Frank-Furter EM-Schnauze: Sind Nationalhymnen noch zeitgemäß?

Nicht mehr zeitgemäß? Die deutsche Nationalmannschaft während der Nationalhymne beim EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich (Bild: Steindy; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

Die Frankfurter Allgemeine Rundsch…, nein, Zeitung, fragt aktuell auf ihrer Internetseite die Leserschaft, ob das Singen von Hymnen bei Fußballspielen noch „zeitgemäß“ sei. Der Leser kann zwischen vier Antworten wählen, die da – verkürzt - lauten: Erstens, ja, es spielen schließlich noch (!) Nationen gegeneinander, zweitens ja, das Ganze ist doch so schön folkloristisch, drittens nein, Hymnen sind nationalistische Relikte der Vergangenheit und viertens nein, es singt ja eh kaum noch einer mit.

Bezeichnend ist, dass die FAZ-Umfrage den so genannten „Zeitgeist“ beschwört. Und mit den Zeitgeistern verhält es sich wohl genauso wie mit den Meinungen: Es gibt offenbar eine eklatante Differenz zwischen dem öffentlichen Zeitgeist und dem veröffentlichten Zeitgeist. Vom parlamentarisierten Zeitgeist ganz zu schweigen.

Der öffentliche und der veröffentlichte Zeitgeist

Der öffentliche Zeitgeist geht so: Millionen Deutsche drücken ihrer Nationalmannschaft beim Fußball die Daumen, weil sie sich mit der Mannschaft ihrer Nation identifizieren. Ersichtlich ist das – wie bei jedem großen Turnier – an Fahnenmeeren und Rekordeinschaltquoten. Oder daran, dass bei der besagten FAZ-Umfrage 70 Prozent der Leser die politisch unkorrekte Antwort Nummer Eins angeklickt haben. Und das gilt freilich nicht nur im Fußball: Auch in Sachen Euro und Europa ist mitnichten eine Mehrheit der Deutschen dafür, deutsche Interessen auf dem politischen Scheiterhaufen des gegenwärtig allmächtigen Parteienblocks zu verbrennen. Aber das nur am Rande.

Anders der veröffentlichte Zeitgeist: In den Medien wird mit allen Mitteln versucht, die deutsche Nationalmannschaft als Integrationsexempel auszuschlachten und die Begeisterung der Deutschen für ihre Mannschaft, gleichwohl die Identifikation mit den Farben ihrer Nation, als „Folklore“ abzutun. Tatsächlich muss das, was allzweijährlich im Rahmen großer Fußballturniere geschieht, den vielen Deutschlandabschaffern in Politik und Medien ein besonders großer Dorn im Auge sein, offenbart doch wenigstens der Fußball, dass die Menschen in Deutschland und Europa mitnichten jubelnd und frohlockend ihre Nationen abschaffen und Teil einer neuen, unnatürlichen Supersociety der Einheitseuropäer werden wollen. Im Gegenteil: Der Deutsche ist deutsch, und wenigstens im Fußball darf er sich noch öffentlich dazu bekennen. Und er tut das, wie die überwältigende Mehrzahl aller Fans aus allen Ländern, friedlich, positiv, fair und freundschaftlich.

Fußball, Fußball über alles

Fraglos wird die Nationalmannschaft zum Ventil für das ansonsten Verbotene, was jedoch in Wahrheit völlig natürlich, völlig selbstverständlich ist: Dass ein Volk zu seinem Land steht, seine Werte lebt, sich mit den Farben seiner Nation und seiner Hymne identifiziert. Wer das als „bösen Nationalismus“ verklärt, hat sprichwörtlich nicht mehr alle Tassen im Schrank. Nicht irgendein antiquierter und in dieser Form längst überstandener Nationalismus ist das Problem dieser Tage, sondern sein grassierendes Konträr, der Internationalismus der herrschenden Eliten. Dieser Internationalismus, der sich gegenwärtig auf EU-Ebene zunehmend als Internationalsozialismus gebährdet, steht dem Nationalismus der Vergangenheit in seinem Potenzial, großes Übel anzurichten, in nichts nach.

In Wahrheit dürfte manch ein elitärer Deutschlandabschaffer allerdings froh sein, dass es mit dem Fußball wenigstens ein Ventil für das natürliche Bedürfniss einer fraglos vorhandenen Mehrheit gibt, eine gesunde Form des Patriotismus auszuleben. Das lenkt die Menschen ab und befriedigt ihre Instinkte, die sie in anderen, weit wichtigeren Punkten pausenlos verraten sehen. Dementsprechend hätte die FAZ ruhig noch eine fünfte Antwort hinzufügen können: Fünftens ja, lasst uns weiter Hymnen singen, aber geben wir ihr doch dem Zeitgeist zu Liebe einen neuen, passenderen Text. Beispielsweise folgenden: Fußball, Fußball über alles, über alles in der Welt! Über Eurokrise und Inflation, über das Scheitern der Integration, über die Eliten und ihr Versagen, über alles, worüber die Meschen klagen, damit sie lieber Fußball sehen, anstatt endlich auf die Barrikaden zu gehen. Fußball, Fußball über alles, über alles in der Welt!

