Frank-Furter Schnauze: Die Aufmerksamkeit gehört den Opfern!

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Japan, am 11. März 2011: Das Bild zeigt den Moment, als der gewaltige Tsunami auf die Küste trifft (Screenshot aus einem Youtube-Video; Link: siehe unten)

Am heutigen Tag jährt sich zum ersten Mal die große Katastrophe, die Japan am 11. März 2011 heimsuchte. Erst erschütterte eines der stärksten Erdbeben der Geschichte das Land, dann traf ein gigantischer Tsunami die Ostküste der Hauptinsel Honshū. Und in den darauf folgenden Tagen hielt ein schwerer Störfall im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi die Welt in Atem. Knapp 20.000 Menschen starben bei der Katastrophe. Die allermeisten fielen der Flutwelle zum Opfer.

Primär eine menschliche Katastrophe

Besonders in Deutschland war die Anteilnahme groß. Doch als die Zahl der Toten noch gar nicht feststand, rückten die Opfer bereits in den Hintergrund. Mehr als irgendwo sonst auf der Welt galt die Aufmerksamkeit hierzulande den Ereignissen im havarierten Atomkraftwerk. Der Beinahe-GAU am anderen Ende der Welt löste einen politischen Tsunami aus. Die Folgen waren unter anderem die nicht einzige, aber wohl berühmteste Kanzlerwende der Angela Merkel (und ergo: der Atomausstieg) sowie der Wahlsieg der Grünen in Baden-Württemberg. Die Ökopartei profitierte wie keine andere von der Katastrophe in Japan. Und schamlos nutzten die grünen Genossen die Gunst der Stunde, unterstützt von weiten Teil der überwiegend rot-grün beseelten deutschen Medien-Zunft. Die Tatsache, dass es sich bei der Katastrophe in Japan primär um eine menschliche Katastrophe handelte, und nur sekundär um eine energiepolitische, geriet dabei schnell in den Hintergrund.

Knapp 20.000 Menschen starben am 11. März 2011. Keiner von ihnen fiel dem Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi zum Opfer. Zweifelsohne hat auch die Atomkatastrophe erhebliche Schäden verursacht. Aber die freigesetzte Strahlung wird verschwinden, die kontaminierten Gebiete werden wieder bewohnbar. Die Menschenleben, die das Meer genommen hat, kehren jedoch nicht zurück. Ihr Tod ist endgültig. Ihnen gehört die Aufmerksamkeit in dieser Stunde des Gedenkens.

„Japans dunkelster Tag“

Doch leider wird schon jetzt deutlich, dass sich heute, am ersten Jahrestag der Ereignisse vom 11. März 2011, das gleiche, moralisch höchst verwerfliche Spiel wiederholen wird, das sich vor einem Jahr in Deutschland abspielte. Die Grünen wittern erneut die Gunst der Stunde, rufen auf zu Demonstrationen und Mahnwachen. Nicht im Gedenken an die Opfer, sondern weil „Fukushima mahnt“. Und wieder blasen die Medien in dasselbe Horn: „Japans dunkelster Tag“, titelt beispielsweise Spiegel-Online. Dem Reaktor-Unfall in Fukushima gebührt zirka die Hälfte des Artikels. Beim großen Erdbeben in Tokio am 1. September 1923 starben über 140.000 Menschen. Bei den Abwürfen zweier Atombomben im Zweiten Weltkrieg über Hiroshima und Nagasaki starben am 16. Juli 1945 über 92.000 Menschen, 130.000 weitere erlagen den Folgen der Verstrahlung noch im selben Jahr. Doch „Japans dunkelster Tag“, das ist aus Sicht der rot-grünen Spiegel-Redaktion freilich der, an dem das Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi in die Bredouille kam. Ob und wie viele Menschen dabei starben, scheint nachrangig zu sein.

Das ist nichts anderes als heuchlerisches Gedenken. Fast könnte man meinen, insbesondere die Grünen seien insgeheim froh, dass endlich dieser Jahrestag stattfindet, dass endlich ihr Lieblingsthema wieder in den Fokus der Medien rückt. Eben genau so wie vor einem Jahr, als beispielsweise Grünen-Chef Jürgen Trittin im Tagesthemen-Interview die Freude über das unerwartet vom Himmel gefallene Wahlkampfthema nicht verbergen konnte. Sein hämisches Grinsen, während 10.000 Kilometer entfernt tausende Menschen fürchterliches Leid erfuhren, sprach und spricht Bände, was es mit der „grünen Moral“ wirklich auf sich hat.

Gedenken an die Opfer

Japans Premierminister Yoshihiko Noda meldete sich derweil zum Jahrestag der Katastrophe in einem Gastbeitrag in der Washington Post zu Wort. Freilich spielt Fukushima auch in seinem Text eine Rolle, aber nicht die zentrale, schon gar nicht die einzige. Genauso wichtig ist Noda beispielsweise die Frage, inwiefern Japan aus der Katastrophe lernen, seine Frühwarnsysteme (wohlgemerkt: mit Blick auf Naturkatastrophen) weiter verbessern und dieses Wissen mit der Welt teilen kann. Ein Punkt, der hierzulande quasi gar keine Beachtung findet, aller vermeintlichen Bestrebungen, die Welt zu verbessern, zum Trotz. Etwa, weil sich damit in Deutschland kein rot-grüner Wahlkampf führen lässt?

An aller erster Stellte steht in Nodas Text das Gedenken an die Opfer, gleichwohl der Wunsch, den Menschen in Japan eine Perspektive für die Zukunft ihres Landes zu geben. Die deutsche Politik und insbesondere die deutschen Medien täten gut daran, von den Japanern in dieser Angelegenheit zu lernen.

Im Gedenken an die Opfer der Katastrophe vom 11. März 2011:

Artikelbild: Screenshot aus einem Youtube-Video; siehe Link)

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Marco Pino

(2) Readers Comments

  1. Die Opfer in Japan sind den Grünen doch scheißegal,das einzigste was die interssierte war der Störfall in dem AKW!So konnten sie ihre durchgecknallten Meinungen und Thesen wieder gut platzieren in der Öffentlichckeit.Sehr treffend beschrieben in deinem Artickel!
    Es wäre schön wenn der Sekte der grünen Khmer mal endlich die Luft ausgehen würde,und ihnen nicht so viele unwissende Menschen auf den Leim gehen würden!

  2. Wie heftig ist das Artikelbild??? Hab mir grade mal das YT-Video angeschaut, wo das rausgeschnitten wurde. Die Szene auf dem Foto, wo die Welle bricht, ist wirklich unglaublich. Da schauderts einem ja bei. Die Gicht ist ja locker dreimal so hoch wie das Haus davor. Das müssen mal um die 20 Meter sein. Da bleibt echt nix stehen, wenn sowas auf die Küste trifft. Eine unglaubliche Naturgewalt.

    Ich finde übrigens das Video hier im Artikel echt angemessen, als “Gedenken an die Opfer”. Schön gemacht, wirklich.

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