Kritik der politischen Vernunft — 03 Februar 2012

Kritik der politischen Vernunft: Dänischer Psychologe will Islamophobie durch Islamonausea ersetzen

Übelkeit & Erbrechen - Bild aus dem 14. Jahrhundert

Der dänische Psychologe Nicolai Sennels, in Deutschland vor allem bekannt geworden durch das Citizen Times Interview, was ich vor einigen Jahren mit ihm führte, hat sich bei jihadwatch.org (der Webseite des US-amerikanischen Islamkritikers Robert Spencer) bzw. auf Deutsch bei EuropeNews.dk mit einem interessanten Vorschlag zu Wort gemeldet:

Sennels schlägt vor, dass Wort Islamophobie aus dem Sprachgebrauch zu entfernen, da es unpassend sei und zudem kommunikationsfeindlich. Denn das von den Muslimen selbst ausgewählte Wort stelle sie selbst so dar, als ob man Angst vor ihnen haben müsste. Sennels Gegenvorschlag: Islamonausea – Übelkeit wegen des Islam.

Von einer Phobie, also einer unbegründeten Angst, manchmal auch als absolute Ablehnung übersetzt, kann freilich in Deutschland und Europa nicht im MIndesten gesprochen werden, wie ich den sogenannten Vorurteilsforschern mehrfach nachgewiesen habe. Auch Sennels meint, dass die Ablehnung der Ideologie des Islams eben nicht aus Unkenntnis, sprich unbegründet erfolge, sondern genau aufgrund einer Kenntnis des Islams und seiner Folgen für die Gesellschaft. Tatsächlich haben auch die Vorurteilsforscher den Begriff in letzter Zeit versucht, still und leise unter den Tisch fallen zu lassen. Ersetzt wurde er beispielsweise im GMF-Survey, der bekanntesten Umfrage dazu, durch Islamfeindlichkeit. Und bei der Deutschen Islamkonferenz (DIK) einigte man sich gar auf den noch unpassenderen Begriff Muslimfeindlichkeit, um zu verdeutlichen, dass sich die Ablehnung gegen die Muslime als Gläubige richte und nichtgegen die Ideologie. Was noch mehr in die falsche Richtung geht.

Islamonausea hingegen versetze die “Besucher unseres westlichen Kulturkreises in die Lage, Aspekte ihres eigenen Verhaltens zu erkennen, die uns Übelkeit verursachen”, argumentiert nun Sennels. Den Begriff hat er freilich nicht selbst geprägt, wie er zugibt. Er findet sich seit 2005 immer wieder in einzelnen Kommentaren und Artikeln. Aus psychologischer Sicht führt der Däne aus: “Der Übelkeitsreflex ist angeboren und er ist biologisch natürlich und gesund, um emotionales und körperliches Unbehagen über etwas, dass unangenehm, ungesund oder schädlich ist, auszudrücken.”

Ich muss zugeben, mir behagt der Begriff nicht sehr. Denn zum Einen fokussiert er wieder auf etwas, was schnell in die psychologisch krankhafte oder aborme Ecke gedrängt werden kann (Klassifizierung nach ICD-10). Zum Anderen hebt Übelkeit zu sehr auf die emotionale Komponente des Ganzen ab, zu sehr auf etwas, was von den Linken als Überfremdungsgefühl dargestellt werden wird. Die Ablehnung des Islams erfolgt aber (idealer Weise) aus der kognitiven Beschäftigung damit. Dann sollten auch rationale Begründungen im Vordergrund stehen. Freilich verstehe ich, dass einem z.B. beim Betrachten eines Steinigungsvideos schlecht wird. Geht mir auch so. Aber lenken sollte uns unser Verstand!

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Felix Strüning

(2) Readers Comments

  1. Toll, dass Sie hier auf den Psychologen Nicolai Sennels hinweisen. Immerhin hat er seine Islamonausea durch seine intensive Forschung zu Einstellungen, Werten und Normen bei muslimischen Gefangenen in dänischen Gefängnissen bekommen. Er weiß also sehr gut über den Krankheitsverlauf Bescheid und kennt probate Mittel, wie man von dieser Krankheit verschont werden kann. Für den Fall, dass die Islamonausea bereits vorangeschritten ist, kennt er auch die Mittel und Wege für ein effektive Therapie.
    Nochmals vielen Dank dafür, dass Sie hier die Informationen zu Nicolai Sennels weitergeben.

  2. “Islamonausea – Übelkeit wegen des Islam”, ist das richtig Genitiv und nicht Dativ, also “..wegen dem Islam”?

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