Schwere Ausschreitungen in Afghanistan (Update: siehe unten)
Wie verschiedene Medien berichten, eskalierte die Lage in Afghanistan. In mehreren Städten gingen wütende Menschen mit Steinen bewaffnet auf die Straßen, in Kabul wurden Schüsse abgefeuert.
Auslöser der Ausschreitungen war lediglich der Umstand, dass in einem US-Militärstützpunkt Korane verbrannt worden waren. Dies geschah auch nicht als Provokation, sondern offenbar eher aus Versehen. Die Bücher wurden zusammen mit Unrat und anderem Müll verbrannt. Auch Propagandamaterial von radikalen Islamisten soll mit vernichtet worden sein. Die Korane wurden wohl zuvor im Gefängnis auf dem Stützpunkt benutzt.
“Tod den USA”
Obwohl es sich also nur um die Entsorung alter Bücher handelte, gingen tausende Menschen auf die Straßen und skandierten voller Wut und Hass Parolen wie “Tod den USA”. Das US-Militär entschuldigte sich derweil mehrfach und ausdrücklich bei der afghanischen Bevölkerung.
Wie nun bekannt wurde, planen die ISAF-Truppen sogar die Schulung ihrer Soldaten: denen soll beigebracht werden, wie mit religiösen Schriften nach islamischem Gesetz richtig umgegangen wird. Ob das der dringend notwendigen Aufklärung in dem rückständigen Land am Hindukusch dienlich ist, darf allerdings bezweifelt werden. (MP)
UPDATE:
- Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung auf ihrer Internetseite berichtet, sind die Proteste weiter eskaliert. In Kabul gab es bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei mindestens drei Tote. Insgesamt wurden mehr als 17 Menschen verletzt.
- Wie Welt-Online berichtet, sind bei den Protesten mittlerweile zehn Menschen ums Leben gekommen.














Prof.Kantholz
Der tatsächlich dringend benötigten Aufklärung in Afghanistan ist das sicher nicht dienlich.
Es dürfte aber die Überlebenschancen der Soldaten erhöhen.
Rationalist64
Aufklärung trifft auf Mittelalter.
Das kann nicht gutgehen.
(An den Menschen, die wegen des Vorfalles getötet werden, wird man wieder “dem Westen”, den Christen oder den USA die Schuld geben.)
Mein Vorschlag: Sofortiger Abzug aus Afghanistan und die Rechtgeleiteten sich selbst überlassen.