Birgit Stöger: Der Bundespräsident, Frau Forudastan und das Marmeladenbrot

Frei nach den Gebrüdern Grimm: Herr Gauck, Frau Forudastan und das tapfere Schneiderlein.

Am 1. September 2012 wird die Journalistin Ferdos Forudastan das Amt der Sprecherin unseres Bundespräsidenten Joachim Gauck übernehmen.

Warum entscheidet sich die oberste Bundesbehörde der Bundesrepublik Deutschland inklusive unseres ersten Mannes für diese Person? Wurden hier, frei nach den Gebrüdern Grimm, mehrere Fliegen mit einem Streich erschlagen?

Die Fliegen auf dem Marmeladenbrot

Frau Forudastan ist unzweifelhaft eine Frau und somit im männerlastigem Bundespräsidialamt für Herrn Gauck diejenige, die Gleichstellungspluspunkt für ihn eingeheimst. Dazu spricht sich die, in Freiburg im Breisgau geborene Journalistin für die Frauenquote in Medienkonzernen aus. Als Unterstützerin des feministischen Vereins Pro Quote wirbt Sie mit anderen Kolleginnen für die paternalistische Begönnerung ihrer Geschlechts- und Gesinnungsgenossinnen. Ist die neue Sprecherin Gauck´s Quotenfrau? Wenn ja, so ist auch dieses Klientel befriedet.

Maßgeblich dürfte Herr Gauck mit Frau Forudastans Migrationshintergrund punkten. Als Deutsch-Iranerin aus gutsituiertem Elternhaus erfüllt sie mit abgeschlossenem Rechts- und Politikstudium wunderbar alle Anforderungen an eine gelungene Integration. Trotz Migrations-Handycap ist sie eine erfolgreiche Moderatorin, konnte einige Pressepreise einheimsen und tat sie sich als Buchautorin hervor. Mit Kollegin Meli Kiyak, die durch ihre charakterliche Entgleisung, Sarrazin sei eine “lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur, kurz in den Medien aufblitze, hatte sie gemeinsam ein Buch verfasst. Titel des Werks: „Zweiheimisch: Bikulturell leben in Deutschland“.

Zweiheimischkeit

Außer der gemeinsamen „Zweiheimischkeit“ eint die beiden Damen die Schreibertätigkeiten in linkslastigen Medien und die gemeinsame, moderat ausgedrückt, „Abneigung“ gegen Herrn Sarrazin. Polemisch hielt sie Herrn Sarrazin vor, falsche Zahlen zu benutzen und „gegen Türken und Araber zu hetzen“. Allein den Beweis blieb sie schuldig. Die Thesen des früheren Berliner Finanzsenators seien „menschenverachtende Ergüsse“. Soll hier heimlich, still und leise, die von Herrn Joachim Gauck geäußerte Sympathie für Thilo Sarrazins Thesen relativiert werden?

Das mutmaßliche Ass im Ärmel, weshalb Frau Forudastan die Sprecherin unseres Bundespräsidenten sein muss, dürfte aber ihr Bekenntnis zum Islam sein. Als Muslima bemüht sie den großen, islamischen Weltenlenker, damit sich dieser der von ihr favorisierten Frauenquote annehme. Auf der Website des Vereins Pro Quote schreibt sie: „Allah ist groß. Irgendwann wird er Verlegern und Intendanten Weisheit schenken. Bis dahin brauchen wir die Quote.“ Nun ja, Allah oder das kollektivistisch-egalitäre Linksbündnis wird es schon richten.

Für Frau Forudastan stehen die Schuldigen der misslungenen Integration, eines ihrer Steckenpferde, auf undifferenzierter Weise fest. In Deutschland gäbe es ein „feindseliges, verrohtes Bürgertum“, das selbst schuld sei, wenn die Integration der Zuwanderer Probleme mit sich bringe.

Gab es keine Alternative?

Zugegeben, mit Frau Forudastan hat das Bundespräsidialamt, wie das Tapfere Schneiderlein, mit einem Schlag mehrere Treffer auf dem, vom politisch-korrekten Multi-Kulti-Gelage geschmiertem Marmeladenbrot gelandet. Aber wie es so ist, mit ungezieltem Herumschlagen – man trifft eben nicht punktgenau.

Im konkreten Fall stellt sich schon die Frage, weshalb hier eine , politisch so derart einseitig ausgerichtete Person wie Frau Forudastan ein nicht unwichtiges Amt übernehmen wird. Immerhin wendet sich die neue Sprecherin des Bundespräsidenten in ihrer Funktion nicht ausschließlich an ihre Claqueure, sondern an die Gesamtheit des deutschen Volkes.

Sollte dies nicht von Belang sein, dann hätte es durchaus andere Kandidat-Innen gegeben. Frau Necla Kelek erfüllt, wie Frau Forudastan alle Anforderungen. Sie ist eine Frau, journalistisch tätig und besitzt ein abgeschlossenes Volkswirtschaft- und Soziologiestudium. Als türkisch-stämmige Deutsche hat sie einen astreinen Migrationshintergrund vorzuweisen und kennt sich als geborene Muslimin in den Untiefen des Islam aus. Auch wurden Frau Kelek Ehrungen wie der Geschwister-Scholl-Preis und der Hildegard-von-Bingen-Preis zu teil.

