Kopfverletzung, Hämatom, Bluterguss, “Beule”), was diese Verletzung rechtfertigen würde. Der Befund besteht also sehr wahrscheinlich auf der Aussage des Patienten gegenüber den Ärzten im KKH, dass er Schmerzen habe und bewusstlos war. Wenn jmd in ein KKH geht und dergleichen aussagt, wird er selbstverständlich zur Beobachtung dort behalten, ob es nun äußerliche Zeichen gibt, oder nicht, schon alleine aus ärztlicher Fürsorge. Verwunderlich ist aber ferner, auch das steht im Text, dass dort nicht geschildert wird, wie diese Verletzung zustande kam.

    In der Summe erscheint die Darstellung daher zumindest fragwürdig. Man kann sie, wenn man politisch geneigt ist, einfach so übernehmen, wie es die FR getan hat. Oder man kann hinterfragen, warum das alles nicht so ganz zu der Darstellung der Ereignisse passt, wie wir es getan haben. In jedem Fall aber kommen hier beide Darstellungen in dem Text zu Wort, es wird nicht gesagt, es sei anders gewesen, sondern vielmehr, dass es aufgeklärt werden muss, dass man nicht genau sagen kann, wie es wirklich war (siehe dazu auch meinen neuen Kommentar dazu), dass aber aus den aufgeführten Gründen die Darstellung Wevelsieps zumindest partiell widersprüchlich erscheint.

    Es ist die FR, die Wevelsieps Darstellung am 6.11. unreflektiert in einen ellenlangen, subjektiven und mit NSU-Verweisen gespicktne Artikel übernommen hat und dabei offenbar (siehe die Facebook-Kampagne) politische Ziele verfolgte, um dann am 7.11. kurz und knapp unter der Überschrift “Aussage gegen Aussage” nachzureichen, dass es ja auch noch eine andere Version der Geschichte gibt.

    Das ist kein Qualitätsjournalismus. Das ist übheraupt kein Journalismus. Und das steht im Zentrum unserer Kirtik.

    Ich hoffe, das beantwortet ihre Fragen. Ich möchte jetzt nämlich in Ruhe, wie es sich für Rechtspopulisten gehört, die MTV EMA live aus Frankfurt schauen.

    Grüsse.

  27. Ihr Kommentar, verehrter Kommentator, ist nichts, als ein blindwütiges Vermengen von Sachverhalten und außerdem so wirr, dass sich die Frage stellt, ob Sie den falschen Stoff genommen haben, oder die falsche Menge.
    Was haben die von Ihnen aufgezählten Ereignisse in Rosenheim, München u.s.w. mit dem vorliegenden Fall zu tun? Absolut nichts!
    Erkennen Sie nicht, dass diese Fälle keinerlei Verbindung zueinander haben, und somit nichts beweisen?

  28. Eine mögliche Erklärung für die fragliche Verletzung des Herrn Wevelsiep könnte Selbstverletzung heißen.
    Ich weiß aus eigener Erfahrung zu berichten, daß es tatsächlich Menschen gibt, die zum Zwecke der falschen Beschuldigung so lange mit dem Kopf gegen die Wand schlagen, bis entsprechend vorzeigbare Wunden aufgetreten sind. Daraufhin klagte mich der Mann an, ich hätte ihn so zugerichtet.
    Nur dank mehrerer Zeugen konnte ich dem Vorwurf entgegen, ein brutaler Rassist zu sein.
    Ob der Herr Wevelsiep auch eine Stategien angewendet hat, sollte zumindest in Erwägung gezogen werden.

  29. Wann wäre denn Zeit für Selbstverletzung gewesen?
    Es ging aus den Fängen der Polizei in die Obhut des RTW. Ich weiß, jetzt kommt von Ihnen sicherlich, dass man in Erwägung ziehen sollte, dass das Rettungsdienstpersonal mit dem Lümmel unter einer Decke steckt! Wer weiß wo die herkommen… ;-)

  30. timsen, es reicht bereits ein einziger heftiger Kopfstoß gegen die Wand, um Bewußtlosigkeit herbeizuführen. So ein Vorgang benötigt lediglich 1 Sekunde.
    Mir liegt indessen nichts an Unterstellungen.
    Wollte nur davon Kunde geben, daß manche Dinge ganz bizarre Ursachen haben können, auf die halbwegs normal denkende Menschen im Traum nicht kommen, eben weil sie so unvorstellbar sind.
    Im übrigen habe ich keine Ahnung, wer in der beschriebenen Angelegenheit die Wahrheit sagt und deshalb bilde ich mir auch kein Urteil zu diesem Fall.

  31. Jeder sollte vorsichtig sein was er von sich gibt,denn nur die Beteiligten selbst wissen was wirklch vorgefallen ist,einschließlich eventuell vorhandener Zeugen.Jeder sollte die Arbeit der eingeschalteten Staatsanwaltschaft überlassen.Meine Meinung ist,das der Bürger die Polizei und die Polizei den Bürger braucht.Denn Zusammenhalt macht stark,gegeneinander macht die Menschen schwach und und anfällig.Das die gesunden den kranken,die starken den schwachen und die reichen den armen helfen.Jeder darf nur nach seinem Charakter und nicht nach Hautfarbe,Religion,Nationalität,Lesbisch oder Schwul beurteilt werden.Jeder sollte ohne Vorurteile sein.Solche und solche gibt es überall auf der Welt.Man sollte nie alle über einen Kamm scheren.Meine bitte an alle.Vertragt euch,denn das Leben ist viel zu kostbar und zu kurz.Denkt bitte in einer stillen stunde drarüber nach.Danke.

