G. Andreas Kämmerer: Gedanken zu den Raumdieben im Westend

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Und wieder etwas “Linkes”, das die Welt nicht braucht: Das “Institut für vergleichende Irrelevanz” in Frankfurt (Bild: Gemeinfrei)

Der menschliche Geist folgt eigenartigerweise Gesetzmäßigkeiten, die sich mit den Gesetzen der Physik vergleichen lassen. So führt die geistige Trägheit oftmals zu dem Beharren auf einem Standpunkt, ungeachtet seines Wahrheitswertes. Beschließt zudem eine Ansammlung zum Denken befähigter Organismen, für längere Zeit auf einem falschen Standpunkts zu beharren, dann führt dies – ähnlich wie in der Physik – zu einer Massenzunahme, so dass der falsche Standpunkt immer schwerer wiegt, bis sich keiner der Beteiligten mehr in der Lage sieht, sich dem Schwerkraftfeld der Unvernunft zu entziehen. Jenes Beharrungsvermögen führt dann zu einem stetigen Hin- und Herpendeln der Beteiligten um den immer gleichen Mittelpunkt, der alle Beteiligte in die falsche Richtung zieht: Ein Pendel der Dummheit, so könnte man sagen.

Gefährlich wird diese Situation, wenn das schwarze Loch der Unvernunft eine gesellschaftlich relevante Größenordnung erreicht hat, so dass Wissenschaft, Kultur und Politik davon magisch angezogen, ihre Energien im Nichts verpuffen lassen und in der Folge das arbeitende Volk Millionen über Millionen Euro Steuergelder völlig nutzlos in einem Kraftfeld der Sinnlosigkeit verschwinden sehen. In Frankfurt am Main ist eine solche Situation über 10 Jahre lang unter der Duldung von Universität und Politik entstanden. Davon soll und muss im Folgenden die Rede sein.

Doch zuvor muss ein kurzer Abstecher in die europäische Kulturszene die handelnden Akteure in diesem Frankfurter Trauerspiel zusammenführen helfen. Dabei spielt ein Roman des italienischen Autors Umberto Eco eine Rolle, in welchem, sozusagen als rationales Gegenmodell zu dem eingangs gezeichneten Pendel der Dummheit, ein Pendel der Vernunft eine Hauptrolle spielt: „Das Foucaultsche Pendel“, so der Name des Romans und eines sehr klugen Experiments aus dem Jahre 1851, mit dessen Hilfe die Drehung der Erde um sich selbst im Feld der Schwerkraft nachgewiesen werden konnte.

Institut für vergleichende Irrelevanz („IvI“)

Als Umberto Eco sein wohlfundiertes Buch schrieb, das neben der Schwerkraft und der Erdrotation auch Verschwörungstheorien und vielerlei Themen aus der europäischen Kultur- und Wissenschaftsgeschichte zum Gegenstand hat, hätte er es sich trotz seiner universellen Bildung und seiner sprühenden Phantasie und Intellektualität wohl niemals vorzustellen vermocht, dass eines Tages das Gravitationszentrum für intellektuelle Dummheit mitten in Frankfurt, Kettenhofweg 130, seinen Mittelpunkt finden und dafür seine Namensidee auf dem Türschild prangen würde. Denn wäre Eco mit dieser Weitsicht begabt gewesen, dann hätte er Vorsorge getroffen, um seine im Buch begründete „Fakultät für vergleichende Irrelevanz“ vor jenen Frankfurter Namens- und Ideendieben zu schützen, die seit 10 Jahren als Gewohnheitsdiebe 1000 Quadratmeter öffentlichen Räumlichkeiten geraubt haben, ohne je einen Cent Miete dafür zu entrichten.

In jenem Zentrum angewandter methodologischer Asozialität („Wege finden, ohne Arbeit an Geld zu kommen“) reklamieren die Raumdiebe seit der illegalen Gründung unter dem gestohlen Namen „Institut für vergleichende Irrelevanz“, die Vernunft für die eigene Gemeinschaft gepachtet zu haben und in der Folge im Kettenhofweg 130 für Frankfurt und für die Welt entscheiden zu können, welche Wissenschaft mit richtigem Wissen und welche Wissenschaft mit falschem Wissen zu tun habe. Und wer sich folglich für den erkenntnistheoretischen Nabel der Welt hält, kurz, wer meint, der Schlaueste unter den Schlauen zu sein, der denkt natürlich in jenen moralischen Kategorien, dass immer Dumme zu finden sind, die 10 Jahre lang die fremde Zeche zahlen und nach der Party den Abwasch und den Müll entsorgen werden.