Allerdings, und das dürfte das K.O.- Kriterium für Frauen wie Necla Kelek sein, ist sie politisch unkorrekt. Frau Kelek sprach sich öffentlich für die Thesen Sarrazins aus. Den Islam definiert sie nicht nur als Glauben, sondern als eine politische Ideologie und ein gesellschaftliches System. Ein System, das die Trennung von Religion und Staat, also die Säkularität und die Aufklärung, verleugnet. Ein System, das nicht zuletzt die vertikale Trennung von Männer und Frauen praktiziert und Frauen diskriminiert. Als erfolgreiche Buchautorin schiebt sie nicht, wie Frau Forudastan das tut, der Mehrheitsgesellschaft die misslungene Integration von Muslimen in die Schuhe. Sie benennt klar und deutlich die selbstverordnete, gewollte Abgrenzung dieser Zuwanderungsgruppe und die damit verbundenen Probleme. Politisch ist Frau Kelek in kein Lager zu verorten.

Es wird also interessant, ob wir, also auch das feindselig, verrohte Bürgertum Deutschlands, der Wahl des Bundespräsidenten folgen und an den Lippen von Frau Forudastan hängen werden um den Willen ihres Mäzen zu lauschen. Ob Sie die Fähigkeit besitzt, abweichende Meinungen zu akzeptieren bleibt in Anbetracht ihrer Vita allerdings mehr als fraglich.

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(16) Readers Comments

  1. Klasse Bild!

  2. Mein Protest gegen diese merkwürdige Nominierung ging gestern per mail an das Bundespräsidialamt. Sebstverständlich nicht anonym sondern mit Klarnamen und Adresse. Aber ich vermute, dass mein Text der “Entf-Taste” zum Opfer fällt ! Kennt man doch….

  3. Super Artikel Birgit

  4. Danke schön!

  5. Sehr guter Artikel. Es ist einfach unglaublich! Necla Kelek wäre sicher für alle eine vortreffliche Entscheidung gewesen. Sie ist eine der wenigen, die aufzeigen können wie Integration funktionieren kann.

  6. @Hanseat……… Würde mich mal interessieren, was du da geschrieben hast und wohin. Würde dann auch eine Mail denen zukommen lassen.

    Gruß

  7. Art 33 GG

    (1) Jeder Deutsche hat in jedem Lande die gleichen staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten.
    (2) Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte.
    (3) Der Genuß bürgerlicher und staatsbürgerlicher Rechte, die Zulassung zu öffentlichen Ämtern sowie die im öffentlichen Dienste erworbenen Rechte sind unabhängig von dem religiösen Bekenntnis. Niemandem darf aus seiner Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Bekenntnisse oder einer Weltanschauung ein Nachteil erwachsen.

    Es ist allein Sache des Bundespräsidenten, wen er zu seinem (seiner) Sprecher(in) beruft. Der (die) Sprecher(in) des Bundespräsidenten gibt nicht seine (ihre) Privatmeinung wieder, sondern ist ein “Sprachrohr” des Bundespräsidenten. Es ist ein guter Brauch, jemandem, der ein politisches Amt antritt, der Fairness halber erst einmal hundert Tage Zeit zu geben. Es zählt allein, wie Frau Forudastan ihr Amt als Sprecherin ausüben wird. Ihr religiöses Bekenntnis und ihre politischen Ansichten sind daneben irrelevant (s.o. Art. 33 GG).

    Was wird ihr denn eigentlich vorgeworfen? Dass sie sich für eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen und damit der Verwirklichung des Gleichheitsgebots nach Art. 3 GG ausgesprochen hat? Hallo – geht’s noch? Und es wird ja wohl noch erlaubt sein, sich mit Sarrazin kritisch auseinanderzusetzen, ohne das Recht zu verlieren ein öffentliches Amt zu bekleiden (vgl. Art. 33 GG).

    Der obige (anonyme) Beitrag beinhaltet McCarthyismus und politisches Denunziantentum. Als liberaler Grundgesetz-Befürworter kann man sich von so etwas nur abwenden.

  8. “eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen und damit der Verwirklichung des Gleichheitsgebots nach Art. 3 GG”

    Sie halten die staatlich verordnete und (sonst wärs sinnlos) mit Sanktionen bewehrte berufliche Bevorzugung von Frauen gegenüber gleich qualifizierten Männern für eine “Verwirklichung” des Gleichheitsgrundsatzes und schieben dann noch

    “Als liberaler Grundgesetz-Befürworter kann man sich von so etwas nur abwenden.”

    hinterher?

    Ist das Ihr Ernst oder hab ich die Ironie überlesen?

