Andreas Härtel: Über den grünen Öko-, Klima- und Energiewahnsinn

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Ganz und gar nicht gut: Die Grünen (Bild: Tillwe; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

Weltweit wachen Völker auf und merken, dass der grüne Öko-, Klima- und Energiewahnsinn nur einen Zweck hat: Den Wohlstand zu mindern und die Gesellschaften nach Vorstellungen des grünen Sozialismus mit Zwang zu formen. Gerade die deutsche Energie- und Klimapolitik verstärkt Umwelt-, Energie- und soziale Probleme, wie man unschwer erkennen kann, und steht damit nicht nur in Europa weitgehend allein.

Mittlerweile haben etwa 15 Prozent der Deutschen Probleme, ihre Stromrechnung zu bezahlen. Und auch Unternehmen beklagen die hohen Energiepreise. Die Aluminiumhütte Voerdal im niederrheinischen Voerde beispielsweise musste einen Insolvenzantrag stellen, da sie die Strompreise nicht mehr bezahlen kann. Weitere Pleiten dieser Art sind zu erwarten oder können nur durch neue, teure Subventionen aufgefangen werden. Die sofortige Abschaltung von 7 (!) Atomkraftwerken im Zuge der Fukushima-Hysterie vom März 2011 und die damit künstlich hervorgerufene Stromknappheit hat den Bezug des Stromes zusätzlich künstlich verteuert, was die Energieunternehmen auch gerne an ihre Kunden weitergereicht haben. Ganz zu schweigen von den Schwierigkeiten, das Versorgungsnetz durch die vorrangige Einspeisung des wetterabhängigen Wackelstromes stabil zu halten. Dafür werden unter anderem Kohlekraftwerke im unwirtschaftlichen und Ressourcen fressenden Stand-by Modus gehalten, um diese dann bei Bedarf rasch hochzufahren, wenn mal doch die Sonne nicht so üppig scheint oder der Wind gerade eine Pause macht.

Bisher weigert sich Petrus stur, den Vorstellungen deutscher Parteiprogramme zu folgen. Auch die Zukunft lässt nichts Gutes erahnen. Die teure, aufwändige und unstetige Stromgewinnung durch Solar- und Windkraft wird auch künftig den Kilowattstunden-Preis für die Stromkunden belasten. Die EEG- Zulage von 3,57Cent/KWh ist angesichts der Pläne zum „Ökostrom“-Ausbau ohnehin nicht haltbar. Eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie kommt zu dem Schluss, dass aufgrund der Energiewende die Strompreise bis 2025 um bis zu 70% steigen werden. Was das bedeutet, kann man sich denken. Im Umweltministerium existieren bereits Pläne, wonach Off- Shore-Windparkbetreiber ihre Haftungsrisiken auf den Stromverbraucher umlegen können. Dazu muss im Übrigen noch nicht mal ein Anschluss an das Öffentliche Stromnetz vorhanden sein.

Wer sich zudem anschaut, welchen Raubbau an der Natur die Wind- und Solarparks anrichten, kann nur schwer von einer ökologischen Energiewende sprechen. Ein Umstand, der übrigens sogar den Mitbegründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND), Enoch zu Guttenberg, veranlasst hat, eben diese Naturschutzorganisation zu verlassen. Dieser BUND versteht sich als Kämpfer für die „ökologische“ Energiewende und lässt dabei konsequenterweise ökologische Gesichtspunkte außer Acht. Dass die Deutschen gemeinhin länger brauchen um zu verstehen, dass sich mit wetterabhängigen Energieträgern wie Wind- und Solarkraft eine Industrienation nicht ausreichend und sicher mit elektrischer Energie versorgen lässt, und dass sie im Moment noch nicht verstehen, dass sich mit dem Spurengas CO2 das höchstkomplexe und energiegewaltige System Klima nicht signifikant beeinflussen- oder gar modellieren lässt, liegt unter anderem daran, dass sie (politisch gewollt) verlernt haben, ihren Verstand zu gebrauchen.