Bisher waren die Dummen der Steuerzahler und die Universität Frankfurt. Denn 1000 Quadratmeter öffentlicher Raum muss erst einmal geplant, gekauft und gebaut werden. Dafür stand der Steuerzahler gerade und Unternehmer, die Arbeit und Wirtschaft erst ermöglichen.

Nun hat die Universität einen Weg gefunden, das Problem elegant aus dem Weg zu räumen: Sie verkaufte die Räume inklusive Wohnungsdiebe an das Unternehmen Franconofurt AG. Der Deal war marktwirtschaftlich kein Gewinn, konnte doch das kulturell links-grün-kontaminierte Objekt auf dem freien Markt nur für die Hälfte des eigentlichen Marktwerts verkauft werden. Der bürgerliche Schaden durch linksradikale IvI-Asozialität liegt somit bei 50%. Ein zusätzlicher Verlust in Millionenhöhe, der dem Steuerzahler weiteres Geld aus der Tasche zieht, weil die IvI-Besatzer freiwillig nicht das Objekt ihrer irrealen Begierde verlassen wollen, nachdem sie schon ca. 600.000,- Euro Miete in 10 Jahren auf dem freien Markt hätten entrichten müssen, wenn man, wie ein großzügiges Angebot der Franconofurt AG lautet, lediglich 5,- Euro pro Quadratmeter zugrunde legen würde.

Die Reaktionen der IvI-IstInnen und SympathisantInnen ließ nicht lange auf sich warten. Neben offener Gewalt gegen die neuen Besitzer und deren fleißig Steuergelder bezahlenden Angestellten, phantasierten sie sich ein albernes Klassenkampfszenario zusammen und beklagten mit verstaubten Textbausteinen aus dem vorherigen Jahrhundert, es würde „skrupellos“ gegen „bestehende Mietverhältnisse“ vorgegangen, „bestehende Mietverhältnisse rücksichtslos entmietet“, so dass die „bisherigen Mieter“ auf „der Strecke bleiben“ und „schlagartige Mieterhöhungen“ bis „zu 50%“ zu erwarten seien. Zudem müssten alle, die nicht freiwillig gehen, mit „illegalen Praktiken des Verdrängens“ rechnen.

Tatsache ist jedoch, dass es niemals Mieter gegeben hat, weil es Tatsache ist, dass es niemals einen Mietvertrag gab. Tatsache ist weiterhin, dass die Raumdiebe niemals Miete bezahlt haben. Selbst eine Erhöhung um 1000% würde somit immer noch null Euro Miete bedeuten. Und Tatsache ist, dass es die Sympathisanten der Raumdiebe als Einzige selbst sind, die Gewalt und Terror gegen Unschuldige ausüben. Tatsache ist es daher schließlich, dass „illegale Praktiken des Verdrängens“ von den Besatzungstruppen des „IvI“ seit einem Jahrzehnt ausgeübt werden.

Politische Physik

Eine weitere Dimension erhält dieses ideologische Trauerspiel Linksradikaler unter der falschen Flagge der Intellektualität durch die vielfältigen Sympathiebekundungen aus der akademischen und politischen Klasse. Während sich die Frankfurter Goethe-Universität für die Probleme der Franconufurt AG mit den IvI-Besatzern nicht mehr als zuständig erklärt, sabotieren Unihochschullehrer und die Grünen im Römer einen bürgerlichen Konsens gegen die Rechtsbrecher durch öffentliche Bekundungen, durchaus Sympathie zu empfinden und eine vorgebliche Sprachlosigkeit zwischen den Rechtsbrechern und der Franconofurt vermitteln zu wollen.

Dass sich nun trotz allgemein verlängerter Adoleszenz (bis Mitte 30) die besserwisserischen Raumdiebe mit Teilen des universitären Lehrkörpers dennoch auf Augenhöhe befinden, liegt weniger an der intellektuellen Brillanz der Akteure, als vielmehr an der fortschreitenden Infantilisierung von großen Teilen der Frankfurter Kulturwissenschaften, deren universitären Spiel- und Bauteppiche jahrelang von der Links-Grünen Kommunalpolitik zwecks Gewinnung von Nachwuchs-IdeologInnen monetär und politisch ausgebaut und mit immer neuen grünen Flausen versehen wurden.

