Münchner Freiheit: Die Arbeitsweise und Verschleierungstaktik der Linken und ihres Lehrmeister Saul Alinsky und warum man sie kennen sollte

Soll bei richtiger Anwendung der Regeln für Radikale am Ende erobert werden: Das Rathaus; hier in München  (Bild: blu-News)

Soll bei richtiger Anwendung der Regeln für Radikale am Ende erobert werden: Das Rathaus; hier in München (Bild: blu-News)

blu-News wird in den kommenden Wochen und Monaten mit einer Artikel-Serie über die politische Linke und dabei insbesondere  über die linke Szene in München berichten. Als Auftakt stellen wir den Lesern den linken Vordenker Saul Alinsky in aller Kürze vor. Sobald man diesen auch nur in Ansätzen kennt, wird man die Taktik, die Strategie und die dahinter stehende Gedankenwelt besser verstehen.

Der politischen Linken ist es in den letzten Jahrzehnten gelungen, sich einen Schafspelz überzuziehen. Mit viel Kreide im Rachen werden die Ziele von Revolution und Umsturz in eine bürgerliche, verschleiernde und verharmlosende Sprache verpackt. Mit dem dazu passenden Verhalten gibt man sich den Anschein einer demokratischer Gesinnung.  Als Linke wird hier das gesamte als links zu betrachtende Spektrum verstanden. Wer die Vorgehens- und Funktionsweise dieser Strategie verstehen will, muss den geistigen Vater dieser Vorgehensweise kennen. Sein Name: Saul Alinsky.

Vor allem sein Buch „Rules for Radicals“ ist die Bibel der Linken, die auf den Marsch durch die Institutionen setzt. Alinsky widmete dieses Buch Luzifer, der aus Sicht von Saul Alinsky der erste Radikale war. Der Widmungstext lautet:

“Wie könnten wir wohl eine kleine Würdigung des allerersten Radikalen vergessen: Aus all unseren Legenden, Mythen und der Geschichte — und wer weiß schon genau, wo Mythen enden und die Geschichte beginnt, oder was davon was ist — ist uns der erste Radikale bekannt, der gegen das Establishment rebellierte, und das so effizient, daß er immerhin sein eigenes Königreich eroberte — Luzifer.“

Gemeinwesenarbeit und seine wirkliche Bedeutung

Bereits 1946 schrieb Saul Alinsky in seinem Buch „Reveille for Radicals“ („Weckruf für Radikale“) über die Grundsätze und die Taktik des „community organizing“, oder zu Deutsch Gemeinwesenarbeit und ergänzte diese Jahrzehnte später mit seinen Anweisungen für Radikale (Deutsch: „Anleitung zum Mächtigsein“). Dabei sprach er von einer Massenbewegung, die die Welt verändern werde. Es gehe um nichts geringeres als um Revolution (Rules for Radicals; Seite 2).

Dass es sich dabei um eine Revolution hin zu Sozialismus und Kommunismus handelt, wird bei der Zukunftsperspektive Alinskys klar, die darauf hinauslief, „die Produktionsmittel werden allen anstatt einigen wenigen Wettbewerbsfähigen gehören“ (Reveille for Radicals, Seite 25).

Richard Poe, ein ausgewiesener Kenner Alinskys, schreibt über dessen Verständnis von Revolution: „Alinsky betrachtet die Revolution als langsamen und Geduld erfordernden Prozess.“ Zu diesem Prozess gehört neben einer den Gegner lähmenden Taktik auch der Ansatz, Institutionen wie Kirche, Behörden, politische Gremien, Bürgerinitiativen und ähnliches zu infiltrieren.

Alinsky wollte mit seinen „Rules for Radicals“ bestimmte Sachverhalte und generelle Vorgehensweisen für die Veränderung als ein Schritt hin zu einer Wissenschaft der Revolution darlegen (Rules for Radicals, Seite 7). Er bezeichnete dieses 1971 erschienene Buch als das Gegenstück zu Machiavellis Werk Ill Principe (Der Fürst). Wie Machiavelli so sieht auch Alinsky – und in der Folge auch die ihm folgende Linke – die Zielerreichung durch politisches Handeln nicht durch die Fragen von Moral und Anstand beschränkt. Der Zweck der Machtergreifung heiligt nach Alinskys Ansicht jedes Mittel, so zum Beispiel die Lüge (Rules for Radicales, Seite 29, siehe auch Seite 24).