Die bereits ab der Grundschule sorgsam geschürte Angst vor der Atomkraft im Verbund mit der geschürten Angst vor einem Klimakollaps sorgt bei vielen Deutschen dafür, dass der Verstand schneller abgeschaltet wird, als die hiesigen Atomkraftwerke. Angesichts der überfallartigen Kehrtwende dieser Bundesregierung in Sachen Energiepolitik ist das schon beachtlich. Gerade in Deutschland kann man deshalb (noch), ohne mit der Wimper zu zucken, politisch diese Energiewende als ökologisch, innovativ und als Jobwunder verkaufen (zynisch, angesichts des massiven Stellenabbaus gerade in der Solarbranche, wo doch hier jeder Arbeitsplatz umgerechnet mit etwa 250.000 Euro subventioniert wurde). Aber die Einschläge kommen näher. Mittlerweile berichten auch Massenmedien von den offensichtlichen und strukturellen Schwächen dieser Energiewende. Die Bürger spüren die Auswirkungen in ihrem Geldbeutel und es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht über eine Pleite eines (Solar-)Unternehmens berichtet wird. Und Frau Merkel entlässt panisch den bisherigen Umweltminister Röttgen und ersetzt ihn durch den Kommunikator Peter Altmaier, im Übrigen kein ausgewiesener Energieexperte, der offensichtlich die bereits gescheiterte Energiewende bei allen Beteiligten schön- und wegreden soll. Dass es überhaupt gelungen ist, die genannten und offensichtlichen technischen, ökologischen, sozialen und ökonomischen Unzulänglichkeiten der deutschen Energie- und Klimapolitik zu verbergen, ist nur dadurch zu erklären, dass eine gigantische, politische und mediale Manipulation am Bürger erfolgt ist. Diese Art von Gehirnwäsche ist Ausdruck totalitärer Machenschaften und kann sich durchaus mit den Mechanismen der hinlänglich bekannten Diktaturen messen.

Doch auch die Deutschen werden irgendwann verstehen, dass sie im Zuge der aktuellen Energie- und Klimapolitik bewusst in die Irre geführt und missbraucht wurden – zu Gunsten eines grünen Gesellschaftsentwurfes. Diese Art von Sozialismus versteckt sich im Moment noch erfolgreich unter dem Deckmantel des Weltrettungs-Pathos, denn wer möchte nicht die Welt retten, zumal man dafür ja lediglich nur den „richtigen“ Strom beziehen muss.

Artikelbild: Die Grünen (Bild: Tillwe; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)

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(7) Readers Comments

  1. Sozialistischen Zentralismus erkenne ich eher in den bisherigen Großstrukturen.

    Ein Ausbau der Leitungsnetze ist überhaupt nicht erforderlich.
    Er dient lediglich dazu, die Macht von Konzernen und Politikern in das Zeitalter der EE hinüber zu retten.

    Richtig verstanden sind EE lokal, ungefährlich, beherrschbar, überschaubar, sauber.
    Man kann sie wieder entfernen, ohne Dreck zu hinterlassen, wenn was besseres erfunden ist.
    Sie sind für Anschläge uninteressant, weil immer nur ein winziger Teil ausfallen kann.
    Sie bedeuten für kleine Unternehmen vor Ort jede Menge Arbeit und Innovation.

    Mit anderen Worten: EE verkörpern in idealer Weise das Motto Eures Blogs:

    bürgerlich-liberal-unabhängig

    Nein!!!
    Ich bin kein Linker und kein Grüner!

  2. “Bisher weigert sich Petrus stur, den Vorstellungen deutscher Parteiprogramme zu folgen.”
    Das hat gesessen ! Allein schon dieser Satz sagt alles aus.

