Frage an den Blauen Doc: Wer sind die Guten?

Gehört zweifelsohne zu "den Guten": Der Roadrunner (Bild: Anetode; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe unten)

Die Guten: Winnetou, James Bond, Neo, Luke Skywalker, Robin Hood, der Road Runner.

Die Bösen: Santer, Blofeld, Agent Smith, Darth Vader, der Sheriff von Nottingham, der Koyote.

So einfach ist die Welt in Film und Literatur. Kandidierte bei einer Wahl Gandalf gegen Saruman, dann wäre der Ausgang klar. Jeder weiß, welcher von beiden sich auf dem rechten Pfad befindet und wer Böses beabsichtigt. Moriarty könnte noch so raffinert argumentieren und Wahlkampf betreiben – er hätte gegen Sherlock Holmes keine Chance.

Wer jetzt sagt „Wir sind die Guten“, erntet mitleidige Blicke. Heute wehrt man sich gegen solche Vereinfachungen. Wir haben gelernt, dass jedes Ding zwei Seiten hat, jedes Interesse berechtigt ist und Toleranz das einzige tolerierte Interesse zu sein hat. Wer würde schon behaupten wollen, Norbert Röttgen hätte recht und Hannelore Kraft unrecht? Es werden Argumente für diese und für jene Seite hervorgebracht, und am Ende ist es dann Geschmackssache. Alles offen und nicht so wichtig.

In diesem konkreten Fall liegt das auch daran, dass hier keine starken Meinungsführer mit Vorstellungskraft gegeneinander antreten sondern lasche Parteibeamte. Kandidierten PRO NRW gegen die LINKE – ja, das würde kesseln, auch wenn man in puncto „Turbokapitalismus“, „Börsencasino schließen“ und „Mindestlohn“, spirch: in  Wirtschaftsfragen überraschend ähnlich tickt. Die Begriffe stammen aus dem Programm von PRO NRW von 2010. Zum klassischen Duell Gut gegen Böse taugt diese Paarung nicht, allenfalls als Remake von Alien vs. Predator.

Sind denn Gut und Böse wirklich naive Kategorisierungen aus Hollywood und Märchenbuch? Nicht unbedingt. Die genannten Bösen und ihre Gegenspieler auf der guten Seite haben etwas gemeinsam. Die Bösen haben immer ausschließlich ihre eigenen, persönlichen Eitelkeiten und Interessen im Blick, während die Guten immer ausschließlich das Wohl der Menschheit oder das Überleben der ihnen Schutzbefohlenen im Sinne haben. Dabei sind sie keineswegs zimperlich.

Jetzt wäre es nützlich zu wissen, woran man in der Parteienlandschaft die Guten von den Bösen unterscheiden kann. Parteien, die sich hauptsächlich für die Interessen von Gewerkschaften, Kirchen, Arbeitgeberorganisationen, Einwanderern, Hoteliers, Rentnern, Schwulen-, Eltern- und Umweltgruppen stark machen, vertreten Partikularinteressen. All diese sind ganz sicher nicht die Guten. Gewiss werden viele Menschen, die sich persönlich von ihnen vertreten sehen, für diese Parteien eintreten, doch geht es dabei in erster Linie um den persönlichen Vorteil: Blofeld statt Bond.

Eine Partei der Guten verfolgt niemals Partikularinteressen, sondern im Gegenteil, die der Menschen im Lande. Das heißt, sie ist patriotisch. Eine Partei, die sich dagegen verwahrt, patriotisch zu sein, kann niemals wahrhaft gut sein.

Wer sind nun die Guten im heutigen Politikgeschehen? Die Piraten? Sie definieren sich selbst als Netizens, Bewohner des Netzes. All ihre Forderungen leiten sie daraus ab. Kostenlose Selbstbedienung an Erfindungen anderer (Patentrecht, Urheberrecht) ist eines der höchsten Ziele, ein ganz klar partikulares Interesse und kein patriotisches. Hinzu kommen noch einige ideologische Wirrnisse wie ein  „Bedingungsloses Grundeinkommen“ (dem immer ein bedingungsloses Hergeben durch andere gegenüber steht), Einführung eines gesetzlich geschützten Rauschgifthandels oder das Leugnen der Geschlechtlichkeit des Menschen in einer Konsequenz, die selbst Geschwister Loretta aus dem Leben des Brian als Macho dastehen ließe.

Nur Liberale setzen sich gegen solche Klientelparteien zur Wehr, daher ist für sie auch die heutige FDP unwählbar. Sie wenden sich entschieden gegen die Verfolgung von Partikularinteressen in der Politik, das unterscheidet sie von allen anderen Parteigängern. Es geht ihnen um Selbstbestimmtheit, Ideologiefreiheit und die kompromisslose Verteidigung dieser Werte, weswegen sie auch besonders entschlossen dem Islam entgegentreten.

Ich sage es voller Überzeugung: Wir sind die Guten.

