Münchner Freiheit: Über Täuscher und begeistert Getäuschte im Falle Idriz

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Pinocchio-Produktion (Bild: Bredehorn.J; Quelle: pixelio.de)

Im Islam ist das Täuschen über die wahren Absichten im Dienste des Glaubens, die sogenannte Taqiyya, erlaubt. Unklar war bislang, ob der Islam es goutiert, sich dabei dumm anzustellen. Der Penzberger Imam Bajrambejamin Idriz hat sich im Rahmen eines Selbstversuchs aufgemacht, hierauf eine Antwort zu finden. Dabei muss er als Suchender betrachtet werden, der immer wieder neue Anläufe unternimmt. Seine ständig wiederholten Vorstöße, mit Schönfärbereien bis hin zur glatten Lüge sich in die Debatte um den Islam und die aufgeklärte Gesellschaft einzubringen, haben schon eine erste Erkenntnis erbracht: Politik und Teile der Medien verzeihen alles. Aber warum? Die Münchner Freiheit glaubt, eine Antwort gefunden zu haben.

Verzweiflung schärft nicht den Sinn für Realität. Gewendet bedeutet dies, dass der Umfang der Realitätsverweigerung auch den Grad der Verzweiflung ablesen lässt. Demnach muss die Politik sehr desperat sein, wenn sie prozessionsartig in ein oberbayerisches Nest pilgert, um dem dortigen Imam auf den Leim zu gehen. Der übt sich in Süßholz raspeln und versteht sich auf das Aussenden gewünschter Botschaften. Doch dabei verstrickt er sich gerne in seinen Lügen.

Glaubensbrüder zweifeln an Vereinbarkeit von Taqiyya und Dummheit

So sehr Idriz das Dumm-Anstellen großmütig von seitens der Politik verziehen wird, so unwirsch reagieren seine Glaubensgenossen. So bezeichnete Ibrahim Al-Zayat, der seinerseits durch den hochrangigen ägyptischen Muslimbruder Mohammed Mahdi Akef als der Chef der Muslimbrüder in Deutschland bezeichnet worden war, Idriz als Idiot. Ohne sich dem Verdacht auszusetzen, sich in die innerreligiöse Meinungsfindung einzumischen, kann man hier ein gewisses Verständnis für die Qualen des Glaubensbruders haben. Auch und gerade dafür, dass jener El-Zayat die Aktionen des Idriz als „nur noch peinlich“ bezeichnete. Doch von dieser Peinlichkeit ist die deutsche und insbesondere die Münchner Politik keinen Moment tangiert.

Die feinen Unterschiede beim Titelschwindel

Die Unterschiede im Umgang mit den Verstößen eines gewissen von Guttenberg und denen des Vorzeige-Imams der deutschen Islamdebatte beim Titelschwindel könnten frappierender nicht sein. Aber warum die Politik mit viel Gefühl für kulturelle Befindlichkeiten mit unterschiedlichem Maß beide Betrügereien zur Kenntnis nimmt, liegt letztlich nahe. Guttenberg konnte keine Religionsfreiheit für sich geltend machen. Idriz schon. Schließlich, um den Ausgangsgedanken aufzugreifen, hat Idriz hier die islamische Sendung zur Rechtfertigung. Der Politiker aus dem deutschen Adel wollte nur dem Bild entsprechen, von dem er glaubte, diesem gerecht werden zu müssen.

Verzweiflung als Begründung für Blindheit

Die Ursache der Verzweiflung und auch für deren enormen Ausprägungsgrad in der hiesigen und bundesweiten Politik ist letztlich leicht auszumachen. Sie rührt aus dem durch obrigkeitsstaatlich beeinflussten Anspruch, eine Debatte beherrschbar zu halten und zu steuern, die sich schon seit langem und zunehmend der Kontrolle der Politik entzieht. Es geht um die Vereinbarkeit des Islams mit der freiheitlichen Gesellschaft. Es reicht nicht, der Bevölkerung seitens der Politik und der Medien mit der sozialen Ausgrenzung zu drohen, sollten die Bürger ihr längst schon manifestiertes Unbehagen bezüglich des Islams tatsächlich auch zu artikulieren wagen. Es ist ungenügend das Aufblühen der Muslimbrüder in ein arabisches Vorsommerfest mit Happening- Charakter umzudeuteln. Es stellt eine Verweigerung dar, Euphemismen in die Debatte einzustreuen und die Diskussion zu einer „Integrationsdebatte“ zu machen.