  32. Na gut…ich sehe den Unterschied zwischen einem bürgerlich-konservativem und einem rechts-populistischen Blog irgendwie noch erhalten. Und zu dem Fall standen / bestehen angesichts der schwierigen Aussagenlage sicherlich viele mögliche Perspektiven, die sich plausibel einnehmen lassen. Aber zwei Dinge können und sollten gerade einem bürgerlichen Lager klar sein, dass Rechtsstaatlichkeit zu schätzen wissen sollte: Es kann 1.) nicht abgesprochen werden, dass polizeiliche Dienstaufsichtsbeschwerden oder Strafanzeigen von Gewaltbetroffenen strukturelle Riegel vorgeschoben sind. Das beginnt bei einer mangelnden Auszeichnungspflicht der Beamten (Name oder Nummer), geht über die bewährte Praxis Strafanzeige und Gegenanzeige (manches Mal ganz explizit mit dem Zweck der Verleumdung) und hört bei der Tatsache, dass durch alltägliche Zusammenarbeit “verbrüderte” Staatsanwälte und interne Ermittler gegen potentielle Gewalttäter in Polizeireihen ermitteln sollen. Gerade letzter Fakt sollte erhellen, warum nur so wenig Strafanzeigen gegen Polizisten überhaupt zu Strafverfahren werden. Und 2.): JedeR mit PolizistInnen (seien es Streifen- oder Bereitschafts, oder Komissariatsbeamte) im Freundeskreis kann sich bei diesen vergewissern, welche Tatbestände erfüllt sein müssen, die es den Beamten erlauben eine Person (ohne Gefahr im Verzug und dergleichen) in Handschellen abzuführen – zudem noch wegen einer einfachen Personenidentifikation. Eine verbale Beleidigung reicht dafür ganz sicher nicht aus! Zu mal Wevelsiep der Kontrolleurin mit dem “Wir-sind-hier-nicht-in-Afrika” – Spruch mit einem “Sie Nazi” geantwortet haben soll, sondern mit dem Hinweis, dass man hier und jetzt genauso wenig in Nazi-Deutschland sei. Dieser feine Unterschied in der Sprache muss natürlich ausgeblendet werden, wenn sich das verängstigte aber gut behühtete bürgerliche Bewusstsein daran aufhängen will, wenn eine linksliberale Zeitung in einem Polizeigewaltsfall die strukturell benachteiligte Position der vermeindlichen Opfers einnimt. Wie dem auch sei…Dass in Deutschland keine Pflicht besteht einen Ausweis mitzuführen haben andere Kommentatoren hier ja schon festgehalten (lediglich muss Beamten auf Anfrage Wohnsitz und Name mitgeteilt werden, ganz ohne Ausweis). Diese beiden, eingangs genannte Einwände gegen die offizielle Darstellungsweise der Polizei Frankfurt haben nicht mal unbedingt mit dem konkreten Fall Wevelsiep zu tun. Dass gegen zwei der vier Beamten schon mal eine Strafanzeige gestellt wurde (freilich abgeschmetter) sollte auch der geneigten Leserschaft dieses Blogs zu denken geben…Denn Fragen des Polizeirechts, was Beamten wann erlaubt ist und was nicht, sowie Fälle von ungerechtfertigter und/oder übertriebener Polizeigewalt, tangieren jeden Staatsbürger – ganz sicher auch ungeachtet der Hautfarbe. Vielleicht ist das Wissen ja noch da…die Basis für ein zentralisiertes, legitimes Gewaltmonopol im Staat(sbeamten) ist, dass diese Gewalt nie ungerechtfertig oder über die Maße ausgeübt wird. Wäre es anders, stünde das Staats-Bürgerverhältnis in Gänze zur Disposition. Das ist Basiswissen Gemeinschaftskunde 10. Klasse, liebe Leute, und sollte insofern eine Selbstverständlichkeit sein. Wer aufgrund der miefigen, unlogischen Stellen in der polizeilichen Darstellung des Falls Wevelsieps nicht skeptisch wird, sollte nachdenken, oder zu dem Thema besser schweigen.

  33. Vielen Dank für die Nachhilfe in Sozialkunde, so nennt man das im bildungsfernen Bayern. Und Danke Herr Lehrer, dass Sie uns aufklären über all die angeblichen Ungereimtheiten, die sich bei näherem Hinsehen als Luftblase präsentieren. 1. Was gesagt und nicht gesagt wurde wird naturgemäß in solchen Fällen von jedem Beteiligten subjektiv zum eigenen Vorteil dargestellt. 2. Geht es im Artikel eindeutig darum, die einseitige Hetzjagd auf Polizisten darzulegen und die Rassismiuskeule. 3. Sollte auch für Polizisten bis zu einer Verurteilung die Unschuldsvermutung gelten (vorliegende Strafanzeigen, die nicht verfolgt wurden) 4. Kann ich subjektiv nicht erkennen, dass Polizisten generell durch die Saatsmacht geschützt werden, eher empfinde ich eine Kuscheljustiz gegenüber Bürgern mit Migrationshintergrund, die jeglicher menschlicher Vernunft widerspricht. 4. Funktioniert auch ihr letzter Satz hier nicht, wir lassen uns hier im freien Deutschland von Gesinnungsdiktatoren keinen Maulkorb auferlegen und denken was wir denken wollen, das Nachdenken und Schweigen vielleicht mal selber versuchen? :-) Und vielen Dank für Ihren Freispruch, hier handle es sich nicht um einen rechtspopulistischen Blog, meine Güte, man stelle sich vor: RECHTS und POPULISTISCH, ich könnt ja keine Nacht mehr schlafen, aber sooooo, mit Ihrer gnädigen Bewertung zum bürgerlich konservativen Blog, geht’s mir wieder gut. Danke, wirklich, was hätte ich nur ohne Sie getan?

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