Artikelbild: Der Roadrunner (Bild: Anetode; Quelle: Wikipedia; Rechte: Siehe Link)

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Thomas Frieling

Für den Physiker ist klar: Demokratie ist keine exakte Wissenschaft, und Politik ist es ebensowenig. Tagesaktuelle Themen und solche, die immer wieder für Aufmerksamkeit sorgen, stellt er - in blu-News als der Blaue Doc - aus unüblichen Blickwinkeln dar, manchmal eher nüchtern, manchmal satirisch aber niemals nur aus Spaß.

(11) Readers Comments

  1. “Hinzu kommen noch einige ideologische Wirrnisse wie ein „Bedingungsloses Grundeinkommen“ (dem immer ein bedingungsloses Hergeben durch andere gegenüber steht)”

    Häää? Wieso?? Kann man denn nicht einfach mehr Geld drucken? :-o

    “Ich sage es voller Überzeugung: Wir sind die Guten.”

    Wir haben aber keine Lobby.
    Diejenigen, denen wir das Gute angedeihen lassen wollen, merken es nicht oder sind nicht interessiert.
    Deshalb nützt uns das schönste Gutsein wenig. Leider.

  2. Das bedingungslose Grundeinkommen gibt es doch faktisch bereits. Es nennt sich Hartz 4.
    Mann sollte sich vielleicht über die Vorschläge, die unter anderem von Professor Götz Werner (der sicher nicht als linker Utopist bezeichnet werden kann) zunächst einmal informieren, und sie dann auf eine mögliche Verwirklichung prüfen, bevor man sie als “ideologische Wirrnisse” abkanzelt.

  3. Stimmt, sehe ich auch so.
    Außerdem Freigabe von Rauschgift ist ebenfalls zu prüfen, besser man kauf sein Dope in der Apotheke als beim Dealer.

  4. Sehr guter Artikel Thomas !!!

  5. Wenn jemand sagt, schwarz ist weiß, und dieser jemand ist ein Professor, dann ist man geneigt, ihm trotzdem zu glauben. Jede Kartoffel, die ein BGE-Empfänger ißt, wird von einem Nicht-nur-BGE-Empfänger aus der Erde geholt. Bedingungslos.

    Wenn das BGE zu klein ausfällt, dann bringt es nichts. Fällt es höher aus, ist es ein unbezahlbarer Fehlanreiz. 1.000€ pro Monat sind da nicht übermäßig viel für einen Single. Eine vierköpfige Familie hätte damit allerdings bereits 4.000€ Einkommen.

    Auf jede vierköpfige Familie, der das genügt, muß eine andere kommen, die jeden Monat 4.000€ mehr an Steuern zählt, als sie selbst an BGE erhält, also 8.000€ Steuern. Um dahin zu kommen, muß sie selbst bei irrwitzig hohen Steuersätzen von 50 Prozent 16.000€ einnehmen, was zusammen mit dem BGE einem Monatseinkommen von 20.000€ entspricht.

    Auch für den Single sieht es so aus: Für jeden, dem die 1.000€ nicht genügen, muß irgendein anderer das Doppelte an Steuern zahlen, also 2.000€. Und damit wurde noch kein Euro für irgendeine öffentliche Aufgabe einberechnet. Jedes Beamtensalär, jede Pension kommt noch obendrauf.

    Und vor allem: es würde die Illusion genährt, dem Recht auf irgendetwas auf der einen Seite stünde nicht die Pflicht für jemanden auf der anderen Seite entgegen, dieses zu erbringen. Das ist der Stoff, aus dem die verwöhnten Bälger sind. Heute gibt es auf der einen Seite die Bereitschaft, einen gewissen Teil seines Einkommens für Bedürftige und für öffentliche Aufgaben herzugeben. Dafür trete ich jederzeit ein. Aber wer ist bereit Faulpelze durchzufüttern?

  6. Diese Lösung ist eine Kapitulation. Natürlich ist das besser. Es ist auch besser, rot als tot zu sein. Es ist auch besser, man gibt sein Geld als sein Leben. Noch viel besser ist es aber, man zieht eine Grenzlinie und sagt: das ist jetzt genug, keinen Schritt weiter.

  7. OK, Sie haben den Ansatz von Prof. Werner also nicht gelesen. ;-) .
    Deshalb auch die fehlerhafte Beschreibung in ihrem Kommentar.

  8. Die Piraten sind die einzigen, die im aktuellen DeutschlandTrend für das ARD-Morgenmagazin zulegen können. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden die Piraten auf elf Prozent kommen – ein Prozentpunkt mehr als vor einer Woche.

    http://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend1516.html

    Lasst immer weiter eure Polemik regnen. Immer schön wiederholen was die MSM vorbeten. Bloss nicht selber nachdenken. Das zeigt nur noch mehr Leuten, daß es irgendwie gut sein muss dP zu wählen.
    Es ist eine einfache Rechnung die die Leute (und vor allem Nichtwähler) aufmachen: der Feind meines Feindes ist mein Freund.

    Die Kirsche auf der Torte war natürlich:

    Nur Liberale setzen sich gegen solche Klientelparteien zur Wehr, daher ist für sie auch die heutige FDP unwählbar.