Wir teilen keine Gene, wir teilen Ideen

Die Debatte um die Vereinbarkeit oder Unvereinbarkeit des Islams mit der westlichen Gesellschaft wird dabei höchst absichtsvoll in eine „Integrationsdebatte“ umformuliert. Dem Wort Integration haftet die Zuschreibung des Migranten, des Zuwanderers, sprich des Ausländers an. Damit gelangt jedes Wort des Widerspruchs oder auch nur der Sorge in dieser Debatte auf die Rutschbahn hinab in die Hölle der „Diskurs“-Gesellschaft.  Hinab in die Unterwelt der Missachtung und der sozialen Ächtung. Kurz: man erhält den Stempel Ausländerfeind.

Doch tatsächlich geht es den wenigsten mit ihrem Unbehagen um eine Herkunfts- oder gar völkische Debatte. Denn trotz aller Beschwichtigungsversuche und Drohungen bleiben die Befürchtungen bestehen. Ängste aufgrund einer sich immer weiter und schneller verändernden und sich wenig widerstandsfähig zeigenden Gesellschaft. Diesen Sorgen hat die Politik, haben die Medien in ihrer Breite nichts entgegen zu setzen. Nicht weil dies irrationale Ängste wären, sondern gerade weil die Befürchtungen begründet sind und sich täglich mehr Beweise für ihre Richtigkeit im Alltag zeigen. Allzumal im Alltag derjenigen, die sich schon aus ökonomischen Gründen heraus nicht beliebig von den Konsequenzen der ignorierten Probleme zurückziehen können. Diese legen keinen Wert darauf, dass ihr Nachbar die gleichen Vorfahren hat. Sie wollen, dass ihre Nachbarn die gleiche Idee von einer friedlichen und freien Gesellschaft haben – jedenfalls was die Basis dieser Vorstellungen betrifft.

Der Heilsbringer tritt auf

Doch da scheint mit Idriz auf einmal ein Mittel für die Schönredner der Debatte gefunden, jene Sorgen zu zerstreuen. Eine Medizin für das Unwohlsein. Das Versprechen des Heils und die Aussicht auf die Oberhand in einer langsam aber sicher entgleitenden  Debatte um den Islam. Die Wunderwaffe der Integrationsindustrie. Und so betritt mit Idriz der Peter Frankenfeld der Taqiyya die Bühne, um von dort aus die Probleme des islamischen Alltags vergessen zu machen. Und wie Frankenfeld jeden beliebigen Dialekt deutscher Zunge zu imitieren imstande war, so versteht sich Idriz darauf, das zu artikulieren, was er – und seine Gönner und Berater – als das Gewünschte erspüren.

Daher ist selbstverständlich für jeden etwas dabei im bunten Strauß des Unterhaltungsprogramms. Und so erzählt der Imam, mit angeblichen Abschluss aus dem Morgenland, den Grünen von seinem Vorhaben, auf das Dach des Mega-Islam-Tempels „ZIE-M“ (Zentrum für Islam in Europa in München) Sonnenkollektoren zu installieren. Und den Politikern von der Union flötet er eine Sehnsucht nach deutschem Patriotismus vor. Und allen, wirklich allen, erzählt er, wie modern der Islam doch sein könnte, wenn man ihn, den Imam Idriz aus dem oberbayerischen Penzberg nur an die Sache ran ließe. Da wird sehnsüchtig geklatscht. Man will ihm glauben, man hat auf ihn gehofft – man hat sich an ihm besoffen.

