Allgemein Titel — 09 März 2012

Wohlfahrtsverband Sefkat-Der in der Türkei fordert Bewaffnung von Ehefrauen

Waffen für türkische Ehefrauen (Bild: Ricce; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Ehefrauen in der Türkei leben gefährlich. Laut einem Bericht des Tagesspiegel wurden 2011 in der Türkei 252 Frauen von ihren Männern, Verlobten, Geliebten oder von männlichen Verwandten umgebracht. Die Zahl der Opfer beträgt annähernd fünf pro Woche, 26 Ermordete mehr als 2010 und seit Anfang 2011 sind bereits 36 Mordopfer zu beklagen.

Die 33-jährige Tülin Kaplan aus Ankara wurde von ihrem Ehemann ständig verprügelt und wollte sich daraufhin scheiden lassen. Der Polizei war bekannt, in welcher Gefahr sie sich befand und erteilte ihr bis Mitte Februar Personenschutz. Kaum waren jedoch zwei Wochen ohne Schutz vergangen, tauchte Yasar Kaplan in der Wohnung seiner Ex-Ehefrau auf und wollte sie zur Rückkehr bewegen. Er erschoss sie, als sie sich weigert.

Frauen bewaffnen

Der Frauenrechtler und Vorsitzende des Wohlfahrtsverbandes Sefkat-Der, Hayrettin Bulan, ist überzeugt, dass Tülin Kaplan, wenn sie bewaffnet gewesen wäre, eine Chance gehabt hätte. Daher fordert er zum internationalen Frauentag, die Bewaffnung gewaltgefährdeter Frauen.

Nach Schätzungen von Bulan gibt es in der Türkei bis zu 10.000 gefährdete Frauen, er rät ihnen „ zur aktiven Selbstverteidigung, notfalls mit Pistole und finalem Rettungsschuss“.

Judo- oder Karatekurse, das Tragen sportlicher Schuhe und Reizgas als ständiger Begleiter sollen dazu beitragen, im Notfall vor gewalttätigen Männern fliegen zu können.

Wenn nichts dergleichen hilft „dann ist die Ausbildung an der Waffe sehr wichtig“, rät Sefkat-Der und das möglichst noch vor der Ehe, damit die Frau im Notfall auf alles vorbereitet ist. Dieser Empfehlung sind laut Bulan bereits 3500 Frauen nachgekommen und haben sich nach Schießkursen erkundigt. In der Broschüre des Vereins, „Wie Sie ihr Leben retten können“, werden aber auch Tipps zum Untertauchen, zur Verhandlung mit Mann und Familie und anderes mehr gegeben.

Frauenministerin Fatma Sahin ist erbost

In der Türkei gibt es bereits jetzt Millionen illegale Waffen und Sahin befürchtet, dass der Aufruf zum Schusswaffengebrauch gegen türkische Ehemänner die häusliche Gewalt noch beflügeln könnte und keine Lösung des Problems bietet.

Doch scheint die Empörung der Ministerin angesichts der augenscheinlichen Unwilligkeit staatlicher Institutionen unverständlich. Wie der Schweizer Radiosender DRS berichtet, wurde eine Antragstellerin für behördlichen Schutz von der Polizei zwar aufgesucht, doch war sie zu diesem Zeitpunkt schon drei Monate tot und begraben – erschossen von ihrem Ehemann. Aber auch Frauen, deren Antrag bearbeitet wurde, werden in der Türkei eines Recep Tayyip Erdogan und seiner islamischen AKP von ihren Ehemännern ermordet.

Ziel erreicht

„Wir hatten drei Ziele“, sagte Bulan: „Wir wollten festhalten, dass der Staat seiner Aufgabe, die Frauen zu schützen, nicht nachkommt. Wir wollten den gewalttätigen Männern ein wenig Angst einjagen und ihnen sagen: „Beim nächsten Mal könntest du selbst dran sein. Und wir wollten den Frauen sagen, dass sie nicht schutzlos sind.“ (BB)

Artikelbild: Waffen für türkische Ehefrauen (Bild: Ricce; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)

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(3) Readers Comments

  1. Keine schlechte Idee, dass sollten sie hier mal einführen,dann würden bestimmt in Deutschland so einige Frauen noch leben!
    Aber in so einem pazifisten Land wie unseren da mus man sich erst umbringen lassen bevor man sich wehren darf!

  2. Frauenverachtung

    Islam‑Institut: Männer dürfen Frauen schlagen

    BONN. Moslems ist das körperliche Züchtigen ungehorsamer Ehefrauen erlaubt. Darauf macht das Institut für Islamfragen in Bonn aufmerksam. Der Koran und weitere islamische Schriften sowie die Bedeutung des arabischen Begriffs daraba ließen nur die Interpretation zu, daß moslemische Männer ein Recht zum Schlagen ihrer Frauen haben, heißt es in einer Pressemitteilung des Instituts. Die Auffassung liberaler und westlich orientierter Moslems, Mohammed habe nur eine Ermahnung empfohlen und höchstens ein leichtes Schlagen mit einem Tuch oder einer Feder zugelassen, sei nicht haltbar. Die islamische Überlieferung empfehle dem Moslem sogar, eine Peitsche an die Tür zu hängen, um die Frau stets vor den Folgen des Ungehorsams zu warnen. Nach islamischer Auffassung, so das Institut, ist der Mann für den Schutz der Ehre seiner Frau und der ganzen Familie verantwortlich. Er könne dieser Pflicht aber nur nachkommen, wenn ihm die Frau gehorche. Für den Alltag in islamischen Ländern bedeute dies, daß mißhandelte Frauen wenig Hilfe von der Gesellschaft erwarten können.

    Quelle: JUNGE FREIHEIT vom 17./24. Dezember 2004

  3. Diese Meldung ist solange wertlos, solange nicht dabei steht, von welcher religiösen Autorität das dekretiert wurde. Denn nur für diese und deren Anhänger gilt das dann in dieser Form. Es gibt auch andere religiöse Autoritäten im Islam, die anderes dekretieren. Wer Kritik üben will mit dem Ziel der VERBESSERUNG, der sollte anfangen zu differenzieren. Deshalb: Eine wertlose Meldung.

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