    Der Autor muss vor kurzem aus einem tiefen Koma erwacht sein, denn es ist ihm entgangen, daß die FDP seit inzwischen Jahrzehnten ein profilloses Fähnchen im WInde ist. Diese Partei hat wie keine andere bewiesen, daß sie so ziemlich jedem in den Arsch kriechen solange sie an die Macht kommen. Leider hat sich das ja inzwischen soweit rumgesprochen, daß keiner mehr weiss warum er die überhaupt wählen sollte. Nicht einmal die jeweiligen Seniorpartner nehmen diese komische Randgruppe von Clowns ernst. Man schaue sich an wie die CDU mit denen umgeht. Sie wurden ins Boot genommen nach den Wahlen, haben ihre Schmierkampagne bekommen für die sie bezahlt wurden und ab dann ist mal wieder Schnauze halten angesagt.

    Sie wenden sich entschieden gegen die Verfolgung von Partikularinteressen in der Politik, das unterscheidet sie von allen anderen Parteigängern.

    Jaja. Vor allem so durchdachte Entscheidungen wie Steuersenkung für den Hotelbetrieb haben gezeigt wie unabhängig diese Partei ist. Sie sind das Licht am Ende des Tunnels. Nur Hirn und Verstand!
    So nun bitte ich um mein Beratungshonorar!

    Es geht ihnen um Selbstbestimmtheit, Ideologiefreiheit und die kompromisslose Verteidigung dieser Werte, weswegen sie auch besonders entschlossen dem Islam entgegentreten.

    Ach. “Ideologiefreiheit” nennt man das heute wenn man kein Profil hat.
    Diese Werbewirtschaft. Da blickt doch keiner mehr durch bei ihren Parolen.

    Oh ja die sind auch total und entschlossen gegen den Islam!
    http://www.abendblatt.de/politik/article2244686/FDP-gegen-Verbot-von-kostenloser-Koran-Verteilung.html
    Aber ich bin sicher wir finden ganz leicht tatsächlich auch Positionen gegen den Islam. Wahrscheinlich genauso viele wie dafür. Wie schon gesagt: profillos.

    Aber witziger Versuch die FDP als eine Art dF hinzustellen.
    Es sieht so krampfhaft aus. Als würde der Autor mit den Tränen kämpfen während er das schrieb.

  9. Ein kleiner Gedanke von H.M.Broder zum Thema Piraten und deren “Erfolg”:
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/amateur_night/

    Ich stelle das mal einfach so in den Raum. Ist kein tiefsinniger Artikel, aber ich finde den Vergleich nicht ganz falsch.

  10. “Nur Liberale setzen sich gegen solche Klientelparteien zur Wehr, daher ist für sie auch die heutige FDP unwählbar.

    Lesen Sie den Satz nochmal mit meiner kleinen Hilfestellung, dann sehen Sie ggf., dass die FDP im Artikel eben gerade nicht als liberaler Hoffnungsträger dargestellt wird. Haben Sie eventuell das “un” in “unwählbar” übersehen?

    Vermutlich ist in diesem Forum niemand gut auf die FDP zu sprechen… zu Recht.

    Oder habe ich Ihren Kommentar falsch verstanden?

  11. Ich verstehe die von Ihnen genannte positive Seite des Grundeinkommen, nämlich ein unbürokratischer Ersatz für all die Hilfen zu sein (hartz4 und co.) die wir jetzt schon haben und die ebenfalls von anderen bedingungslos berappelt werden müssen (Bedingungen bestehen schließlich nur für die Empfänger, nicht für all jene steuerpflichtigen Zahler).
    Und so glaube ich Ihnen durchaus (auch ohne die Vorschläge des genannten Professors zu kennen), dass man aus o.g. Gründen zum Ergebnis kommen kann, dass es nicht (viel) mehr kosten würde als unser jetziges System (je nachdem, wie hoch man das Grundeinkommen letztlich ansetzt) und man deshalb doch eigentlich ruhig statt auf der Kosten- auf der Metaebene diskutieren könnte, wo sich Vorteile wie z.B. mehr Bildungsgerechtigkeit auftun, weil alle sich gleichermaßen ein Studium leisten könnten, etc..

    Das Problem ist allerdings, dass die theoretischen, zur Finanzierung angestellten Abschätzungen des Potentials der Verwaltungskostenreduktion, des Steuerplus des durch Kaufkraftsteigerung ausgelösten Wirtschaftswachstum, etc. in der Realität doch vor allem von der einen Variable überlagert werden: Wieviele Menschen leben NUR vom Grundeinkommen.
    Vielleicht ist mein Menschenbild zu pessimistisch aber ich denke, die Zahl würde bei – im Vergleich zu jetzt – höherem Satz und ohne Sanktionsmechanismen steigen. Ev. auch durch Zuwanderung in dieses (auch staatsbürgerrechtlich bedingungslose?) Sozialparadies (und sei es nur aussschließlich innereuropäische).
    Und klar ist wohl, dass die Diskussion dann doch wieder auf ein Kostenproblem reduziert werden muss, weil es jenseits aller Ideologien einfache Arithmetik ist, dass nicht eine große Zahl von Menschen fürs Nichtstun vom Rest allimentiert werden kann.

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