120 Jahre alt

Münchner Freiheit: Die Tradition der Bayern-SPD alt auszusehen

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Spitzenkandidat der Bayern-SPD: Christian Ude (Bild: Kai Mörk; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

Wenn man für einen Neu-Anfang, für neuen Schwung, für Modernität und vor allem für einen Machtwechsel in einem seit Jahrzehnten von einer Partei – fast im Alleingang – beherrschten Land werben will, zeigt man sich üblicherweise als frische und moderne Kraft. Den gegenteiligen Ansatz wählt Christian Ude, der neue – und jetzt schon alt aussehende – Kandidat der Bayern-SPD zur Landtagswahl 2013 .

Ude kommt, zumindest für Beobachter des Münchner Oberbürgermeisters überraschend, im bayernweiten Wahlkampf unglaublich langweilig daher. Daher vermag der Bayerische Rundfunk (BR) bei der Zusammenstellung der besten Sprüche aller Akteure des mittlerweile schon traditionellen politischen Aschermittwochs Ude nur mit einem einzigen Spruch wiederzugeben. Der Sozialdemokrat ist aus Sicht des BR da des Zitierens wert, wo er auf das Alter seiner Partei anspricht.

Es wird nur scheinbar besser, wenn man das in den von Ude beabsichtigten Zusammenhang bringt. Der Münchner Oberbürgermeister will in den Wahlkampf den Gedanken hineintragen, dass Bayern nicht mit der CSU gleichzusetzen ist. Ihm ist wichtig darzulegen, wie sehr doch auch die SPD – und das seit 120 Jahren – zu Bayern dazu gehört. Ude, halb so alt aber anscheinend doppelt so müde wie seine Partei, wirkt bei der Haudrauf-Veranstaltung am Aschermittwoch sehr bemüht. Aber das was er darstellen will, wirkt ebenfalls sehr bemüht.

Diese Beobachtung ist sicher nicht sonderlich politisch. Aber wer erlebt, wie unpolitisch Ude in München für seine politischen Ziele kämpft, weiß, wie wichtig das ist und wie deutlich das auch der Spitzenkandidat der Bayern-SPD üblicherweise erkennt.

Was Ude jedoch nicht begreift, ist, dass man nicht deswegen als authentisch angesehen wird, weil man darum bittet, oder gar bettelt. Man ist es, oder eben nicht. Und die Bayern-SPD, die nicht ähnlich eigenständig ist wie die CDU-Schwester CSU, wirkt schlichtweg nicht authentisch, nicht wie das Original, oder einfach ausgedrückt: nicht bayerisch. Schon gleich nicht, wenn man in der Phase Attacke zunächst fast weinerlich seine Zugehörigkeit erbetteln möchte. Seehofer, von SPD-Chef Gabriel zurecht als Wendehals dargestellt, beweist einfach mehr Witz, mehr augenzwinkernde Frechheit, wenn er die CSU zum Original und alle anderen Parteien zu Plagiaten erklärt. Eine mit Humor garnierte Selbstverständlichkeit, die er mit seinem ganzen Auftritt repräsentiert – und die Ude, auf bayerischem Parkett, schlichtweg fehlt.

Und das schlägt sich um in Unsicherheit. Aus dieser heraus beruft sich Ude auf seinen – das alleine schon voll unfreiwilliger Komik – „Vorgänger als Kandidat“ Maget. Geht es schlimmer? Franz Maget, der die SPD unter die 20-Prozent Marke führte. Udes Vorgänger sind vor allem in einem traditionsbildend: im gnadenlosen „Abgewatscht-werden“. Das ist die Tradition und das Bild der Bayern-SPD: Kandidat zu sein.

Aber daran liegt es nicht alleine. Der – leider – verstorbene Sepp Daxenberger war ein Grüner. Er gehörte damit einer Partei an, bei deren Nennung man in Niederbayern noch vor wenigen Jahrzenten in eine prächtige Wirtshausschlägerei verwickelt werden konnte. Aber Daxenberger war bodenständig und ein glaubhafter Bayer – und konnte deshalb der CSU gefährlich werden. Das geht aber nicht durch das Erbetteln von Authentizität, sondern nur durch Souveränität.

Ude hingegen geht es wie seinem verstorbenen Freund Helmut Fischer, den Darsteller des legendären Monaco Franze. Er kommt wie dieser jenseits der Stadtgrenze Münchens ins Schwitzen. Aber der Monaco war von München aus eine bayernweite Figur. Ude droht in Bayern aufzuzeigen, dass er nur in München eine Statur hat.

Artikelbild: Spitzenkandidat der Bayern-SPD: Christian Ude (Bild: Kai Mörk; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)

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Über den Autor

Christian Jung

In seiner Kolumne Münchner Freiheit kommentiert Christian Jung den alltäglichen Wahnsinn in Bayern und dem Rest der Welt. Alle Artikel...

(4) Leserkommentare

  1. Ja, Euch in Bayern gehts noch gut! Hoffen wir mal, dass es so bleibt. Irgendwer muss ja den Länderfinanzausgleich bezahlen. Auf die Badenwürttemberger können wir da wahrscheinlich nicht mehr lange zählen… Muahaha! :D

  2. Als ich das Photo gesehen habe, dachte ich einen Moment lang:
    “Gott, sieht der Bsirske schlecht aus…”

    Vielleicht sollte ich noch einen Kaffee trinken.

  3. Der Penzberger Imam Bajrambejamin Idriz, wird schon dafür sorgen,
    das der Herr Ude in Bayern die Stimmen aller Muslime erhält.
    Schließlich verstehen die Beiden sich ganz blendend, und für Idriz ist mit der Wahl von Ude, der Nachschub an Fördermittel, gesichert.

  4. Ich hoffe nur für Bayern das Ude dieser Sozi Vollpfosten nich Ministerpresident wird,aber soviel Verstand werden die Bayern ja noch haben den nicht zu wählen.
    Vielleicht umgarnt er die Mohamedaner ja deswegen so starck,weil er sich von denen zum Ministerpresidenten wählen lassen will Muhahaha (Der Kalif von München).

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