  3. Herr Inschiniör, ich möchte hier mit Ihnen keine klein-klein Debatte beginnen. Aber trotzdem meine Frage: Sind Sie sicher, dass Sie die Problematik, in der wir uns befinden, richtig verstanden haben? Sehen Sie tatsächlich nicht die Wand, auf die wir uns mit Tempo 300 zubewegen? Es geht doch bei all den Debatten nicht um die Frage, ob Kernenergie (oder Kohlenkraft) nun toll oder nicht so prikelnd ist. Natürlich fühlt sich jeder vernunftbegabte Mensch OHNE diese Reaktoren in seinem Umfeld wohler. Die Kritik bezieht sich ausschließlich auf die Tatsache, das die verantwortlichen Politiker den zweiten, wenn nicht gar den dritten Schritt vor dem ersten gemacht haben. Und die negativen Folgen dieser katastrophalen “Ich muss jetzt mal ganz schnell die Energie wenden” Aktion bekommen wir nun langsam aber kraftvoll zu spüren. Oder mal anders ausgedrückt: Wenn ein deutschlandweit reisender Handelsvertreter sein Auto verkauft bevor das neue vor der Tür steht, muss er sich nicht wundern, wenn die Geschäfte schlecht laufen….

  4. Ich bin mir auf jeden Fall sicher, daß Kernenergie gar nicht das Thema meines Kommentars ist.

  5. Sie mögen vielleicht kein Linker und kein Grüner sein, haben aber offensichtlich keine richtige Vorstellung von den benötigten Speicherkapazitäten und deren Kosten, geschweige denn von der Tatsache, dass Strom nur ein siebtel der von uns verbrauchten Energie darstellt. Vielleicht sollten Sie David Mackay’s Buch hier lesen:
    http://www.withouthotair.com/

  6. @Inschiniör:
    Ich bin auch ein Freund der Erneuerbaren Energien, nicht wegen des sich immer schon und ewig weiter wandelnden Klimas, wohl aber wegen Ressourcenschonung und Autarkie. Gleichwohl finde ich Ihre nicht hinterfütterte These schwer glaubhaft. Wäre schön wenn es so einfach wäre, Dialog-Umweltminister Altmaier könnte dann bestimmt auch überzeugt werden.

    Vorneweg: Die Kritik am Oligopol der großen Vier teile ich, ziehe aber einen noch sozialistischeren Schluss, denn ich halte grundsätzlich die Privatisierung der natürlichen Monopole, die Netze darstellen, für problematisch bis falsch und hoffe, dass man nicht z.B. auch bei der Wasserversorgung und im Straßennetz diesen Weg geht…

    Viel entscheidender aber: Wie soll die angesprochene dezentrale Energieversorgung denn im Kleinen die Probleme lösen, die makroskopisch bestehen?
    Natürlich kann ich an einzelnen Orten ein hübsches Biogas-BHKW bauen, dass mir eine ganze Wohnsiedlung mit regelbarem Strom und Wärme versorgt. Im Winter wird noch ein Holzkessel für die thermischen Spitzenlasten dazugeschaltet.
    Doch was in Großburgwedel funktioniert, weil genügend scheißende Schweine und Rinder drumherum grasen und der Wald genügend Altholz bereitstellt, lässt sich nicht auf Berlin und Hamburg übertragen.
    Deutschlandweit betrachtet besteht Flächenknappheit, die uns verantwortungsvollerweise nur wenig neue Roh- und ansonsten bloß die vorhandenen Reststoffe zur energetischen Nutzung erlaubt. Das freut mich immer so an schwärmender Werbung für Pelletheizung o.ä.: Das funktioniert eben nur, weil NICHT alle das machen! Die Werber schaufeln langfristig ihr eigenes Grab.

