Kritik der politischen Vernunft: Zum Start einer neuen Kolumne

Statue Immanuel Kants an der Universität von Strasbourg (Bild: Ji-Elle; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe unten)

“Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leistung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines Andern zu bedienen.“

So beschrieb Immanuel Kant das, was man vielleicht als den Weg zum mündigen Staatsbürger beschreiben könnte. Oder einfach ausgedrückt: Selber denken! Nicht umsonst spielt der Titel meiner neuen Kolumne hier bei blu-NEWS auf Kants wohl bekanntestes Werk an. Wenn ich die politische Vernunft kritisiere, bedeutet das nicht Ablehnung, denn zu kritisieren heißt ursprünglich, zu unterscheiden. Was also kann die Vernunft für die Politik leisten?

Wir alle sind angeödet von der übertrieben vernünftigen Politik unserer Bundeskanzlerin, die sich so sehr an den tagesaktuellen Bedingungen orientiert, dass jeglicher rotes Faden schon lange verschwunden ist. Denn was Frau Merkel fehlt, ist die Orientierung an Idealen, an Werten, die der Politik eine Grundausrichtung geben. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, die ihr Ideal zur Ideologie gemacht haben und keine andere Wahrheit neben der eigenen gelten lassen wollen. Ich meine vor allem die linken Eliten in Medien und wissenschaftlichem Mittelbau, die den Bezug zur Realität längst verloren haben.

Die Unterschrift Immanuel Kants

Was bleibt uns also übrig? Selber denken! Und das ist verdammt anstrengend. Denn wenn wir mal ehrlich sind, verlassen wir uns ständig auf das Urteil anderer. Wir glauben einfach, was Mehrheitsmeinung ist. Und zwar nicht nur bis zur Pubertät. Fragen Sie beispielsweise Schüler der neunten Jahrgangsstufe nach Zeitungen, die sie lesen würden. Ich bin sicher, die Junge Freiheit ist nicht dabei. Jungle World, Junge Welt oder die taz schon eher. Doch während bei den letztgenannten einiges dem linksextremen Spektrum zugerechnet werden kann, ist die Junge Freiheit zwar bürgerlich, aber fern eines jeden Extremismus. Gelernt haben wir in der Schule, in unseren Elternhäusern und in den Medien aber etwas völlig anderes.

Die Emanzipierung von der vorherrschenden Ideologie ist ein steiniger Weg, schließlich kann man ihn nur alleine gehen. Denkanstöße können Dritte zwar liefern, aber denken muss jeder selbst. Und genau das ist der Weg zum mündigen Staatsbürger.

Artikelbild: Statue Immanuel Kants an der Universität von Strasbourg (Bild: Ji-Elle; Quelle: Wikipedia; Rechte: siehe Link)

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Felix Strüning

(1) Reader Comment

  1. An intriguing discussion is definitely worth comment.

    I believe that you need to write more about this topic, it might not be
    a taboo subject but usually people don’t speak about these issues. To the next! Many thanks!!

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