Imam Idriz soll auch für andere die Debatte gewinnen

Mit so viel Wind und damit Energie im Rücken tippelt der Imam nun als nimmermüdes Duracell-Häschen aus der Moschee und in die Welt hinaus und trommelt dabei kräftig für seine Glaubensmission. Dass freilich ganz andere den Takt des Dschihad-Häschens vorgeben, weiß mittlerweile – und mittlerweile auch schon wieder lange – der Verfassungsschutz, aber auch die kritische Öffentlichkeit. Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, dem der Verfassungsschutz in Bayern untersteht, hat erkannt, dass sich unter dem Fell des trommelnden Häschens eher ein bärtiger Muslimbruder befindet. Allerdings drückt er dies in bayerischer Klarheit aus und fasst den Beitrag des Imams zur Diskussion angenehm übersichtlich zusammen: „Idriz lügt!“

Aber für den großen Rest der Politik ist Idriz das Fleisch gewordene „Na bitte, geht doch!“ Dabei bietet sich eine weitgehend unkritische Münchner Presse bereitwillig bis willfährig zur Unterstützung an. Viele Journalisten pflegen nun einmal ein eher linksliberales bis vollkommen linkes Weltbild und sehen sich daher ohnehin eher in der Pflicht ihres eigenen Sendungsbewusstseins, das aus unerklärlichen Gründen mit dem Islam vereinbar scheint. Die Widersprüche werden mit dem gemeinsamen Hass auf die westliche Gesellschaft überbrückt.

Da ist eine Berichterstattung durch Report München eher die rühmliche Ausnahme, denn die einer freien Presse würdige Regel. Von ARD, 3-Sat, Arte bis tv-München reichen sich die Fernsehjournalisten die Klinke der Penzberger Moschee in die Hand, um dem Imam aus Oberbayern ungestört von kritischen Nachfragen bei seiner Mission behilflich zu sein. Dennoch zeigt das Schowtalent aus Penzberg eine überdurchschnittlich ausgeprägte Begabung zu Pleiten, Pech und Pannen.

Einsatz ohne Ersatz

Doch das größte von Idriz für seine Unterstützer aufgeworfene Problem ist: Für ihn gibt es keinen Ersatz. Und so erleiden alle seine Befürworter einen großen Schock, wenn ihr Liebling, ihr Hoffnungsträger, ihre Antwort auf die Vereinbarkeit von Islam und Grundgesetz sich einmal mehr als Fehlbesetzung erweist. Einem Fußballtrainer gleich, der mit Erschrecken feststellt, was sein mit Millionen des Vereins im Club gehaltenes Talent auf dem Platz so zusammenstümpert, schielen sie sehnsuchtsvoll zur Ersatzbank. Doch die ist leer. Es gibt keinen tauglichen Spieler, keinen brauchbaren Ersatz-Imam, der in der Integrationsdebatte für sie die Tore schießt.

Doch was wäre, wenn man zugäbe, dass Idriz nicht die Antwort ist und man gleichzeitig die Alternativlosigkeit einräumen müsste? Wäre damit nicht offensichtlich, wie wenig verbreitet – um nicht zu sagen inexistent – ein mit den westlichen Werten vereinbarer Islam ist? Würde der Widerspruch der Beruhiger, die einerseits erklären, der Islam sei problemlos und anderseits auf seine Reformierbarkeit verweisen, nicht noch viel deutlicher zutage treten? Für was oder wen einen Euro-Islam, wenn der Islam aus sich heraus überhaupt kein Problem darstellen sollte?

Nein, es wäre schlichtweg klar, wie wenig es einen Euro-Islam gibt. Mehr noch müsste man einräumen: Es gibt niemanden von Format, der auf islamischer Seite einen solchen will, wenn man von Bassam Tibi einmal absieht. Dieser jedoch hat schon aufgegeben – unter anderem weil er an der Leichtgläubigkeit der deutschen Politik gegenüber den Fundamentalisten verzagte.

Und derjenige, der diesen Euro-Islam angeblich will, ist ein Trickser und Täuscher. Einer, der nach eigenen Angaben an einer Einrichtung für Radikale ein Fernstudium absolviert hat, das – akademisch – niemand in Deutschland anerkennt. Der mehrfach beim Lügen erwischt wird – auch was den Glaubensinhalt betrifft – aber ausgerechnet in Bezug auf seine vorgeblichen Modernisierungsabsichten des Islams die Wahrheit sagen soll. Und dennoch sehen die Schönfärber in dieser Debatte keinen angemessen Ersatz für Idriz. Aus all diesen Gründen ist jeder gut beraten, der das ZIE-M verhindern möchte, die Unzulänglichkeiten des Idriz aufzuzeigen, anstatt sich auf jene Spielfeldhälfte abdrängen zu lassen, auf der der Großteil der Bevölkerung mangels Kenntnis nicht zu folgen imstande ist. Die Politik in München hat mit ihrem seit fast zwei Jahren in der Schublade liegenden und durch den Stadtrat immer noch nicht beratenen Antrag auf Unterstützung des ZIE-M nur ein einziges Problem: Idriz! Und nur dort kann man sie stellen.