Wie man den Gegner zerstört – und andere manipuliert

Die Lüge etwa soll dazu eingesetzt werden, den politischen Gegner zum „100 prozentig Bösen“ zu erklären und bei dieser Beschreibung auch nicht ein kleines Stück abzuweichen oder sie abzuschwächen, was „politisch idiotisch“ sei (Rules for Radicals, Seite 134). Bevor der Mensch handele müsse er durch den Organisierer, den Gemeinwesenarbeiter, erst davon überzeugt werden, dass man selbst auf der Seite der Engel stehe, während der Gegner voll und ganz als das Böse anzusehen ist (Rules for Radicals, Seite 29).

Alinsky sieht die Notwendigkeit den Gegner als (vereinzeltes) Ziel herauszupicken, der Reaktionsmöglichkeiten zu berauben und jede Attacke auf dieses Ziel zu konzentrieren. („Pick the target, freeze it, and personalize it; Rules for Radicals, Seite 130). Dabei muss eine Person als der Gegner, ja Feind der Gesellschaft auszumachen sein. Gegen diese eine Person, der ein Gesicht zugeordnet werden muss, richtet sich dann die Wut der Massen. Es geht Alinsky darum, denjenigen herauszupicken, der im Sinne des Gemeinwesenarbeiters (GWA) als der Schuldige an einer Schieflage zu gelten hat und für die Gesellschaft die Personifikation der Angst darstellt (Rules for Radicals, Seite 130).

Der Gemeinwesenarbeiter als Gott

Durch das Aufladen bestimmter Fragestellungen wie zum Beispiel im Kampf gegen den Rechtsradikalismus sollen bestimmte Antworten vorgegeben und dem Gegenüber entlockt werden. Dadurch kann der Gemeinwesenarbeiter (GWA) die Entscheidungen der Organisation in eine bestimmte Richtung lenken („Reveille for Radicals, Seite 44). Seine rhetorische Frage, ob derartiges Vorgehen Manipulation sei, beantwortet Alinsky sehr viel später in seinem Werk „Rules for Radicals“ freiherzig mit einem „Selbstverständlich!“ (Seite 92).

Zur Manipulation gehört es auch, den politischen Gegner der Lächerlichkeit preiszugeben (u.a. Rules for Radicals, Seite 138).
Der GWA zielt nach dem Willen Alinskys darauf ab, „wahrhaft nach dem höchsten von Menschen zu erreichendem Niveau zu streben, zu schaffen, ein großartiger Schöpfer, Gott zu sein (Rules for Radicals, Seite 61). So lächerlich dies für einen Menschen mit gesundem Verstand anhört, so ernst, so entschlossen und kompromisslos ist das gemeint.

Um durch Manipulation der „Schöpfer“ zu werden, werden Konflikte nicht etwa gelöst, sondern müssen immer weiter vorangetrieben werden. Denn nur durch die ständige Konfrontation, das bestehende und meist als immer größer werdend beschriebene Problem, ist die Manipulation und der Gewinn von Macht möglich.

Der wahre Radikale soll gesittet auftreten

Mit zu dieser Manipulation gehört auch der Ansatz, vermeintliche Menschenrechte in der Diskussion weit oberhalb solcher Rechte wie Eigentum anzusiedeln. Damit soll der sozialistische Ansatz eine bestimmte (vorher isolierte Gruppe) um die Früchte ihrer Arbeit zu bringen, nach außen durch einen anscheinend hehren Grundsatz gerechtfertigt werden und Widerspruch unmöglich gemacht werden.

Doch dabei darf der Radikale keinesfalls als solcher auftreten. Vielmehr soll der Gemeinwesenarbeiter (GWA) sich einer Sprache bedienen, die die Mittelklasse beruhigt und keinesfalls als abstoßend empfindet. Der GWA muss die Ablehnung der Mittelklasse, die man erst in einem längeren Prozess für die eigenen Anliegen radikalisieren will, auf jeden Fall vermeiden. Die von Alinsky empfohlene Taktik ist es, deren Aversion gegen Unhöflichkeit, vulgäre Ausdrucksweise und Konflikt zu akzeptieren. “Beginne bei ihnen ganz harmlos; schrecke sie nicht ab” (Reveille for Radicals, Seite 93; Rules for Radicals, Seite 195).