Dies bedeutet nun im Detail, dass die Goethe-Universität Frankfurt mit Hilfe der kommunalen Politik 10 Jahre lang Rechtsbrüche geduldet und somit befördert hat – um dann, als die Probleme zu groß wurden und die Verantwortung zu schwer wog, das Problem mit 1 Million Euro Gewinn für die Universität und 1 Million Euro Verlust für den Steuerzahler an einen privaten Investor zu verkaufen.

Nun wäre unter ehrenwerten Kaufleuten zu erwarten gewesen, dass beide Partner ihre Pflicht erfüllen. Franconofurt hat dies durch Zahlung der Kaufsumme getan, und überdies mit einen angebotenen Mietzinns von 5,- Euro pro Quadratmeter die derzeit unterste Sozialraum-Miete für Kitas oder andere soziale Einrichtungen angeboten. Die Frankfurter Goethe-Universität hat das Geld abgebucht, und lässt nun den neuen Besitzer im Regen stehen, indem sie sich nicht nur für nicht mehr zuständig erklärt, weil – so die Ausrede -, im IvI kaum Studenten hausen würden, und weil es Lehrer aus dem eigenen Hause sind, die die IvI-Illegalität mit öffentlicher Sympathie begegnen (Institut für Sozialforschung).

Flankenschutz erhalten die Universität-Akteure natürlich aus dem Lager der Grünen im Römer, die ihre bekannte moralische Bigotterie diesmal in die Formulierungen fließen lassen, „Sprachlosigkeit zwischen Franconofurt AG und dem „IvI“ überwinden helfen zu wollen. Da aber weder die illegalen Raumdiebe noch die Franconofurt AG sprachlos waren, sondern eindeutige Standpunkte vertraten, macht es den politischen Beobachter vielmehr sprachlos, mit welcher Unverfrorenheit die Grünen im Römer ihre Jahrzehnte lang offen zur Schau getragene Unterstützung der IvI-Raumdiebe nun im Jahre 2012 plötzlich mit vorgeblich diplomatischen Vermittlungsangeboten befrieden helfen wollen. Tatsache ist nämlich auch hier, dass die Grünen in dieser Angelegenheit selbst Partei sind, nämlich Pro-IvI – dies aber heute nicht mehr offen zugeben wollen und zudem gleichzeitig nicht bereit sind, politisch eine klare Position für die Franconofurt AG und gegen die Illegalität des IvI zu beziehen.

Somit ist der Umstand zu beklagen, dass Franconofurt zum zweiten Mal unter die Räuber gefallen ist. Denn das Besitzrecht, das sie erworben haben, können sie nicht ausüben, weil DiebInnen ihre Beute nicht hergeben wollen, und weil Teile der Universität und der kommunalen Politik den jahrelang unterstützten Rechtsbruch weiter unterstützen, indem sie fadenscheinige Gründe erfinden, um ihre linksextreme Wählerklientel nicht vor den grün-roten Kopf zu stoßen.

Aus jener Perspektive stinkt der Fisch vom Kopfe her. Dieser sitzt im Frankfurter Römer – geriert sich aber öffentlich als taufrisches Filetstück höchster moralischer Frische. Ein bekanntes Rezept grüner Fast-Food-Kochkultur, systematisch in der bürgerlichen Ordnung Abfälle zu erzeugen, um dann mit dem moralisch erhobenen Zeigefinger lauthals nach einer Entsorgung zu verlangen.

Bürgerliche Toleranz findet jedoch notwendig ihre Belastungsgrenze, wenn der Entzug von Duldungen zu aggressiven Gegenreaktionen und offenen Rechtsbrüchen führt. Firmen-PKWs und -Fassaden mit Farbe zu beschädigen, mit Rollkommandos Büros zu stürmen und Fenster und Türen einzuschlagen, um einige Straftaten von IvI-Sympathisanten zu nennen, mit solchen Methoden ist eine Stufe der Eskalation erreicht, die mit einer sozialen Gemeinschaft nicht mehr vereinbar ist.

