Frank-Furter Schnauze: Friede, Freude, Eierkuchen

Frohe Ostern!

Es ist Ostern. Die Christen besinnen sich der Geschichte Jesu, Nicht-Christen freuen sich, dass sie trotzdem zwei zusätzliche Tage frei haben. Und manche völlig unchristlichen Zeitgenossen ärgern sich gar darüber, dass man am Karfreitag in Deutschland per Gesetz nicht feiern darf. Die Frank-Furter Schnauze meint dazu: Lasst sie doch feiern! Aber bitte schön nur, wenn sie dafür am Karfreitag auch arbeiten gehen! Wäre das nicht ein toller Kompromiss?

Nein, der übliche Links-Grün-Pirat ärgert sich über Tanzverbote, aber nicht über (freie) Feiertage. Das ist konsequent: Man kassiert ja auch Weihnachtsgeld, geht im Dezember jeden zweiten Tag Glühwein-Saufen und ärgert sich trotzdem über dieses viel zu kommerzialisierte Christenfest, das übrigens dereinst ein Heidenfest war. Zumindest darf man an heidnischen Festtagen tanzen.

„Tod und Zerstörung“

Längst zur Gewohnheit sind indes die so genannten Ostermärsche geworden, bei denen die neue Phalanx des Gutmenschentums, ein politisch wirres Konglomerat aus Kirchen, Gewerkschaften und Linkspartei, zu nichts weniger als Weltfrieden aufruft. Das ist gut gemeint, geht aber in der Regel mit hoffnungslos weltfremden Anschauungen und Forderungen einher. So auch dieses Jahr.

Auf einem Ostermarsch zum Frankfurter Römerberg geißelte ein DGB-Funktionär „Kriegsabenteuer wie in Afghanistan, Irak und Libyen“, die nur „Tod und Zerstörung“ bringen würden. Und weiter: „Statt Krieg und Kriegsvorbereitungen brauchen wir soziale Gerechtigkeit, Demokratie und ökologische Vernunft.“ Das zeigt dann spätestens, wohin die Reise geht.

Alle Jahre wieder, zur Osterzeit

Kritisiert wurden die Bundeswehr, deutsche Waffenlieferungen ans Ausland und überhaupt der vermeintlich kriegstreiberische Westen. Das klingt so, als wären „soziale Gerechtigkeit, Demokratie und ökologische Vernunft“ Errungenschaften des Nahen Ostens, die sich der Westen standhaft weigert, in seinen Breiten einzuführen. Fast könnte man meinen, die Redner auf dem Römerberg hätten zu oft das Israel-Gedicht von Günter Grass gelesen. Doch kann der Dichter wahrlich nichts dafür. Der Ton ist nämlich immer derselbe, alle Jahre wieder zur Osterzeit.

Das gänzlich Absurde daran ist freilich, dass Krieg, Gewalt und Terror kritisiert werden, die wahren Kriegstreiber, Gewaltverbrecher und Terrorfürsten jedoch nicht einmal beim Namen genannt, wenn nicht gar noch verteidigt werden. Die so genannte “Friedensbewegung” offenbart auf diese Weise ihre Rückgratlosigkeit, ihre Feigheit und ihre Irrelevanz. Es gehört nicht viel Mut dazu, sich in Deutschland auf die Straße zu stellen und hohle Phrasen von Abrüstung und Weltfrieden zu dreschen. Es gehört nicht mal viel Mut dazu, in Deutschland deutsche Soldaten, den Westen oder gar – siehe Günter Grass – Israel zu kritisieren.

Einen gemeinsamen Nenner

Es gehört aber verdammt viel Mut dazu, die folgende Wahrheit auszusprechen! Die überwältigende Mehrzahl aller gegenwärtigen Fälle von Krieg, Gewalt und Terror hat einen gemeinsamen Nenner: Den Islam. Denn insbesondere am Rande der islamischen Welt (mitsamt ihrer Tentakeln bis in euorpäische und amerikanische Gefilde) brodelt und kriselt es seit Jahren und Jahrzehnten. Von Jugoslawien über Palästina bis Nordafrika und Pakistan. Von Iran über Irak bis Somalia und Tschetschenien. Von Toulouse über Frankfurt bis New York, Moskau, London und Madrid.

