Kritik der politischen Vernunft: Ein Buch, das wir nicht übersehen sollten

Geert Wilders 2011 in Berlin (Bild: Fabian Hossfeld)

Als Thilo Sarrazin im Sommer 2010 sein Buch Deutschland schafft sich ab veröffentlichte, ging dabei ein thematisch sehr ähnliches medial unter: Udo Ulfkottes Kein Schwarz. Kein Rot. Kein Gold. Klar, Ulfkotte hatte wie immer sehr polemisch geschrieben und seine Faktensammlung erreicht bei Weitem nicht die argumentative Stringenz Sarrazins. Aber es war allemal schade.

Nun ist gerade das nächste Buch von Sarrazin erschienen und der mediale Hype lässt erwarten, dass es trotz seiner inhaltlichen Komplexität wieder ganz weit oben in den Bestsellerlisten rangieren wird. Und auch dieses Mal werden andere wichtige Bücher weniger oder keine Beachtung finden, schließlich hat jeder nur begrenzte zeitliche Ressourcen. Hinzukommt, dass das Buch, von dem hier die Rede sein soll, (derzeit) nur auf Englisch existiert und via Internetbuchhandel aus den USA importiert werden muss. Ich spreche vom niederländischen Politiker Geert Wilders und seinem teils autobiografischen Werk Marked for Death.

Ich selbst habe Wilders zweimal bei Veranstaltungen getroffen, an deren Organisation ich zentral beteiligt war. Ich weiß also, was bei den Sicherheitsvorkehrungen für den von Muslimen mit dem Tod bedrohten Politiker notwendig ist. Gerade weil Wilders einer der wenigen ist, die nicht nur klar aussprechen, dass der Islam das Problem ist, sondern weil er damit auch noch insofern Erfolg hat, als dass seine Feinde ihn wirklich fürchten, verdient er unser aller Unterstützung. Oder wie Ayaan Hirsi Ali (die sich glücklicher Weise mittlerweile relativ frei bewegen kann) es ausdrückte: Lasst uns das Risiko teilen. Denn dann müssen die islamischen Vollstrecker bei der nächsten fatwa gegen einen Autor oder Karikaturisten unser aller Antwort hören (frei nach dem Vorwort Mark Steyn): „Es hilft nichts, wenn ihr einen von uns umbringt. Habt besser einen großen Kreditrahmen bei der Jihad-Bank, denn jetzt müsst ihr uns alle töten.“

Aufgrund der anzunehmenden geringeren Verbreitung von Wilders’ Buch, habe ich es bei Citizen Times ausführlich besprochen. Hier aber nochmals in aller Kürze der Vier-Punkte-Plan von Geert Wilders:

  1. Verteidigung der Redefreiheit, der wichtigsten unter den Freiheiten, denn nur wenn wir (unbequeme) Wahrheiten aussprechen können, können wir anderen erklären, was auf dem Spiel steht. “The truth is our only weapon – we must use it“, wiederholt Wilders und fordert auch die Abschaffung aller Volksverhetzungs-Gesetze (hate speech laws), die vor allem dazu dienen, Kritiker des Islams mundtot zu machen.
  2. Zurückweisung des Kulturrelativismus, denn unsere westliche Kultur ist der barbarischen des Islam haushoch überlegen. Nur wenn wir uns trauen, dies zu sagen, nur wenn wir uns unserer Werte bewusst werden und nur wenn wir unseren Kindern mit der Geschichte auch den Stolz auf unsere Errungenschaften lehren, können wir unsere Zivilisation verteidigen.
  3. Stopp der Islamisierung, indem wir verstehen, dass Migration von jeher das Mittel zur Verbreitung des Islams war und dass historisch gesehen, “more Islam has meant less freedom.“ Aus diesem Verständnis ergibt sich für Wilders der Stopp aller Zuwanderung aus islamischen Ländern und stattdessen der Fokus auf und die Forderung nach Integration der schon anwesenden Muslime. Jegliche Mittel des islamischen Totalitarismus (Scharia, halal-Essen, Islamic Banking, Burka, Islamunterricht und Moschee-Neubauten) sind zu unterbinden, kriminelle Migranten auszuweisen.
  4. Wertschätzung unser nationalen Identitäten, insbesondere durch die Wiederherstellung der vollständigen Souveränität der Nationalstaaten gegenüber der EU. “The peoples of the free world can defend their liberties only if they can rally around a flag with which they identify. This flag, symbolizing ancient loyalties, can only be the flag of our nation.”

Geert Wilders (2012): Marked for Death. Islam’s War Against the West and Me. Washington: Regnery Publishing, 286 Seiten. Leider ist das Buch nur über Internethändler als Direktimport aus den USA zu erhalten.

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Felix Strüning

(2) Readers Comments

  1. Geert Wilders hat Recht, Ayaan Hirsi Ali hat Recht, Felix Strüning hat Recht, Mark Steyn hat Recht, Udo Ulfkotte hat Recht – alle haben im Grunde Recht. Aber selbst wenn ich das Buch von Wilders kaufe und lese, was ändert sich dadurch? Gar nichts. Ich werde nur dadurch noch deprimierter, weil mir klar wird, daß man gar nichts ändern kann. Wie Manfred Kleine-Hartlage vor einigen Wochen auf dieser Seite erklärte (Stichwort: New World Order), ist die Islamisierung Europas schon beschlossene Sache, ebenso die Vermischung der Völker des Kontinents zu einem Einheitsbrei. Es gibt eine Verschwörung. Das ist der Punkt!

  2. “ist die Islamisierung Europas schon beschlossene Sache, ebenso die Vermischung der Völker des Kontinents zu einem Einheitsbrei. ”

    Die Vermischung der Völker hat schon Alexander der Große versucht. Den Erfolg kann man bestenfalls als mäßig bezeichnen. Er machte sich unter seinen Getreuen viele Feinde. Spätestens als er Roxane – eine Asiatin – zur Frau nahm, dachten die ersten an Meuterei.
    Auch die Massenhochzeit von Susa, in der er anordnete, dass seine hochrangigen Gefährten persische Frauen zu heiraten hatten, bewahrte sein Reich später nicht vor dem Zerfall.
    Nach Alexanders Tod zerlegten seine Generäle in sechs Kriegen das Reich in kleinere Teile und herrschten fortan in den unterschiedlichen Kulturen, die sich eifrig gegeneinander abgrenzten – um ihre Eigenheiten zu bewahren und …. ach ja … die Macht Ihrer Könige zu erhalten.

    Aber vielleicht klappt es ja dieses Mal …

    Wie kriegen wir aber das Nebeneinander der vielfältigen Kulturen hin, wenn die jetzt bestehenden Kulturen gar nicht mehr gepflegt werden können, weil sie vermischt sind?

    Schade um die vielfältigen Kulturen – oder? Schade um unsere Kultur, die uns stark, erfolgreich und frei gemacht hat!

    Aber es entstehen dann ja neue Kulturen. Und wer weiss? Vielleicht übernehmen diese neuen Kulturen ja jeweils nur das Gute aus den alten Kulturen und überwinden das weniger Gute.

    Nur dumm, wenn es genau anders herum kommt und wir es zu spät bemerken und wir plötzlich keine Wahl mehr haben, uns auf das zu besinnen, was nach unserer Auffassung der beste Weg ist,
    im Leben zu bestehen?

    Dumm nur, wenn man sich dann nicht in die Regeln der neuen Kultur einfügen will, weil man es als Kind halt anders gelernt hat und weil man auch als Erwachsener die Regeln der neuen Kultur für schwachsinnig hält.

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