    Und sobald ich die grundlastfähige Biomasse verlasse, stellt sich das Problem der wetterabhängigen Erzeugungsschwankung. Ergo brauche ich (ob zentral oder dezentral) Speichersysteme.
    Nun sind die Stromgestehungskosten von Windenergie (und PV sowieso) ohnehin schon höher als die eines Kohle- oder Kernkraftwerks. Wenn sich die Aluhütte zur Stromversorgung also nun fünf Windräder in den Vorgarten baut braucht sie dazu noch einen teuren Speicher. Ob Wasserstoffelektrolyse oder Batterien: In Summe wäre das noch viel teurer als die jetzigen Belastungen durch die EEG-Umlage (zumal die energieintensive Industrie ja gesondert behandelt wird)

    Stichwort Gestehungkosten: Die sinken bei den EE hauptsächlich, weil eben immer größere Mengen (PV-Module z.B.) in immer professionelleren, großtechnischen Verfahren produziert werden. Das widerspricht der These von den kleinen Unternehmen vor Ort, die zwar innovativ sind (und damit auch sehr wichtig!) und z.B. Ethanol-produzierende Algenbehälter in die Sonne stellen – nicht aber bezahlbar billig.
    Tatsächlich profitieren lokal vor allem einfache Elektroinstallateure durch die PV-Bedachung. Das schafft Arbeit, zugegeben, aber unsere ausufernde PV-Förderung ist ein Fehler. Gerade Solarzellen können nämlich nicht wirtschaflich in Insellösungen eingesetzt werden, da sie bislang nur im an dieser Stelle absurden EEG-System funktionieren.

    Ich stimme dem Ziel stärkerer dezentraler Versorgung grundsätzlich aber zu. Schon weil solche Lösungen Direktvermarktung bedingen und damit viel ehrlicher sind als das EEG. Dessen grüner Strom sich ja gar nicht gezielt erwerben lässt, was bisherige sogenannte “Ökostromtarife” zum Bauernfänger-Schwindel macht…
    Netzausbau braucht es aber sehr wohl. Offshore-Windenergie ist energetisch eine der erfolgversprechendsten Technologien, mit den Trassen kommt sie in (neue) Speicherseen im Süden, gleichzeitig sorgen Gaskraftwerke für weitere Spitzenlastglättung und GUDs (in künftiger Generation womöglich mit Hochtemperaturbrennstoffzelle als Brennkammer!) für Grundlast.
    Der Vorteil auf das teure Gazprom-Gas zu setzen: Es lässt sich sukzessive durch Biogas und Windstrom-Wasserstoff (bis zu 10%) ersetzen ohne die Infrastruktur verändern zu müssen.
    Und bis die oben genannten Schritte erreicht sind, bleiben Kohle- und Kernkraftwerke am Netz. Doch hier sind wir beim Problem, denn das hat man sich ideologisch verbaut.

  7. Ich würde Ihen Recht geben, wenn Deutschland nur aus Dörfern mit kleinen und mittelständischen Betrieben bestehen würde, wäre das wohl alles weniger ein Problem, aber dem ist nicht so!

    Wie soll man Großstädte und Metropolregionen denn mit ein paar lausigen Biogasanlagen, Solarparks und Windkraftanlagen versorgen? Sollen die, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint, einfach die Bänder stilllegen? Sollen Aluminiumwerke und Stahlhütten einfach mal drei Stunden Pause machen? Und den öffentlichen Nahverkehr soll man dann auch nur nach Wetter nutzen können? Und was machen Versicherungen (Sie haben doch sicher auch welche), wenn Sie mit Ihrem Anlagekapital nicht auf massive Schwankungen auf dem Markt (siehe Euro-Krise) reagieren können, weil momentan kein Rechner läuft?
    Und wie soll der Hartz-4-Empfänger seine Stunden totschlagen, wenn weder der PC, noch die Playstation, geschweige denn die Mikrowelle läuft?

    Sowas mag ja in Agrarstaaten wie Griechenland funktionieren, in denen es sowieso nur marginal Industrie gibt, aber Deutschlands Zukunft hängt nun mal am fließend-schwingenden Elektron.

    Und was ist nun besser, den Atomstrom aus Deutschland zu beziehen, wo man sich sicher sein kann, hier passiert kein Fukushima oder Tschernobyl (was technisch auch nicht gehen würde, da die Reaktoren in beiden Orten sich maßgeblich von denen in Deutschland unterscheiden), oder ob wir den Mogelstrom aus Österreich herrankarren, wo im Endeffekt nur der Atomstrom aus Temelin dahintersteckt?

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