Denn was da passiert, ist die gewalttätige Verteidigung von unrechtsmäßig angeeignetem Eigentum mit Mitteln von Terror und Zerstörung. Dass ein IVI-Sprecher mit Pseudonym diesen linksextremistischen Terror als selbstverschuldet rechtfertigt, passt in die moralfreie IvI-Welt grenzenloser Bigotterie. Solche Handlungsweisen mit ideologischen Deckmäntelchen von Klassenkampf und Emanzipation zu rechtfertigen, zeugt jedoch von besonderer Amoralität im Asozialen und hat auf alle Fälle mit Wissenschaft, Rationalität und universitären Forschungsprozessen nichts zu tun.

Moralische Antinomien

Aus der bisherigen Duldung des Bestohlenen (der seinen verlorenen Besitz verkauft hat) gegenüber dem neuen Besitzer eine moralische Berechtigung abzuleiten (weil dieser auf seine Besitzrechte beharrt), Zerstörung und Gewalt anwenden zu dürfen, folgt einer inneren Logik, dass Unrecht zu Recht wird, wenn nur lange genug Recht und Gesetz gebrochen wurden, und dass das „eigene“ Recht zudem mit blanker Gewalt verteidigt werden darf.

Dummerweise folgt aber auch diese falsche Schlussfolgerung der eigenen Unlogik. So müssen die IvI-IstInnen nach ihrer eigenen bizarren Denke zur Kenntnis nehmen, dass das moralische Unrecht, das sie der Franconofurt AG wortreich vorwerfen, in Lauf der Zeit zu hochmoralischem Recht werden wird. Ein Ergebnis, wenn Diebe ihr Diebesgut zurückgeben sollen, und nun Moral und Anstand verbiegen, um ihre Beute behalten und mit illegaler Gewalt festhalten zu dürfen.

Spätestens an jenen Leerstellen der intellektuellen Heimatlosigkeit sollte auch dem denkfaulsten IvI-IstInnen ein Licht aufgegangen sein, dass gedankliche Trägheit, verbunden mit dem Kreisen um den eigenen Mittelpunkt, zu sich selbst verstärkenden Zentrifugalkräften nach innen führen, in dessen Zentrum die Schwerkraft von Vernunft und Anstand aufgehoben sind und einem Pendeln im Vakuum frei fluktuierender Dummheit viel Zeit und Raum bietet.

Möglicherweise ist diese Hoffnung auf Emergenz von gesundem Menschenverstand illusionär. Beschreiben sich die IvI-IstInnen doch selbst als „linksradikale“ und als „konsumentinnen wohlfahrtsstaatlicher leistungen“ und fordern „eine soziale sicherung aller ohne verachtenden arbeitszwang“. In dieses Weltbild einer konsequenten Kleinschreibung bürgerlicher Grundwerte in Verbindung eines lebenslangen Anrechts auf Schnuller und Fläschchen passt dann trefflich ein Copyright-Vermerk der IvI-Webseite, mit dem die bei Umberto Eco gestohlene Wortmarke institut für „vergleichende irrelevanz“ von den Dieben vor anderen Dieben geschützt werden soll.

Die IVI-AsozialistInnen wären gut beraten, ihre Schwerpunkte friedlich und kooperativ zu verlagern. Denn nähmen sich die IVI-ForscherInnen inhaltlich ernst, dann könnten sie in ihrer diskursiven Weisheit entnehmen, dass Wissenschaft, Kunst und Kultur eine Quelle haben, die nicht erst durch illegale Raubzüge erobert werden muss, sondern jedem ohne Strafe zur Verfügung steht: das eigene Gehirn.

Text: G. Andreas Kämmerer; im Original erschienen auf der Internetseite der Freien Wähler Frankfurt.

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(1) Reader Comment

  1. Hat denn die Franconofurt AG (immerhin ein börsendotiertes Immobilienunternehmen) bei Kauf der Sache nicht gewusst, dass sich das Objekt offenbar unter Besatzung befindet? Hat man in dem Unternehmen ernsthaft geglaubt, man hätte es auf der Gegenseite mit vernunftbegabten oder zumindest am Zustand der Rechtmäßigkeit interessierten Menschen zu tun?

    Ich komme aus dem Staunen nicht heraus, wie man sich als “Real Estate Investor” so eine Grütze von Objekt an den hals holen konnte.

    Oder war das ganze als soziale Aufpolierung des Unternehmens gedacht? Wollte man den Besatzern Rechtssicherheit durch Mietverträge gewährleisten, um nach außen besser dazustehen? Der Plan wäre komplett in die Buxe gegangen.

    Also: Warum, Franconofurt AG? Ich versteh es nicht…

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