Wer ernsthaft für mehr Frieden und Gerechtigkeit (von „Weltfrieden“ wollen wir lieber gar nicht erst reden) streiten will, ohne diese Tatsachen überhaupt anzusprechen, macht sich gelinde gesagt lächerlich. Und wer angesichts der geostrategischen Entwicklungen des letzten Jahrzehnts, insbesondere des Siegeszugs des fundamental-religiösen Wahhabismus im Norden Afrikas, allen Ernstes fordert, der Westen müsse abrüsten, und zwar des Weltfriedens wegen, lebt in einer Traumwelt, in einer selbst konstruierten, politisch korrekten Blase, die mit der Realität so wenig zu tun hat wie der Osterhase oder der Weihnachtsmann.

Die militärische Überlegenheit der Demokraten

Wem an Frieden, zumindest in unseren Breiten, gelegen ist, der sollte vielmehr dankbar sein, dass der Westen dem Rest der Welt militärisch überlegen ist. Nicht dümmliches Friedens-Geschwätz hat Europa den Frieden gebracht, sondern einzig die militärische Überlegenheit derer, die für Demokratie und gegen Totalitarismus waren (und sind). Und so lange es Totalitarismus in der Welt gibt, ist nichts mehr im Sinne des Friedens, als die militärische Überlegenheit der Demokraten!

Das ist freilich eine weitere Wahrheit, die mit der Friede-Freude-Eierkuchen-Illusion der deutschen Gutmenschen-Phalanx nicht vereinbar ist. Aber wahr bleibt sie trotzdem. Auch wenn man mittlerweile in hiesigen Medien schon den Eindruck gewinnen könnte, Deutschland und Europa müssten sich für die vergangenen sechs Jahrzehnte des Friedens bei der Türkei und Saudi-Arabien bedanken, und nicht bei Briten und Amerikanern.

Apropos: Wie würde die Welt wohl aussehen, wenn nicht Briten und Amerikaner, sondern Türken und Araber die letzten sechs Jahrzehnte militärisch überlegen gewesen wären? Ich will es mir nicht ausmalen. Vielmehr freue ich mich einfach, dass dem nicht so ist. Und wünsche allen blu-Lesern im Sinne von Frieden, Freude und Eierkuchen: Frohe Ostern!

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Marco Pino

(6) Readers Comments

  1. Treffender kann man es nicht ausdrücken. Danke für diesen Kommentar.
    Frohe Ostern

  2. Sehr guter Artikel Marco !!! Im eroberten Timbuktu in Mali mussten die Christen fliehen, weil prompt die Scharia von den neuen arabischen Machthabern eingeführt wurde. Gleiches muss jeder Ort und jedes Land dieser Welt erwarten, in dem eine islamische Mehrheit herrscht.

  3. Super!Das sollten alle s.g.Gutmenschen lesen.Fr.-Fu. zeigt wo die Propleme sind.Aber es wird nichts nützen.
    Es ist doch nur noch eine Frage der Zeit bis es auch für DE. zu spät ist, mit all den Konsequenzen die dann hier für unsere Nachkommen herrschen.Furchtbar und wohl nicht mehr zu ändern.
    MfG S29642

  4. Und auch ich wünsche Allen: Frohe Ostern!
    Vielen Dank für diesen analytisch klugen – und nur allzu wahren Artikel!

  5. Was Karfreitag und Tanzverbot angeht, muss ich Dir energisch widersprechen. Egal, ob der Widerstand gegen das Tanzverbot aus einer Ecke kommt, die mir nicht gefällt, ein religiös begründetes Tanzverbot hat in einem, offiziell säkularen Staat keine Existenzberechtigung. Scharia light in katholisch? Ohne mich! Denn faktisch zwingt damit eine Minderheit per Gesetz der Mehrheit ihren Lebensstil auf und da, wo normalerweise getanzt wird, also in Clubs und Diskotheken ist der bußfertige Katholik, der sich daran stören könnte, ganz sicher in der Minderheit.
    Ein Tanzverbot steht für mich auf gleicher Ebene, wie ein Moslem, der mir im Ramadan meine Leberkässemmel verbieten will. Dazu ein kares Nein!

  6. Pingback: Blog » Blog Archive » Zwei politische Ostergrüße

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