Europolitik News — 16 Mai 2012

Griechen heben mehr als 800 Millionen Euro ab

Bank-Run im Berlin der 1920er Jahre (Bild: Pahl, Georg; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Die Angst vor einem Run auf die Banken Griechenlands geht um. Wie die Financial Times berichtet, hoben die Griechen in den letzten Tagen mehr als 800 Millionen Euro von ihren Banken ab. Mit einer Verschärfung der Lage wird gerechnet, bis hin zu der Befürchtung, dass sich die grassierende Angst zur Panik steigern könne.

Wegen der chaotischen politischen Lage in Griechenland kann nach den Worten von Staatschef Karolos Papoulias die Situation zur Unruhe führen: Am Montag seien 800 Millionen Euro von den Banken des Landes abgehoben worden, berichtete Papoulias am Dienstag unter Berufung auf Staatsbankchef Georgios Provopoulos. Provopoulos habe ihn gewarnt, dass die Lage sich in den nächsten Tagen noch verschärfen könne. Derzeit bestehe zwar noch keine Panik, “doch es bestehen viele Ängste, die in Panik umschlagen könnten”, sage Papoulias.

“Unerhört schwierige, dramatische Situation”

Die gescheiterten Versuche zur Regierungsbildung in Griechenland hatten Sorgen über die Zukunft des Landes in der Eurozone ausgelöst. An den Märkten setzte nach der Ankündigung von Neuwahlen, die im Juni stattfinden sollen, eine Verkaufswelle ein.

Der Präsident der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Thomas Mirow, warnte vor den Konsequenzen im Falle eines Euro-Austritts Griechenlands. Für Griechenland selbst wäre die Rückkehr zur Drachme eine “unerhört schwierige, eine dramatische Situation”, sagte Mirow in London.

“In der Krise fallen in Brüssel die Tabus”, titelt dazu der Stern. Inzwischen wird offen darüber debattiert, dass Griechenland den Euro aufgeben könnte. Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker stellte aber Dienstagnacht klar: “Es ist unser unerschütterlicher Wille, dass Griechenland in der Eurozone bleibt.” Auch Angela Merkel und der neue französische Präsident Francois Hollande beteuerten bei ihrem ersten Treffen am Mittwoch ihren Wunsch, Griechenland in der Euro-Zone zu halten. Entscheidend dafür dürfte jedoch der Ausgang der bevorstehenden Neuwahl sein.

Dem Rest Europas nicht mehr zu vermitteln

Erst kürzlich hatten die Griechen ein neues Parlament gewählt, in dem nun zahlreiche extremistische Gruppierungen vertreten sind. Eine Regierungsbildung war in dem politischen Chaos nicht möglich. Die etablierten Parteien, die massiv an Stimmen einbüßten, stellen die Neuwahl nun als Abstimmung über den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone dar.

Tatsächlich könnten jedoch die Linksextremen die großen Sieger der Neuwahl sein und erneut ihren Stimmanteil ausbauen. In dem Fall wäre die Zukunft ungewiss. Griechenlands Linksextreme wollen zwar gerne den Euro behalten, aber weder sparen, noch Schulden zurück zahlen. Eine Anspruchshaltung, die dem Rest Europas wohl gar nicht mehr zu vermitteln wäre. (BS)

Artikelbild: Run Bank of Berlin (Bild: Pahl, Georg; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)

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(1) Reader Comment

  1. Die Hinrichtung der Liebe
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