Gesellschaft News — 30 Juli 2012

Das frühere NPD Mitglied steigt aus der rechten Szene aus und verlässt PRO-NRW

Andreas Molau (in der Mitte): (Bild: Kontraesan; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

Wie der NDR berichtet, steigt Andreas Molau aus der rechten Szene aus. Laut dem Bericht soll Molau mit dem niedersächsischen Verfassungsschutz Kontakt aufgenommen haben. Er nimmt ein Aussteigerprogramm in Anspruch, wie der Verfassungsschutz bestätigte. 

Nur ausnahmsweise hat der Verfassungsschutz die Meldung bestätigt, da Molau selbst den Weg in die Öffentlichkeit gewählt hat.

NSU-Morde nicht zugetraut

Der politische Weg des Andreas Molau war über die NPD zu PRO NRW ein zeitlich sehr langer. Aber nun will er wohl endgültig damit brechen. Der ehemalige Walddorflehrer spricht laut NDR sogar davon, wieder als Lehrer tätig sein zu wollen. “Wenn ich wieder einen Weg zurück in die Gesellschaft haben will, dann kann der nicht gerade sein. Ich kann mich nicht morgen vor eine Klasse stellen, um zu sagen: ‘Es ist nichts gewesen.’ Aber es muss eine Chance geben, wenn auch in Etappen.”

Molau sprach von einer skurrilen Szene, der er die NSU-Morde nicht zugetraut habe. Die Fähigkeit zur Konspiration und zur Organisation habe ihn überrascht.

PRO-NRW-Stellungnahme wenig glaubhaft

Den Anstoß zum Ausstieg sei die Aschermittwochsrede Udo Pastörs gewesen, dem Vorsitzenden der NPD-Fraktion im Schweriner Landtag, deren Mitarbeiter Molau war. PRO-NRW teilt derweil mit, der Vorsitzende Markus Beisicht habe Molau zum Austritt aus der Partei gedrängt. Schon aufgrund der Abfolge der Ereignisse und Meldungen ist das allerdings wenig glaubhaft. Da der Schritt angeblich dazu dienen sollte, um Angriffen gegen Beisichts Organisation die Spitze zu nehmen, ist zumindest verwunderlich, warum der PRO-NRW nicht sofort damit an die Öffentlichkeit trat, sondern bis zur Veröffentlichung des Ausstiegs von Molau wartete.

PRO NRW war auch im letzten Bundesverfassungsschutzbericht als Verdachtsfall erwähnt. Wie berechtigt dieser Verdacht ist, dürfte jetzt für die Verfassungsschutzämter noch deutlich nachvollziehbarer werden. (CJ)

Kommentar zum Thema: Spitze des Eisbergs?

Artikelbild: Andreas Molau (in der Mitte): (Bild: Kontraesan; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)

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blu-NEWS

(3) Readers Comments

  1. “PRO NRW war auch im letzten Bundesverfassungsschutzbericht als Verdachtsfall erwähnt. (blu-News berichtete). Wie berechtigt dieser Verdacht ist, dürfte jetzt für die Verfassungsschutzämter noch deutlich nachvollziehbarer werden. (CJ)”

    Ihr habt ja keine Ahnung^^

    Herr Molau hatte sich schon längst vom braunen Gedankengut entfernt als er zu Pro NRW kam. Das weiß jeder der interne Einblicke gehabt hat oder sich mal persönlich mit dem Mann unterhalten hat. Der hat ein so liberales Weltbild vertreten, dass er sehr gut hier zu blu-news gepasst hätte. http://www.freiheitlich.me/?p=6505
    Und das hat sogar der Verfassungsschutz wahrgenommen. Schließlich steht in dem VS-Bericht lediglich im Focus, dass pro NRW mittels der Islamkritik gegen Muslime hetzt. Das heißt, nicht die Ex-NPDler sind der Anstoß des Verdachtes, sondern einzig und allein die offensive Islamkritik!

    Und deswegen ist es auch völlig egal was nun eher da war, das Huhn oder das Ei. Egal, Fakt ist, dass nun ein Hindernis der Einigung weg ist, denn auch wenn Molau politisch schon längst geläutert war, so hat man ihm doch immer wieder seine Vergangenheit vorgeworfen. Auch hier immer wieder!

    Ich persönlich kann Molau schon verstehen, denn seine bürgerliche Existenz wird er nur so wieder erlangen können, denn egal ob man Mitglied bei Pro NRW oder der Freiheit ist, man wird immer von den Altparteien als das Böse schlechthin dargestellt werden. Einem Mann der dazu noch eine NPD-Vita hat, trifft es da natürlich besonders schwer.

  2. Hab den Verfassungsschutzbericht bzgl. Pro-NRW gelesen, ebenso die Erwiederung von Beisicht auf PI-news. Die Differenz war interessant, Beisicht hat viele Punkte im Bericht widerlegt oder es zumindest versucht, nur nicht die Punkte, die sich auf Molau bezogen, dazu hat er geschwiegen. Mein Gedanke damals: Also hat der VS in Bezug auf Molau recht. Um so besser, dass der jetzt Pro-XX verlässt. Wenn es so weitergeht könnt es noch was werden.

  3. Armin Flur:

    Worauf hoffen Sie denn da? Mal abgesehen davon, dass bei Pro noch andere braune Flecken herumgeistern, hat diese Partei doch niemals eine Chance, aus dem 1,X – Ghetto zu entweichen.

    Wer mit so dümmlichen Sprüchen wie “Abendland in Christenhand” Wahlpropaganda macht, hat doch allenfalls die Chance, ein paar Versprengte von der PBC abzuwerben :-)

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