  9. Ihre 100-Tage-“Schonzeit”-Forderung teile ich allerdings.

  10. “Es ist allein Sache des Bundespräsidenten, wen er zu seinem (seiner) Sprecher(in) beruft” – glauben Sie das wirklich? Ich könnte einiges verwetten, dass hier sehr wohl abgewogen wird um bestimmte “Bereiche” zu befrieden – ob es nun die Hardcore-Quoten-Innen sind oder die Migranten-Muslimen-Ecke. Der Artikel zeigt auf, dass es hier mit Sicherheit nicht um Ausgewogenheit ging – und sorry, Herr Neumann, vielleicht sollten Sie sich nochmal die Grundsätze liberaler Politik nahebringen, bevor Sie hier den Verfechter von Quoten geben. Genau das nämlich ist mit der Ernennung von Frau Dingsda passiert – Quotenspielchen.

  11. Der Anteil von Frauen an der Bevölkerung beträgt etwa die Hälfte. Unter den neu eingeschriebenen Studierenden an den Universitäten haben Frauen mittlerweile eine leichtes Übergewicht. Wenn demgegenüber der Anteil von Frauen in leitenden Positionen, Vorständen und Aufsichtsräten, von Unternehmen ca. 2 – 3 % beträgt, wird man wohl von struktureller Benachteiligung sprechern müssen.

    Es ist eine Unterstellung zu behaupten, ich hätte eine “staatlich angeordnete und mit Sanktionen bewehrte Bevorzugung” von Frauen gegenüber Männern mit gleicher Qualifikation gefordert. Vielmehr muss sich die Einstellung in den Köpfen ändern. Die Besetzung von Ämtern und Positionen mit (qualifizierten) Frauen muss zu einer Selbstverständlichkeit werden. Solange auf die Ernennung einer Frau zur Sprecherin des Bundespräsidenten noch mit hysterischer Aufgeregtheit reagiert wird und diese als gleichsam unstatthaft hingestelt wird, sind wir von materieller Gleichberechtigung noch weit entfernt.

  12. Ja, das glaube ich wirklich, Frau Wünschig. Und ich glaube auch, dass es respektlos gegenüber dem Amt des Staatsoberhauptes ist, dem Bundespräsidenten in der Öffentlichkeit vorschreiben zu wollen, er sollte statt Frau A doch lieber Herrn B oder Frau C berufen.

    Bei der Besetzung von politischen Ämtern werden immer auch Proporz-Gesichtspunkte berücksichtigt. Wer kommt aus welchem Landesverband? Wer gehört zu einflussreichen innerparteilichen Strömungen? Jedenfalls muss auch der anonym bleibende Autor des obigen Beitrags einräumen, dass Frau Forudastan die berufliche Qualifikation für das Amt der Sprecherin mitbringt.

    Der wirkliche Skandal ist, dass in den 63 jahren des Bestehens der Bundesrepublik noch nie eine Frau zur Bundespräsidentin gewählt wurde. Glauben Sie, es hätte keine qualifizierteren Frauen gegeben als Kandidaten wie Lübke, Johannes Rau oder zuletzt den unsäglichen Christian Wulff? Das Amt des Präsidenten wurde offenkundig zur Abschiebestelle für “verdiente” Parteibonzen entwertet. Gegen diese fragwürdige Form des “Proporzes” hat der anonyme Autor, der anscheinend geistig in der Adenauer-Zeit verharrt, bezeichnenderweise nichts einzuwenden.

  13. Sehr geehrter Herr Neumann, der Name der Autorin (Birgit Stöger) wurde im Sliderantexter von Anfang an genannt. Wir haben aufgrund Ihrer Anregung den Autorennamen nun in die Überschriftenzeile übernommen. Danke hierfür.

  14. “Dass sie sich für eine Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen und damit der Verwirklichung des Gleichheitsgebots nach Art. 3 GG ausgesprochen hat? Hallo – geht’s noch? “

    Immerhin scheinen Sie der Frauenquote ja nicht abgeneigt zu sein. Dass Sie – als “liberaler Grundgesetz-Befürworter” – weder staatlich verordnete Frauenquoten fordern noch Sanktionen bei Nichtbefolgung der Frauenquote, mag ich Ihnen glauben. Schließlich bezeichnen Sie sich als “liberal”.

    Frau F. fordert dies jedoch allzumal. Und das bringt Ihr eben bei mir – und offenbar auch bei anderen – keine Vorschusslorbeeren ein. Eher im Gegenteil.

    Aber gut, warten wir ab, wie sie sich macht.

  15. bundespraesidialamt@bpra.bund.de
    Meine Mail ging auch schon raus………Text musst Du ja selber wissen, warum Du gegen die Ernennung protestierst.

  16. Allein der Umstabd, dass For…stan oder so eine anhängerin einer menschenverachtenden, rückständigen “Lehre” eines verrückten epileptischen Kameltreibers, Räubers und Kinderf… ist, disqualifiziert sie für eine solche Funktion. Im Iran hätte sie vielleicht mehr Berechtigung und auch Befähigung die Sprecherin des Ayatollahs (Stellvertreter des irren “Propheten”) auszuüben, als in D. Da kann sie dann auch gleich den Denunzianten Vesper mitnehmen.

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