Mit der größte Schrecken wohnt für Alinsky in der Möglichkeit inne, der politische Gegner könne einen Kompromiss anbieten. Darauf muss der Radikale stets mit der entsprechenden Abwehrhaltung vorbereitet sein. Denn wie beschrieben hat das gelöste Problem sein Potential zur Machtgewinnung durch den radikalen Gemeinwesenarbeiter verloren. Dem Radikalen darf es aber nicht um Kompromiss mit der Opposition, sondern nur darum gehen, diese Stück für Stück zu zerstören (Reveille for Radicals, Seite 150). Eine Volksorganisation sei daher auf ewigen Krieg eingerichtet, bei dem es nicht um Kompromiss, sondern um Leben und Tod gehe (Reveille for Radicals, Seite 133 f.).

Der Gemeinwesenarbeiter darf nie zufrieden sein

Daher müsse der Radikale, der Gemeinwesenarbeiter immer auf der Hut vor einer durch die Opposition vorgeschlagenen konstruktiven Lösung sein. Darauf einzugehen komme einer Kapitulation gleich und stelle daher eine Falle dar (Rules for Radicals, Seite 130). Zugleich müsse der Radikale eine Vielzahl von Problemen präsentieren, denn viele Streitfragen bedeuten „Aktion und Leben“ für die Aufgabe der Machtgewinnung. Dies ist der Grund, warum sich viele Radikale in den Organisationen die sich der Ausländer und Flüchtlingspolitik sowie Umwelt-, Wohnung-, Bildungs- und Kulturpolitik widmen.
Dem gleichen Zweck des ewigen Krieges dient es, sich als Radikaler nicht zufrieden zu geben. Daher darf der Radikale jede Maßnahme – und sei sie noch so weitgehend – immer nur als einen Schritt in die richtige Richtung bezeichnen.

Diese Bausteine sind dann selbstredend gerade solche Maßnahmen, die dem Gemeinwesenarbeiter (GWA), dem Radikalen, weiteren Einfluss und Einkünfte verschaffen. Der bereits erwähnte Poe berichtet: „Als Präsident Johnson seinen ‘Krieg gegen die Armut’ begann, infiltrierten Verbündete Alinskys das Sozialprogramm und leiteten Geld in Projekte Alinskys um.“

Wie sehr es linken Organisationen auch in Deutschland gelingt, Geld des Steuerzahlers auf die eigenen die Gesellschaft der Bürgerlichkeit zermalmenden Mühlen zu leiten, werden wir noch im Laufe unserer Serie sehen.

Original der Widmung:

“Lest we forget, at least an over the-shoulder acknowledgement to the very first radical from all our legends, mythology and history — and who is to know where mythology leaves off and history begins or which is which? The first radical known to man who rebelled against the establishment and did it so effectively that he at least won his own kingdom: Lucifer”

Lesen Sie auch bei blu-NEWS: Wie in München Extremisten Alinskys „Anweisungen für Radikale“ umsetzen und Einfluss in der Stadtverwaltung und den Parteien gewinnen – und dabei Unterstützung durch Oberbürgermeister Ude erhalten. Ude, Alinsky, Liebe und städtisches Geld

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Christian Jung

In seiner Kolumne Münchner Freiheit kommentiert Christian Jung den alltäglichen Wahnsinn in Bayern und dem Rest der Welt. Alle Artikel...

(6) Readers Comments

  1. “…. so effizient, daß er immerhin sein eigenes Königreich eroberte — Luzifer.“

    Nicht zu fassen, was manche an der Waffel haben. Aber nachdem der linksextreme Tobias-Raphael Bezler als Sachverständiger (KgR *) im bayerischen Fernsehen auftritt wundert mich gar nichts mehr. Die faschistoiden *-sozialisten ziehen ihr Ding durch.

    * Kampf gegen Rächz

  2. Während ich den Text las, hatte ich stetig die Gesichter von Frau Roth und Herrn Özdemir vor meinem geistigen Auge.

    Ich kann mir kaum erklären warum…

  3. Ich darf darauf hinweisen, daß es im aktuell größten Skandal Friedrich und Westerwelle sind, die sich gen Mekka in den Sand werfen.

  4. Beim Friedrich ist das Taqiya und zum Westerwelle schreibe ich lieber nichts.

  5. Ich bin mir relativ sicher, dass mit ziemlicher Sicherheit das thematisierte Buch weder bei Friedrich noch bei Westerwelle im Regal zu finden ist. Bei Roth und Özdemir bin ich mir da weit weniger sicher.

    Die Duckmäuserei unserer nahezu gesamten “Elite” ist wiederum ein anderes Thema.

  6. Pingback: Ausbeuterische jüdisch-orthodoxe Eigentümer abbruchreifer Häuser und ihre Mieter | Criticomblog

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