Frank-Furter Schnauze: Jagd endlich diese Chaoten aus der Stadt!

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Genauso unsinnig wie unrechtmäßig: Die Zeltstadt von Occupy Frankfurt (Bild: Blogotron; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

In einem lesenswerten Artikel gibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen recht tiefen Einblick in den Alltag im Occupy-Camp vor der Europäischen Zentralbank. Und schnell zwängt sich die Frage auf, was das bitte schön noch mit politischem Protest zu tun haben soll.

Seit ziemlich genau sechs Monaten campen sie nun dort, die selbst-erklärten Kapitalismus-Kritiker. Und nicht nur die. Im Winter verließen viele Occupy-Aktivisten das Camp, weil es ihnen zu kalt wurde. Es kamen dafür Obdachlose, Tagelöhner und Junkies. Mittlerweile hat das Camp sein Eigenleben entwickelt. In der „Asamblea“, der täglichen Versammlung, geht es hauptsächlich darum, das Camp-immanente Chaos „basisdemokratisch“ zu legitimieren. Was in diesem Fall wohl bedeutet: Jeder darf was sagen, weil sowieso keiner Ahnung hat. Der Protest ist zum Selbstzweck geworden.

Sogar eine rumänische Familie hat sich derweil im Camp wohnhaft eingerichtet. Mit Matratzen, einem Sofa und Gartenmöbeln. Mitten in Frankfurt, direkt vor der Europäischen Zentralbank. Was für eine Schande für diese Stadt, für diese Gesellschaft, für dieses Land.

Am Vorhof zur kapitalistischen Hölle

Occupy Frankfurt war von Anfang eine ziemlich lächerliche, weil den eigenen Ansprüchen in keinster Weise gewachsene Veranstaltung. Ersichtlich war dies unter anderem an den Sprüchen auf den Plakaten rund um die faktisch illegale Zeltstadt. Da wollten also Menschen das Finanzsystem reformieren, im Grunde gar eine völlig neue, „gerechtere“ Gesellschaft gründen, die offenbar bereits mit den einfachsten ökonomischen Zusammenhängen überfordert sind. Dementsprechend tendiert der Beitrag, den die Occupy-Bewegung zur Reform der Finanzmärkte, gar zur Überwindung der Euro-Krise (von der Gründung einer „gerechteren“ Gesellschaft  wollen wir lieber gar nicht erst reden) geleistet hat, gegen Null. Nein, er beträgt exakt Null. Was nicht in mangelnder Aufmerksamkeit, sondern ausschließlich in mangelnder Kompetenz begründet ist.

Denn Aufmerksamkeit hat es mehr als genug gegeben. Die Occupy-Bewegung ist links, dementsprechend wohlwollend wurde sie von den Medien monatelang begleitet. In der Lokal-Redaktion der ultralinken Frankfurter Rundschau dürfte manch ein ehemaliger Hausbesetzer und RAF-Sympatisant den Freudentränen nahe gewesen sein. Endlich wurde in Frankfurt wieder irgendetwas illegal besetzt. Super! Und dann auch noch gleich der Vorhof zur kapitalistischen Hölle, der Platz vor der Europäischen Zentralbank.

Mit welchem Recht hausen die dort eigentlich?

Dabei wäre ein Lager vor der Zentrale der Deutschen Bank durchaus logischer gewesen. Occupy richtet sich schließlich pauschal (und nicht näher spezifiziert) gegen den Kapitalismus, nicht aber gegen die Einheitswährung Euro. Die hat zwar die Probleme in Europa wesentlich verursacht, gilt aber gerade unter Linken als Symbol für die lang-ersehnte Befreiung von Nationalstaaterei und den heilvollen Siegeszug des sozialistischen Internationalismus. Mit ihren aus dem Nichts heraus gedruckten Milliardensummen fördert gerade die EZB die Entwicklung Europas zu einem „solidarischen“ (sozialistischen) Transferungetüm. Doch dürften schon diese simplen Zusammenhänge den Sachverstand der meisten Camp-Bewohner übersteigen. Da gilt dann eben auch für Draghis Milliardenpresse: Zelt ist Zelt, Bank ist Bank. Im Grunde lässt sich Occupy ohnehin viel zutreffender wiefolgt beschreiben: Man hat keine Ahnung von Ökonomie, ist aber felsenfest davon überzeugt, ein besseres Wirtschaftssystem zu kennen. Linke eben. Putzig, irgendwie. Aber auch gefährlich.

Das war im Herbst 2011. Da schien es noch so, als hätte Occupy zumindest im Entferntesten etwas mit Politik zu tun. Inhaltlos und sinnbefreit war die Bewegung auch damals schon, doch ließen sich diese Unzulänglichkeiten seinerzeit noch mit dem offenkundigen Mangel an Sachverstand der Teilnehmer weg-verniedlichen. Nun, nach sechs Monaten, in denen diese Bewegung nichts zustande bekommen hat, außer dass sie die Keimzelle eines als Demonstration getarnten Gewaltexzesses war, sollte es sich eigentlich gänzlich aus-verniedlicht haben. Und eine Frage zwängt sich zunehmend auf: Mit welchem Recht hausen die dort eigentlich? Denn im Grunde tun sie nichts anderes. Sie hausen dort. Sie wohnen dort. Sie vegetieren dort. Wollen die etwa bleiben?

Jagd endlich diese Chaoten aus der Stadt!

Selbst wenn es sich bei Occupy um eine politische Demonstration handeln würde, ginge damit nicht das Recht einher, einen Platz zu „okkupieren“ und dort dauerhaft ein zerlaustes, stinkendes, dreckiges Camp einzurichten. Doch lokale Politiker – allen voran die in Frankfurt herrschenden Grünen mitsamt der nach „urbaner Coolness“ lechtzenden CDU  – verschließen offenbar die Augen vor einer Veranstaltung, die nebst einer städtischen Peinlichkeit vor allem eines ist: Ein eklatanter und nicht länger hinehmbarer Rechtsbruch, der darüber hinaus nicht schön anzuschauen oder anzuriechen ist, und schon deswegen zunehmend viele Bürger nervt.

Es ist allerhöchste Zeit, am Beispiel Occupy-Frankfurt vorzuführen, wie eine vernünftige Gesellschaft mit den ökonomischen Spinnereien des linken Lagers umgehen sollte: Entsorgen. Und wenn es dabei lautes Geschrei, von mir aus auch Scherben, Trümmer und Verletzte gibt: Jagd endlich diese Chaoten aus der Stadt! Jetzt hat es sich wirklich ausschmarotzt.

Artikelbild: Occupy Frankfurt (Bild: Blogotron; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)

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Marco Pino

(3) Readers Comments

  1. “Jeder darf was sagen, weil sowieso keiner Ahnung hat.”

    Warum erinnert mich das nur an den Debattierclub mit der Lizenz zum Erwerb von Abgeordnetendiäten?

    Stichwort: P I R A T E N !!!

  2. “Man hat keine Ahnung von Ökonomie, ist aber felsenfest davon überzeugt, ein besseres Wirtschaftssystem zu kennen. Linke eben. Putzig, irgendwie. Aber auch gefährlich.”

    Und GENAU DAS hat hier im Forum einen Namen: MICHELLE!

    :D

  3. Frankfurt will offenbar unbedingt die großartigen Erfahrungen Hamburgs mit der Hafenstraße und der Roten Flora nacherleben…

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