Hochschule ohne Reife

Daher wird Imam Idriz seitens der sich selbst als Elite betrachtenden Koalition der Imam-Unterstützer aus Politik und Medien alles verziehen. Darum wird jeder Widerspruch in seiner Darstellung klein geredet. Die durch den Verfassungsschutz zusammengetragenen Beweise werden – wie vom Münchner Oberbürgermeister Christian Ude – als nicht nachvollziehbar dargestellt. Und Margete Bause, ihres Zeichens Abgeordnete für die Grünen im bayerischen Landtag, möchte bei der Diskussion über das ZIE-M nicht über die Religion sprechen (!), wie sie anlässlich eines „Münchner Stadtgesprächs“ der Grünen den verblüfften Anwesenden kund tat. Mit aller Macht wird ein Imam unterstützt, der ohne eigenen akademischen Abschluss eine Akademie aufbauen möchte, in der Imame ausgebildet werden sollen. Dabei lassen die Parteien im Münchner Stadtrat und auch der eifrige Unterstützer Ude von Sorgfalt nichts erkennen. Sie wollen unbedingt ein Zentrum für den Islam, eine Moschee, eine Akademie für ihren Vorzeige-Imam, der so sehr vorzeigbar nicht mehr ist. Dabei hat die Stadtspitze aber bewiesen, wie sehr es  insbesondere für eine solche Akademie nicht nur Imam Idriz an Reife mangelt, sondern ihr selbst auch.

Allerdings erklärt der Imam selbst in aller Seelenruhe, der fehlende akademische Titel sei für ihn kein Problem. Er ist zwar einmal mehr der Lüge überführt. Aber zu der Sichtweise der Gesellschaft, in der er sich angeblich so beispielhaft integriert haben soll, und für deren Bildungsideale er dem Vernehmen nach einstehen möchte, hat er so gar keinen Zugang. Er denkt in anderen Kategorien. Denn schließlich, so lässt er wissen, spiele sein Täuschungsmanöver hinsichtlich seines Bildungsabschlusses für seine Gemeinde keine Rolle. Zu dieser Gemeinde gehören die Schäfchen im Münchner Rathaus augenscheinlich auch. Oder sind es im Islam eher Kälber?

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Christian Jung

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(6) Readers Comments

  1. “Gefahr erkannt – Gefahr gebannt” – es wäre zu schön, wenn dieser alte Spruch noch ein Körnchen Wahrheit hätte.

  2. Bin sehr gespannt, ob Report München dran bleibt, oder ob der lange Arm der
    politisch Korrrekten die Journalisten schon am Kragerl gepackt und den
    Hahn abgedreht haben.
    Danke für diesen WAHNSINNS-Beitrag!

  3. Dass es einen Ansatz zu einem glaubwürdigen Euro-Islam überhaupt nicht gibt, ist übertrieben, siehe der Verband der Demokratisch-Europäischen Muslime (www.vdem.eu), der im Sinne Bassam Tibis tätig ist. Aber die Analyse, dass aus diesem Pflänzlein mal gewiss nichts werden wird, wenn die Politik es nicht kräftig gießt, ist wiederum völlig zutreffend.

    Das Interessante ist ja, dass sich unsere Politiker den Islam “wie er ist” schönreden möchten. Die etablierte Politik sucht sich gerade keine (!) Reformer als Gesprächspartner, sondern traditionalistische Muslime, die so tun, als sei bereits jetzt (!) alles in Ordnung, und eine Reform eigentlich gar nicht nötig! Reformer werden nach diesem Schema geradezu ausgegrenzt, weil ein Reformwille zugleich dokumentiert, dass eben noch nicht alles im Lot ist; nur wo etwas im Argen liegt, muss auch etwas reformiert werden.