Übrigens: Mutmaßlich zum Entsetzen vor allem der deutschen Linken haben sich die deutschen Fans in Polen und der Ukraine angewöhnt, nebst den üblichen Gesängen auch die Nationalhyhmne zu singen, bevorzugt dann, wenn die deutsche Mannschaft kurz vor Ende des Spiels in Führung liegt.

Artikelbild: Die deutsche Nationalmannschaft während der Nationalhymne beim EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich (Bild: Steindy; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)

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Marco Pino

(5) Readers Comments

  1. “Mutmaßlich zum Entsetzen vor allem der deutschen Linken haben sich die deutschen Fans in Polen und der Ukraine angewöhnt, nebst den üblichen Gesängen auch die Nationalhyhmne zu singen, bevorzugt dann, wenn die deutsche Mannschaft kurz vor Ende des Spiels in Führung liegt. “

    Das gab es auch bei den WMen 2006 und 2010, soweit ich mich erinnere. Hat man sich von den Engländern abgeschaut, deren “God save the Queen” gerne mal ab der 80. Minute (überaus stimmungsvoll) von den Rängen schallt.

    Die Hymne vor dem Anstoß wurde bei dem von mir besuchten Sammelglotzen (“Public Viewing” finde ich furchtbar…. von der eigentlichen Bedeutung mal abgesehen) übrigens auch vor der Leinwand mitgesungen.
    Und das war nicht auf dem Jahrestreffen der NPD, der Kameradschaft Braunhemd Uckermark oder sonstiger Dooftruppen, sondern eine ganz gewöhnliche öffentliche Veranstaltung mit Menschen aus allen Berufs-, Alters- und Geschlechtergruppen.

    Ca.. 90 Prozent sind zum Absingen der Hymne sogar aufgestanden.

    Geschämt hat sich jedenfalls keiner.

  2. Die Kollegen Özil, Khedira und Podolski gleich auswechseln, warum, weil sie die Hymne nicht mitsingen, keine Identifikation mit dem Land das Ihren Vätern und Müttern Aufnahme und ein Leben geschenkt hat!!!

    Das geht soweit das ein Podolski und ein Özil wenn sie Tore gegen Polen bzw. die Türkei schiessen nicht Jubeln aus, und jetzt kommt es, Respekt vor “Ihren” Heimatländern” !!!

    Ach so sieht es aus, na dann Tschüssikowski, ich halte euch nicht, wir haben genug gute junge Spieler und brauchen keine Eingebürgerten.

    Die, wie Özil, Podolski und mit Abstrichen auch Khedira bei dieser EM nur Mitläufer sind!!!

  3. Das manche Spieler (übrigens auch der ein oder andere Bio-Deutsche) nicht mitsingen, finde ich weniger dramatisch… mag ja ggf. auch daran liegen, dass sich der Spieler besonders konzentriert oder was weiß ich liegen.

    (Poldi singt übrigens schon mit, meine ich…)

  4. Na Hr. Prof. , dann meine Empfehlung mal heute abend die Fußballübertragung anschauen und mal sehen wie “konzentriert” diese Nichtsinger sind!!!

    Und außerdem werden Sie sehen wer nicht mitsingt: Poldi, Özil und Khedira in jedem Fall nicht und ich behaupte ma die Bio-Deutschen schon!!!

    Aber alles nicht dramatisch, solange wir gewinnen ist ja alles ok, auch eine Art das Volk ruhig zu halten.
    Ich sehe schon den Integrationsbambi 2013 geht an Özil, Poldi, Khedira und Löw !!!

    Armes Land wenn man schon alles akzeptiert was man geboten bekommt!!!
    Bei Kleinigkeiten fängt es an, der große Knall wird folgen!!

  5. Hi,
    offtopic um mal weg von dem leidigen Thema Fußball zu kommen:

    Hier haben die deutschen Staatsschutzbehörden endlich mal ein wirklich kriminelles und hochgefährliches Nazi-Subjekt festgesetzt:
    http://www.bild.de/regional/berlin/nationalsozialismus/dieser-neonazi-warf-schweine-koepfe-vor-eine-moschee-24910628.bild.html

    Ich denke man sollte hier ganz klar für eine besondere schwere der Schuld plädieren und dafür sorgen das solch ein Subjekt lebenslang und mit anschliessender Sicherheitsverwahrung in den Knast muss.
    Solch einen gefährlichen Kerl kann man nicht mehr frei lassen!!! – Ironie aus!!!

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