    Der direkteste Vergleich ist immer wieder der Reformprozess der katholischen Kirche. Unsere Politiker verhalten sich in Sachen Islam so, dass es übertragen auf die katholische Kirche bedeuten würde, alle Reformen incl. dem Zweiten Vatikanischen Konzil für völlig überflüssig zu halten. Denn der Papst wäre schon immer nett gewesen, nur am Rande hätten ein paar Piusbrüder ohne Placet aus Rom Hexen verbrannt. Man greift sich an den Kopf!

  4. Dort ist – oder war? – Bassam Tibi allerdings Mitglied, mit dem der Verband auch kräftig geworben hat. Da ich Bassam Tibi erwähne – und seinen Pessimusmus – käme es mir nicht ganz passend vor, den Verband nun wieder losgelöst von der Gallionsfigur darzustellen. Und zudem in gewisser Weiser in Widerspruch.

    Der Vergleich mit der katholischen Kirche vermag ich nicht nachzuvollziehen. Zwar bin ich kein Christ und habe damit keine Agenda in dieser Hinsicht. Aber mir will schon scheinen, dass die Vergleichbarkeit allein deshalb nicht wirklich gegeben ist, da man die Ansätze der Religionsgründer nicht als gleich und meiner Ansicht nach auch nicht als gleichwertig betrachten kann.

    Zudem reden wir hier von Europa. Wir reden von (mindestens) 500 Jahren geistiger Auseinandersetzung und Emanzipation von religiösen Vorgaben und kirchlicher Herrschaft. Die Aufklärung im Islam endete mit Al Ghazzali bzw. wurde von da ab wieder zurück gedrängt. So man das bis dahin erreichte “Aufklärung” nennen möchte. Daher war das islamische Dogma nie einer solch geistigen Auseinandersetzung ausgesetzt wie der Islam. Auch deshalb halte ich den Vergleich nicht für schlagend.

    Es geht letztlich nur um die eine Frage: Ist die Religion mit der freien Gesellschaft westlicher Prägung vereinbar. Und die Relgion, die hierzu die Antwort geben muss, ist der Islam. Da bleibt auf breiter Front eine – glaubwürdige – Antwort aus, oder die Frage wird gleich verneint.

  5. Ich sehe durchaus eine Vergleichbarkeit zwischen Christentum und Islam bezüglich des Potentials, sich mit der Aufklärung zu versöhnen. Natürlich gibt es größere Schwierigkeiten beim Islam: Die Intention des/der Gründer(s) ist schwieriger humanistisch einzufangen, und es ist natürlich auch nicht 500 Jahre Zeit dazu, das Potential zu realisieren; aber prinzipiell unmöglich ist es nicht. Religionsphilosophisch betrachtet sehe ich dasselbe Potential wie beim Christentum. In den relevanten Grundlagentexten ist massenweise griechische Philosophie verwurstet worden, und problematisches lässt sich theologisch stilllegen, so wie im Christentum z.B. das ganze Alte Testament theologisch mehr oder weniger stillgelegt ist.

    Realistisch betrachtet wird diese Chance in näherer Zukunft nur von einem kleineren Teil der Muslime ergriffen werden, eben z.B. dem VDEM oder vgl. den in CitizenTimes interviewten Hüseyin Kocak. Oder Seyran Ates. Aber dieser Anteil könnte, auch wenn er vergleichsweise klein ist, entscheidend sein, um Mehrheiten zu sichern. Das sollte man bedenken.

    Aus Gründen der Präzision, aus Gründen der Rücksichtnahme auf aufgeklärte Muslime (z.B. Seyran Ates), aus Gründen der politischen Bündnissuche, und aus Gründen der besseren Unangreifbarkeit plädiere ich deshalb dafür, nicht allzu pauschal von “dem Islam” zu sprechen, sondern z.B. von dem traditionalistischen Islam. Just my 2 cents.

  6. Pingback: Taqiyya und Dummheit - Über Täuscher und begeistert Getäuschte im Falle Idriz - ScrollPost.com

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